Welcher Putt-Griff passt zu Ihnen? Die vier wichtigsten Varianten
Beim Putten entscheidet oft nur ein kleiner Moment über Birdie oder Bogey. Umso erstaunlicher ist es, dass es für den Griff beim Putten keine allgemeingültige Lösung gibt. Während beim langen Spiel viele Grundlagen weitgehend feststehen, gehen die Meinungen auf dem Grün auseinander. PGA Golf Professional Fabian Bünker stellt in seinem Video (s.u.) die vier gängigsten Putt-Griffe vor und erklärt, für wen sie sich eignen.
1. Der Standardgriff: Overlapping
Der klassische Overlapping-Griff ist wohl die am weitesten verbreitete Variante. Beide Daumen liegen oben auf dem Griff, während der Putter hauptsächlich in den Fingern gehalten wird. Laut Bünker bietet dieser Griff einen entscheidenden Vorteil: Er vereint Richtungs- und Längenkontrolle. Wer bereits ein gutes Gefühl auf dem Grün besitzt, für den ist diese bewährte Lösung meistens passend.
2. Crosshanded: Mehr Stabilität für die Schlagfläche
Beim Crosshanded- oder Left-Hand-Low-Griff wechseln die Hände ihre Position. Bei Rechtshändern greift die linke Hand unterhalb der rechten. Dadurch bilden vorderer Arm, Handgelenk und Schaft nahezu eine Linie. Das erleichtert es, die Schlagfläche länger rechtwinklig zur Ziellinie zu führen. „Dieser Griff hat den riesengroßen Vorteil, dass du vor allem die Richtungskontrolle damit sehr gut in den Griff bekommst – im wahrsten Sinne des Wortes“, erklärt Bünker. Besonders Spielern, die aus kurzen Distanzen häufig patzen, kann diese Griffvariante helfen.
3. Der Claw-Griff gegen unruhige Hände
Immer häufiger ist auf den Profitouren auch der sogenannte Claw- oder Krallengriff zu sehen. Dabei greift die untere Hand nicht seitlich um den Griff, sondern zeigt in Spielrichtung und übernimmt dadurch die Führung der Schlagfläche. Gleichzeitig sollten Arme und Schultern weiterhin als Einheit arbeiten, betont Bünker. Vor allem Golferinnen und Golfer, die unter sogenannten Yips leiden – unkontrollierte Muskelzuckungen in den Händen oder Handgelenken – greifen häufig zu dieser Technik. Der Claw-Griff kann diese ungewollten Bewegungen reduzieren.
4. Zehn-Finger-Griff für Einsteiger
Wer gerade erst mit dem Golf beginnt, muss sich, so Bünker, nicht sofort mit komplexen Griffvarianten beschäftigen. Beim Zehn-Finger-Griff wird der Putter genauso gehalten wie ein Eisen oder Holz. Dadurch entfällt die Konzentration auf eine bestimmte Fingerposition. Stattdessen können sich Anfänger ganz auf die Pendelbewegung konzentrieren. Das erleichtert den Einstieg und hilft dabei, zunächst ein Gefühl für den Putt zu entwickeln.
Kein perfekter Griff
Am Ende entscheidet jedoch nicht die Theorie, sondern das Ergebnis auf dem Grün. Deshalb rät Bünker ausdrücklich davon ab, nach der einen perfekten Lösung zu suchen. „Wichtig zu verstehen ist: Es gibt nicht den perfekten Putt-Griff“, sagt der PGA Golf Professional. „Viele Spieler stellen ihren Griff immer mal wieder um. Auf dem Grün zählt nur eins: Die Bälle müssen ins Loch.“ Welcher Griff am besten funktioniert, hängt also immer vom eigenen Gefühl, den persönlichen Stärken und den individuellen Problemen auf dem Grün ab. Wer bereit ist, verschiedene Varianten auszuprobieren und anschließend gezielt zu trainieren, hat die besten Chancen, die für sich passende Lösung zu finden.








