Hitzeschlacht am Hufeisensee: Städler führt auf eigenem Kurs
Der im August 2024 verstorbene Christoph Daum wollte seine Spieler über glühende Kohlen laufen lassen. Bei den Deutschen Meisterschaften AK 65/75 im GC Halle laufen die 81 Athletinnen und Athleten quasi über glühenden Rasen, denn dieses Turnier steht ganz im Zeichen der Hitze. Den außergewöhnlichen Rahmen dafür bietet die Wetterlage. Deutschland erlebt derzeit eine ausgeprägte Hitzewelle, die in diesen Tagen sogar historische Höchstwerte erreicht. Unter dieser extremen Belastung sind bei der DM in Halle nicht nur spielerische Qualität und Präzision gefragt, sondern auch Konzentration, Kondition und ein sehr kontrollierter Umgang mit den eigenen Kräften.
Verkürzter Modus
Wegen der außergewöhnlich hohen Temperaturen von bis zu 38 Grad Celsius im Raum Halle, wird die gesamte Meisterschaft in einem angepassten Modus über drei Runden mit jeweils nur neun Löchern gespielt. Die Frauen AK 65 und die Männer AK 75 spielen dabei an allen drei Tagen ausschließlich die Bahnen 1 bis 9 (Par 36), die Männer AK 65 absolvieren durchgehend die Löcher 10 bis 18 (Par 35). Damit bekommt auf dem Meisterschaftsplatz am Hufeisensee von Beginn an jeder Schlag noch mehr Gewicht als ohnehin schon. Schon nach dem ersten Turniertag zeigt sich zudem, wie hoch die Belastung ist: Bislang gab es zwei hitzebedingte Ausfälle im Teilnehmerfeld, einen bei den Frauen AK 65 und einen bei den Männern AK 75.
Der 18-Loch-Meisterschaftsplatz des GC Halle bietet für diese Titelkämpfe eine anspruchsvolle Bühne. Der von Christoph Städler konzipierte Par-71-Kurs liegt direkt am Hufeisensee, misst von den hinteren Abschlägen 5.935 Meter und verlangt mit offenen Spielbahnen, strategisch platzierten Hindernissen und seinem abwechslungsreichen Layout präzises Course Management. Gerade unter Hitzebedingungen werden diese Eigenschaften noch einmal verschärft, weil jede ungenaue Entscheidung zusätzliche Kraft und Schläge kosten kann.
Neue Meister sind garantiert
Auch das Teilnehmerfeld ist hochklassig besetzt, selbst wenn nicht alle Titelträger des Vorjahres in Halle am Start sind. Maximal in der AK 65 der Männer kann es in diesem Jahr zu einer Titelverteidigung kommen, denn nur Christian Domin (Hamburger GC) tritt als amtierender Meister erneut an. Barbara Stock-Schroer (GC Gütermann Gutach), die Titelträgerin der Frauen AK 65, und Byung-Jai Choi (GC Hummelbachaue), der amtierende Deutsche Meister der Männer AK 75, fehlen dagegen. Gerade in der AK 75 eröffnet das die Chance für neue Konstellationen – unter anderem für Waldemar Krüger (Bochumer GC), der im vergangenen Jahr Vizemeister war und nun die Gunst der Stunde nutzen könnte.
Bei den Frauen AK 65 setzte sich nach den ersten neun Löchern Astrid Heider (GC Am Reichswald) an die Spitze. Mit 37 Schlägen (+1) verschaffte sie sich die beste Ausgangslage für die anstehende zweite Runde. Dahinter folgen Petra Schulz (GC Darmstadt Traisa) und Brigitte Mergner (GC Neckartal) mit jeweils 40 Schlägen (+4). Auch Silke Kappmeier (GC Hamburg-Ahrensburg) und Gerda Preissing (Stuttgarter GC Solitude) liegen mit jeweils 41 Schlägen (+5) noch in unmittelbarer Schlagdistanz.
In der AK 65 der Männer setzte Claus Mühlfeit (GC Heddesheim Neuzenhof) das erste Ausrufezeichen. Auf der Par-35-Runde seiner Wertungsklasse notierte er 33 Schläge (-2) und übernahm damit die Führung. Bernd Wolf (GC Hannover) folgt mit 34 Schlägen (-1) dicht dahinter. Titelverteidiger Christian Domin (Hamburger GC) liegt nach einer 35 (Even Par) gemeinsam mit Andreas Krai (Berliner GC Stolper Heide) und Ulrich Schulte (Bochumer GC) auf dem geteilten dritten Rang. Das enge Klassement zeigt: Diese Konkurrenz ist dicht besetzt.
Städler mit Megarunde
Für das herausragende Ergebnis des Tages sorgte in der AK 75 Christoph Städler (Osnabrücker GC). Der Designer des Meisterschaftsplatzes setzte sich mit 31 Schlägen (-5) deutlich an die Spitze und spielte damit die beste Runde des gesamten Teilnehmerfeldes. Oder in anderen Worten: Städler zeigt, was hier möglich ist. Oleg Gregor (G&LC Berlin-Wannsee) folgt mit 36 Schlägen auf Rang zwei. Dahinter teilen sich Waldemar Krüger (Bochumer GC), Veit Pagel (Hamburger GC) und Hans-Jürgen Lemke (GC Hannover) mit jeweils 37 Schlägen den dritten Platz.
Auch wenn erste Tendenzen sichtbar sind, bleibt für die kommenden Tage noch alles offen. Weil das gesamte Turnier über nur drei Neun-Loch-Runden entschieden wird, können schon kleine Schwankungen im Rhythmus oder in der Konzentration große Auswirkungen haben. Wer die Hitze am besten managt und die Anforderungen des Platzes am konstantesten meistert, wird sich im Titelrennen die besten Chancen erarbeiten. Gestartet wird ab 08:30 Uhr (Frauen AK 65 und Männer AK 65). Die Männer der AK 75 gehen ab 09:40 Uhr auf ihre zweite Runde.







