Diener als bester Deutscher in Schottland auf Rang fünf
Irvine/Schottland – Lauri Diener war als einziger der ursprünglich 15 deutschen Teilnehmer noch am fünften Wettkampftag auf Gailes Links vertreten. Nach zwei Siegen am Vortag ging es für den Falkensteiner am Freitagmorgen gegen Carlo Roman um den Einzug ins Halbfinale.
Roman zieht früh davon
Der Italiener erwischte den besseren Start. Gleich auf Loch 1 ging Roman mit einem Birdie in Führung. Nach vier Bahnen lag er bereits 3auf und hatte zu diesem Zeitpunkt zwei Birdies gespielt. Diener blieb ruhig und nutzte anschließend zwei Fehler seines Gegners. Roman musste in einer stabilen Phase des Deutschen zwei Bogeys notieren, Diener verkürzte dadurch auf 1down und brachte sich wieder in eine gute Position.
Auf den Grüns wollte an diesem Morgen allerdings wenig fallen. Dieners Long Game funktionierte weiterhin ordentlich und brachte ihm mehrfach Chancen, die Putts fanden aber nicht den Weg ins Loch. Auch die Bedingungen hatten sich verändert. Der kräftige Wind ließ Gailes Links deutlich anders spielen als an den Tagen zuvor. Nach einem Bogey Dieners und einem weiteren Birdie Romans stand es nach 13 Löchern wieder 3auf für den Italiener. Einmal gelang es dem Hamburger noch, den Rückstand zu verkürzen. Mit immer weniger verbleibenden Löchern musste Diener anschließend mehr Risiko nehmen.
Auf der 16 fiel schließlich die Entscheidung. Diener notierte ein Bogey, Roman gewann das Loch und damit das Match mit 3&2. Insgesamt spielte der Italiener drei Birdies, während Diener an diesem Tag ohne Schlaggewinn blieb. Entsprechend gemischt fiel die erste Reaktion des Hamburgers aus. Der Ärger über das Ausscheiden war da, gleichzeitig überwog mit etwas Abstand die Zufriedenheit über die gesamte Woche. Bei einem Zählspielturnier in einem vergleichbar starken Feld wäre ein fünfter Platz für ihn ein herausragendes Ergebnis gewesen. Im Matchplay fühlte sich das Ausscheiden so spät im Wettbewerb dennoch anders an.
Vor allem die ausgelassenen Chancen auf den Grüns beschäftigten Diener: „Ich habe heute leider wirklich keinen einzigen Putt reinbekommen.“
Viele Putts laufen an der Kante vorbei
Auch Bundestrainer Pascal Proske hatte ein über weite Strecken ausgeglichenes Viertelfinale gesehen. Nach Romans frühem Vorsprung hielt Diener dagegen und arbeitete sich wieder heran. Fehler auf beiden Seiten wurden jeweils unmittelbar mit Lochgewinnen des Gegners bestraft. Den Unterschied machte aus Sicht des Bundestrainers vor allem die Chancenverwertung. Mehrere Putts Dieners aus drei bis sechs Metern liefen an der Lochkante vorbei, während Roman zu Beginn einige seiner Birdiechancen nutzte. Spielerisch sah Proske beide über weite Strecken auf Augenhöhe.
Für Diener endet damit eine Woche, in der er sich nach schwierigem Start in der Zählspielqualifikation bis unter die letzten Acht gespielt hatte. Proske bewertete seinen Auftritt entsprechend positiv und zeigte sich mit dem gesamten Turnier des 17-Jährigen zufrieden.
Sieben Deutsche im Matchplay
Sieben der 15 Deutschen hatten nach zwei Runden Zählspiel den Cut geschafft. Lauri Diener spielte sich dabei mit einer 67 (-4) und vier Birdies auf den letzten vier Löchern noch sicher ins Matchplay und beendet die Meisterschaft nach vier gewonnenen direkten Duellen auf dem geteilten fünften Platz.
Max Franck erreichte nach seinem Schlussspurt in der Qualifikation das Achtelfinale und wird geteilter Neunter.
Colin Bärmann entschied sein erstes Match erst auf dem Extraloch und kommt nach dem anschließenden innerdeutschen Duell mit Franck auf den geteilten 17. Platz.
Malte Seidemann, David Süntzenich, Luis Brinkmann und Timo Ißler schieden in der ersten Matchplayrunde aus und belegen jeweils den geteilten 33. Platz. Süntzenich hatte mit seiner 70 (-1) zum Auftakt den besten deutschen Score des ersten Tages gespielt, ehe Diener mit seinem Schlussspurt in Runde zwei und dem späteren Einzug ins Viertelfinale die markantesten deutschen Akzente der weiteren Woche setzte.












