Hartmann mit 67 – Deutschland auf Rang vier
Brampton/Kanada – 72 Spielerinnen aus 23 Ländern treten bei der elften Auflage der World Junior Girls Golf Championship an. 24 Mannschaften kämpfen über vier Runden um den Titel, wobei pro Tag jeweils die beiden besten Ergebnisse eines Teams in die Wertung einfließen. Gastgeber Kanada ist mit zwei Mannschaften vertreten.
Den besten Start erwischten Kanada I und die USA. Beide Teams liegen nach dem ersten Tag mit -7 gleichauf an der Spitze. Schweden folgt mit -4 unmittelbar vor Deutschland. Spanien liegt bei -1 auf Rang fünf, Titelverteidiger Südkorea teilt sich mit Mexiko bei Even Par den sechsten Platz.
Großen Anteil an der ausgezeichneten deutschen Ausgangslage hat Luisa Hartmann. Ihre 67 (-4) war nicht nur der beste deutsche Score, sondern auch die zweitbeste Runde des gesamten Feldes. Nur Clairey Lin aus Kanada war mit 66 (-5) noch einen Schlag besser. Schlaggleich mit Hartmann liegt die US-Amerikanerin Anna Fang auf Rang zwei.
Bogeyfrei
Hartmann hielt ihre Scorekarte über 18 Löcher komplett sauber. Vier Birdies und kein einziger Schlagverlust brachten sie unmittelbar hinter die Spitze der Einzelwertung.
Dabei war die Anreise nach Kanada alles andere als geradlinig verlaufen. Auf dem Flug nach Kanada musste die Maschine mit dem deutschen Team an Bord in Manchester außerplanmäßig landen. Außerplanmäßig verbrachten die Bundesadler eine Nacht in England und setzte die Reise deutlich verspätet fort. Auf dem Platz war von den Reisestrapazen bei Hartmann nichts mehr zu sehen.
Die Spielerin des GC Aldruper Heide hatte vor dem Turnier besonders an ihren Schlägen ins Grün und am Putten gearbeitet. Beides zahlte sich zum Auftakt aus.
„Meine Runde heute war wirklich gut. Ich habe sehr viele Schläge nah an die Fahne gebracht und auch viele Putts gelocht“, freute sich Hartmann.
Der Platz gefällt ihr ebenfalls: Der Brampton GC sei hervorragend präpariert, gerade die Fahnenpositionen und die ausgeprägten Breaks auf den Grüns machten die Aufgabe allerdings anspruchsvoll.
Geier solide
Den zweiten deutschen Score für die Mannschaftswertung steuerte an diesem Tag Lena Geier vom GR Bad Griesbach bei. Mit 72 (+1) liegt sie nach dem Auftakt auf dem geteilten 19. Platz und sorgte gemeinsam mit Hartmann dafür, dass Deutschland drei Schläge unter Par in die zweite Runde startet.
Sofia Maier-Borst kam mit 74 (+3) ins Recording und wird nach der ersten Runde auf T32 geführt. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot war mit ihrem langen Spiel deutlich zufriedener, als es der Score vermuten lässt. Abschläge und Schläge ins Grün funktionierten, gleichzeitig blieben zu viele Birdiechancen ungenutzt. Zwei Birdies reichten deshalb nicht aus, um die Fehler auszugleichen.
„Ich habe ein sehr gutes Long Game gehabt, sehr gute Abschläge und richtig starke Schläge in die Grüns. Ich bin echt gut an die Fahnen rangekommen, was hier nicht immer super einfach ist, aber leider habe ich viele Chancen liegen gelassen“, sagte Maier-Borst, als sie aus dem Recording kam.
Für die kommenden drei Runden nimmt sie vor allem das Ballstriking aus dem Auftakt mit. Nach dem Auftakt ist die Ausgangslage offen genug, um sich im Klassement wieder nach vorne zu arbeiten.
Lange Schläge
Auch Bundestrainerin Frauen Nachwuchs Esther Poburski hatte einen gelungenen Auftakt ihrer Mannschaft gesehen. Der Brampton GC wird in dieser Woche mit 5.787 Metern als Par 71 gespielt und fordert die Talente aus aller Welt besonders mit seiner Länge und den anspruchsvollen Grüns.
Prägnant sind aus Sicht der Bundestrainerin vor allem die Schlussbahnen. Die 16 erinnert sie an Loch 15 im Hamburger GC Falkenstein, spielt sich allerdings etwas länger. Danach folgen zwei weitere Bahnen, die zum Abschluss noch einmal volle Aufmerksamkeit verlangen.
„Heute habe ich eine super Teamleistung gesehen. Luisa Hartmann hat ganz toll gespielt. Das freut mich wirklich für sie“, sagte Poburski.
Zurück in Brampton
Der Brampton GC ist nach 2023 zum zweiten Mal Gastgeber der World Junior Girls Golf Championship. Der 1921 gegründete Club blickt inzwischen auf mehr als 100 Jahre Geschichte zurück und hat schon zahlreiche hochrangige Wettbewerbe ausgerichtet.
Auch Brooke Henderson verbindet mit dem Platz gute Erinnerungen. Kanadas erfolgreichste Profigolferin gewann hier bereits als Amateurin die Ontario Amateur 2014. „Der Platz hat ein starkes Layout für Turniergolf und es macht wirklich Spaß, dort zu spielen“, sagte Henderson rückblickend.
2023 wurde in Brampton bereits einmal um diesen WM-Titel gespielt. Damals setzte sich Kanada I in einem engen Dreikampf mit Südkorea und den USA durch. Inzwischen ist das Turnier zum elften Mal angesetzt und hat im internationalen Mädchengolf weiter an Bedeutung gewonnen.
Das zeigt auch die Besetzung: Sieben Spielerinnen aus den Top 100 der Weltrangliste der Amateurinnen sind in dieser Woche dabei, insgesamt 29 Teilnehmerinnen gehören zu den besten 500. Die Siegerin der Einzelwertung erhält einen Startplatz für die CPKC Women’s Open 2027.
Südkorea geht als Titelverteidiger in das Turnier. Die Mannschaft gewann 2025 ihren vierten Titel und verteidigte damit erstmals in der Turniergeschichte einen Erfolg aus dem Vorjahr.
Zahlreiche frühere Teilnehmerinnen konnten später auf der LPGA Tour große Erfolge gefeiert. Neben Henderson gehören Jeeno Thitikul, Yuka Saso, Hannah Green, Maja Stark, Linn Grant und Megan Khang zu den bekannten Namen aus der Geschichte des Turniers.






