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Maria Anetseder (GC Starnberg) und Philipp Westermann (Hamburger GC) sind die Deutschen Jungsenioren-Meister des Jahres 2026. | © C&V Sport Promotion

Westermann und Anetseder holen die Midamateur-Titel

Der GC Hubbelrath zeigte sich am Finaltag trotz Wettervorhersagen mit Gewitterchance doch noch einmal von seiner sommerlichen Seite. Zwischen Düsseldorf und den Ausläufern des Bergischen Landes bot der Ostplatz bei warmen, aber nicht drückenden Bedingungen und leichtem Wind nahezu perfekte Voraussetzungen für eine große Schlussrunde. 
 

Anetseder und de Heuvel auf Vorjahreskurs, Girke mit glücklichem Finish

Bei den Frauen macht Maria Anetseder (GC Starnberg) genau das, was eine Titelverteidigerin tun muss: Sie bringt den Vorsprung nach Hause - und dies tut sie mit einem Start-Ziel-Sieg, ganz wie im Vorjahr. Mit Runden von 72, 79 und 72 Schlägen kommt sie auf insgesamt 223 Schläge (+7) und sichert sich zum zweiten Mal in Folge den Deutschen Meistertitel der AK 30 in Hubbelrath. Es ist ein Triumph der Konstanz und der Haltung, die sie schon vor dem Turnier beschrieben hatte: Spaß haben, sich auf jeden Schlag konzentrieren – und den Platz nicht größer machen, als er ist. 
 

Am Ende kann Anetseder ihren Vorsprung im süddeutschen Duell gegen Rachel de Heuvel (GC Olching) sogar nochmal um weitere zwei Schläge auf insgesamt vier Zähler ausbauen und darf sich dabei konsequenzfreie Bogeys auf den bahnen 16 und 17 erlauben. Aber auch de Heuvel liefert ein starkes Ergebnis ab. Mit 78, 75 und 74 Schlägen (227; +11) holt sie Silber. Die Meisterin des Jahres 2024 und amtierende Vizemeisterin hat das Leaderboard über drei Tage sichtbar mitgestaltet.
 

Bronze geht an Vanessa Girke (GC Lohersand), die mit 81, 76 und 78 Schlägen auf insgesamt 235 Schläge (+19) kommt. Ihre Schlussrunde hat es in sich: Auf dem letzten Loch dreht sie das Spiel um die Bronzemedaille dramatisch. Alena Oppenheimer (Stuttgarter GC Solitude), lange auf Podiumskurs, kassiert dort ein Doppelbogey, während Girke ihr Turnier mit einem Birdie beendet. Am Ende liegt die Norddeutsche zwei entscheidende Schläge vor der Baden-Württembergerin, die sich mit einem geteilten vierten Platz - zusammen mit Isabel Axhausen (GC München Eichenried) - begnügen muss.

 

Maria Anetseder resümiert das Wochenende und insbesondere den Finaltag: „Es bedeutet mir natürlich sehr viel, hier in Hubbelrath erneut als Deutsche Jungsenioren-Meisterin vorne zu stehen. Das Feld war extrem stark besetzt, mit Spielerinnen aus ganz Deutschland, die leistungsmäßig sehr eng beieinander lagen. Mein Mantra war die ganze Woche über ganz simpel: Schlag für Schlag. Nach neun Loch war Rachel nur noch einen Schlag hinter mir, da musste ich mich wirklich noch einmal zusammenreißen, um den Vorsprung zu halten und im Idealfall sogar auszubauen. 

 

Der Schlüsselmoment war dann Loch 11, wo ich ein Birdie gespielt habe und plötzlich drei Schläge vorn war – ab da wusste ich: Jetzt kann eigentlich nicht mehr viel schiefgehen, wenn ich konzentriert bleibe und mich nicht nervös machen lasse. Mit diesem Platz verbinde ich jetzt zwei Meistertitel gegen ein herausragendes Feld, das macht Hubbelrath für mich natürlich besonders. Und ausgerechnet Loch 11, mein schwerstes Loch – ein Par 3, das für uns Damen gerade bei Wind nicht leicht zu spielen ist – wurde heute zu dem Loch, das mir innerlich die Ruhe gegeben hat.“

Westermann kontert – Strünker und Steinbeck müssen passen

Bei den Männern dreht Philipp Westermann (Hamburger GC) am Finaltag noch einmal mächtig auf. Nach 69 und 76 Zählern bringt er zum Abschluss eine 71 ins Clubhaus und kommt damit auf insgesamt 216 Schläge (Even Par). Das reicht, um sich die Deutsche Jungsenioren-Meisterschaft zu sichern. Der Hamburger, der nach Runde eins geführt und nach Runde zwei seine Spitzenposition eingebüßt hatte, findet am Sonntag die passende Antwort und krönt seine Titelkampf mit Gold.
 

Anton Steinbeck (GC Feldafing) bleibt Westermann eng auf den Fersen. Mit 75, 71 und erneut 71 Schlägen spielt er sich auf insgesamt  217 Zähler (+1) und holt Silber. Der Feldafinger ist damit der Mann der letzten beiden Tage: Zwei Unter-Par-Runden bei Meisterschaftsbedingungen unterstreichen, wie gut er den Meisterschaftsplatz gelesen und kontrolliert hat – am Ende fehlt ihm trotz Birdie-Finish ein Schlag zum Stechen.
 

Für Frederik Strünker (GC Hubbelrath) endet das Turnier mit gemischten Gefühlen. Der Titelverteidiger geht mit 70 und 73 als Führender in den Finaltag, doch seine 75 am Sonntag reicht nicht, um Westermann und Steinbeck zu halten. Mit insgesamt 218 Schlägen (+2) landet er auf Rang drei und nimmt Bronze mit. Seine Ankündigung, dass er „wieder weit vorne mitspielen“ möchte, hat Strünker eingelöst – und das Turnier von Beginn bis zum Ende mitgeprägt. Dahinter reiht sich Stefan Wiedergrün (Frankfurter GC) mit 75, 70 und 75 Schlägen (220, +4) auf Rang vier ein, Maximilian Behnke (Burgdorfer GC) und Robert Richter (Frankfurter GC) teilen sich mit jeweils 222 Schlägen (+6) Platz fünf. 
 

Ihnen folgt ein breites Feld, das zeigt, wie hart der Ostplatz des GC Hubbelrath über drei Tage sein kann – von soliden Runden bis hin zu hohen Scores, die die Meisterschaft eher zum Kampf mit dem Platz und sich selbst als um Medaillen machen.

Bilanz im Jubiläumsjahr

Im Jubiläumsjahr des GC Hubbelrath, 65 Jahre nach seiner Gründung, haben die Deutschen Meisterschaften AK 30 einmal mehr gezeigt, warum dieser Ort eine feste Größe im deutschen Spitzengolf ist. Der Ostplatz hat Titelverteidigerinnen und Titelverteidiger gefordert, neue Namen auf das Podium gehoben und die besten Midamateure Deutschlands in drei Runden auf das Wesentliche reduziert: Konstanz, Nervenstärke und die Fähigkeit, am entscheidenden Tag noch einmal eine Antwort zu finden.
 

Maria Anetseder (GC Starnberg) schreibt mit ihrem zweiten Titel in Hubbelrath eine echte Erfolgsgeschichte, Philipp Westermann (Hamburger GC) krönt sein Wochenende mit einer starken Schlussrunde, und Frederik Strünker (GC Hubbelrath) bleibt als Bronzemedaillengewinner der Mann, der diesem Turnier das lokale Gesicht gegeben hat. Dazu kommen zahlreiche Spielerinnen und Spieler, die zwischenzeitig auf dem Podest standen, oben angegriffen haben oder schmerzhaft aus der Spitze gefallen sind – all jene Namen, die in der Ergebnisliste stehen und gemeinsam das erzählen, was eine Deutsche Meisterschaft AK 30 ausmacht: Hochklassiges Golf mitten im Leben.

 

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