Wenn Wedge und Putter durch die Luft fliegen
Es sind Szenen, die man sonst nur vom Fußball, Handball oder Eishockey kennt. Fans, die ausrasten, weil ein Sportler oder eine Sportlerin etwas ganz Besonderes in die Arena zaubern. Da flippt eine Zuschauermenge schon mal aus und macht aus einem Stadion oder einer Halle ein Tollhaus. Laut und unüberhörbar. Im Golf kommen solche Momente – außer beim Ryder Cup – nicht allzu häufig vor. Nun gab es so eine Szene, auf der Korn Ferry Tour, im Endspurt der Pinnacle Bank Championship in Omaha.
Der 24-jährige Südafrikaner Christo Lamprecht hatte auf der letzten Bahn, der 18 im Club at Indian Creek, mit dem zweiten Schlag den Grünbunker getroffen. Er kam als geteilter Führender (-18) dorthin und musste irgendwie das Par retten, um es ins Stechen zu schaffen. Der US-Amerikaner Peter Kuest war bereits mit -18 im Clubhaus und bereitete sich schon auf ein Playoff vor. Dann das: Lamprecht trifft den Ball im Bunker derart perfekt, dass der Ball auf dem Grün aufkommt und ins Loch rollt. Birdie. Sieg. Die Golfschläger (sein Wedge und der vorbereitete Putter des Caddies und Cousins Christian Meintjes) fliegen durch die Luft. Die Menge tobt. Gänsehautmoment.
„Ich dachte schon, der Ball würde an der Kante liegen bleiben. Da sind die Schläger durch die Luft geflogen. Das war ein sehr besonderer Moment, das war wirklich cool“, so Lamprecht, der vor drei Jahren noch die Nummer eins der Amateur-Weltrangliste war. Seit er Profi ist, begleitet ihn sein Cousin Christian als Caddie. „Wir verbringen sechs oder sieben Tage die Woche miteinander. Er kennt mich am besten. Und es ist natürlich großartig, jemanden aus der Familie in so einem Moment bei sich zu haben“, so Lamprecht. Soll nach diesen Bildern noch einer sagen, Golf könne keine Emotionen.









