Deutschland nach zwei Runden bei WM auf Rang sechs
Brampton/Kanada – Nach dem starken Auftakt mit Rang vier verliert Deutschland am zweiten Tag zwei Positionen, bleibt im Klassement aber dicht hinter den unmittelbaren Konkurrentinnen. Zwei Schläge trennen die Mannschaft von Südkorea und Spanien, die sich mit jeweils vier Schlägen unter Par Rang drei teilen.
An der Spitze hat sich die USA mit gesamt -13 etwas abgesetzt. Kanada I folgt mit -10 auf Rang zwei. Hinter Südkorea und Spanien liegt England bei -3 auf Rang fünf, direkt vor Deutschland.
Maier-Borst mit bester deutscher Runde
Sofia Maier-Borst vom GC St. Leon-Rot steigerte sich gegenüber dem Auftakt um drei Schläge. Nach ihrer 74 (+3) spielte sie am zweiten Tag eine 71 (Even Par) und verbesserte sich damit auf den geteilten 25. Platz.
Zwei Birdies und zwei Bogeys standen auf der Karte der Spielerin des Junior Team Germany. Bei stärkerem Wind als am Vortag hielt Maier-Borst ihre Runde kontrolliert zusammen: „Es war auf jeden Fall besser als gestern. Ich habe weniger Fehler gemacht. Mit zwei Birdies und zwei Bogeys war die Runde einfach solide. Ich bin auf jeden Fall erst mal zufrieden. Es hat sich heute noch ein bisschen schwerer gespielt, weil der Wind noch mal deutlich stärker war als gestern. Deswegen nehme ich diese Par-Runde gerne mit. Morgen versuche ich, es eben noch mal ein kleines bisschen besser zu machen.“
Neben dem sportlichen Niveau beeindruckt Maier-Borst auch das Umfeld der Weltmeisterschaft: „Die Organisation bei diesem Turnier ist toll. Die Kanadier, so viele Volunteers, freuen sich so sehr, dass wir hier sind. Alle sind so freundlich und offen. Die haben uns mit so viel Vorfreude hier empfangen und sind total lieb. Jeder hat seinen eigenen Scorer, für jeweils drei Flights gibt es einen Referee. Dazu kommen noch einige Zuschauer. Diese Freude der Kanadier ist immer sehr erfrischend, sehr nett, sehr schön zu sehen. Die anderen starken Spielerinnen zu sehen, ist auch klasse. Dass wir gemeinsam mit den USA gespielt haben, fand ich richtig cool. Meine Flight-Partnerin hat ja richtig gut gespielt heute und gestern. Das ist auch einfach sehr cool, zu sehen und von denen auch noch lernen zu können.“
Hartmann kämpft sich zurück
Luisa Hartmann vom GC Aldruper Heide hatte nach ihrer bogeyfreien 67 (-4) am ersten Tag diesmal deutlich mehr Bewegung auf der Scorekarte. Nach einem Triplebogey an ihrem sechsten Loch und weiteren Schwierigkeiten lag sie nach neun Bahnen vier über Par. Auf der Back Nine spielte sie sich mit zwei unter Par noch auf eine 73 (+2) zurück. Mit gesamt -2 fällt Hartmann zwar vom geteilten zweiten auf den geteilten achten Platz zurück, bleibt aber beste Deutsche in der Einzelwertung.
„Meine Runde heute war sehr abwechslungsreich. Es war ein sehr krasses Up and Down die ganze Zeit. Ich bin ganz solide gestartet. Ich habe aber schon gemerkt, so vom Feeling her, dass das nicht so gut ist wie gestern. Ich habe einfach die Schläge nicht so nah an die Pinne gehauen, wie ich es haben wollte. Putten war ganz okay. Ich hatte dann ein schlechtes Loch und habe alles dafür gegeben, mich zurückzukämpfen, was erst nicht funktioniert hat. Ich lag vier über nach der Front Nine. Ich habe dann aber versucht, noch mal wirklich den Bounce Back zu schaffen. Das ist mir auf der Back Nine gelungen. Da haben zwei unter Par gespielt. Darüber bin ich sehr froh und darauf auch stolz“, so die Spielerin aus NRW.
Auch Hartmann hob die Bedingungen rund um das Turnier hervor: „Am Turnier gefällt mir die ganze Organisation sehr gut. Es ist wirklich mega cool. Es gibt so viele Freiwillige und hilfsbereite Menschen. Die Menschen sind super lieb und es ist alles wirklich perfekt organisiert. Autos, Essen, Zähler, die Referees und das gesamte drum und dran, das alles ist wirklich wunderbar. Und es ist einfach cool, die Mädels alle wiederzusehen und mit denen zu quatschen und zu spielen.“
Geier locht zweimal aus dem Bunker ein
Lena Geier brachte wie schon am ersten Tag eine 72 (+1) ins Recording und liegt mit insgesamt +2 auf dem geteilten 20. Platz. Ihre Runde am zweiten Wettkampftag wurde vor allem durch zwei besondere Bunkerschläge geprägt.
Deutschland war auf Loch 10 gestartet. Dort lochte Geier bereits aus dem Bunker zum Birdie. Auf ihrer letzten Bahn gelang ihr das Kunststück noch einmal, diesmal zum Eagle. Ihre 72 floss gemeinsam mit der 71 von Maier-Borst in die Teamwertung ein.
Die Spielerin des GR Bad Griesbach sieht die größte Herausforderung weiterhin in der Platzarchitektur und rund um die Grüns: „Ich finde den Platz echt anspruchsvoll, vor allem das Rough ist richtig dicht und schwer zu spielen. Die Grüns sind schnell und haben viel Break. Dadurch ist es schwierig, die Schläge aufs Grün richtig zu planen und den Ball gut zu platzieren. Die Pin-Positionen waren auch sehr schwer.“
Happy Bundestrainerin
Bundestrainerin Esther Poburski war nach zwei Wettkampftagen mit dem Auftritt ihrer Mannschaft sehr zufrieden. Der zweite Tag war eine echte Achterbahnfahrt, endete aber mit einer starken Reaktion des Teams.
„Heute war ein Roller-Coaster-Tag, der sehr solide gestartet ist. Dann hatten wir mal kurz einen kleinen Hänger. Hard Day in the Office. Danach haben wir aber wirklich noch mal alles reingehängt und reingehauen, um hinten raus stark zu finishen. Das finde ich super. Lena Geier hat auf ihrer letzten Bahn noch mal einen Bunkerschlag zum Eagle gelocht. Wir sind heute auf Loch 10 gestartet und da hatte Lena schon einen Bunkerschlag zum Birdie gelocht. Am Ende des Tages muss man sagen, war es ein guter Tag“, so die Bundestrainerin Frauen Nachwuchs.
Besonders die Reaktion nach der schwächeren Phase gefiel der Bundestrainerin: „Das Bounce-Back-Erlebnis und ein kleiner Momentum Changer nach fünf, sechs, sieben Löchern. Da lief es ein bisschen gegen uns und dann haben wir uns das Momentum wieder zurückgeholt, durch die Bank weg. Luisa Hartmann war nach ihrem Triplebogey an ihrem sechsten Loch ganz stark. Alle haben es wahnsinnig gut gemacht. Wir hatten meist eine richtig gute Schlagplanung. Wenn noch ein paar mehr Putts fallen würden, wäre das schön als Lohn für das, was sich die drei Spielerinnen erarbeiten. Aber die Grüns sind wirklich schwer und es haben gefühlt alle ein paar Probleme damit, die zu lesen und dann mit dem richtigen Speed den Ball auf die Linie zu schicken. Die Grüns sind einfach schwer zu lesen, weil sie in sich viele kleine Breaks haben. Ansonsten bin ich voll zufrieden und total happy. Es ist natürlich immer schöner, so den Tag aufzuhören als andersrum. Jetzt trainieren wir noch ein bisschen und dann schauen wir mal, was die nächsten zwei Tage noch geht.“
Drei an der Spitze
In der Einzelwertung teilen sich nach zwei Runden drei Spielerinnen bei -7 die Führung. Mia Clausen aus den USA spielte nach ihrer 68 zum Auftakt eine 67 (-4). Clairey Lin aus Kanada ließ ihrer 66 (-5) eine 69 (-2) folgen.
Den tiefsten Score des zweiten Tages brachte Alice Negroni aus Italien ins Recording. Nach ihrer 71 (Even Par) zum Auftakt spielte sie eine 64 (-7) und sprang damit ebenfalls an die Spitze.







