Tagesbester: Jäger rückt in Top Ten vor
Der einzige Makel vorweg: Stephan Jäger traf bei der Farmers Insurance Open am Samstag nur 50 Prozent der Fairways auf dem für seine Tücken bekannten South Course in Torrey Pines. Das sind keine guten Voraussetzungen für eine tiefe Runde, müsste man meinen. Doch der Münchner führte dafür gleich vier essentielle Statistiken an diesem Tag an: Strokes Gained (Putting), Strokes Gained (Total), Greens in Regulation und Scrambling. Beim Putten machte Jäger am Samstag vier Schläge auf den Rest des Feldes gut. Siebenmal konnte der ehemalige Houston-Open-Champion ein Birdie erzielen.
Außerdem verpasste er nur dreimal das Grün. Alle drei Mal konnte er das Par retten. Und so stand am Ende eine blitzsaubere 65 (-7) in der Tagesbilanz des Spielers vom Elite Team Germany, der in der vergangenen Woche noch den Cut beim American Express verpasst hatte. In San Diego, Kalifornien, läuft es deutlich besser. Dank der besten Runde des Tages verbesserte sich Jäger auf den geteilten sechsten Rang (-11) und geht damit mit nur zwei Schlägen Rückstand auf die geteilten Dritten ins Finale.
Auch Matti Schmid, Elite-Teamkollege von Jäger, konnte sich am Samstag um einige Plätze nach vorne schieben. In einer eher ruhigen Runde mit einem Birdie und einem Bogey sorgte der Regensburger zum Abschluss für ein Highlight, als er auf der Neun, seiner letzten Bahn, aus gut zwölf Metern zum Eagle einlochte. Mit der 70 (-2) ging es hoch auf T30 (-6).
Rose noch zu stoppen?
Mit seiner nahezu dominanten Vorstellung bei der Farmers Insurance Open in Torrey Pines erinnert Justin Rose an die besten Zeiten von Tiger Woods. Im Verlauf seiner 68er Runde am Samstag baute der Engländer seine Führung auf zwischenzeitlich acht Schläge aus und ging schließlich mit sechs Schlägen Vorsprung in den Finaltag. Mit insgesamt 21 Schlägen unter Par stellte Rose einen neuen Turnierrekord nach 54 Löchern auf und erspielte sich den größten Vorsprung nach drei Runden bei diesem Event seit Woods im Jahr 2008.
Besonders auf den ersten neun Löchern beeindruckte Rose mit präzisen Eisenschlägen und mutigem Spiel. Trotz der komfortablen Ausgangslage warnte der 45-Jährige vor Nachlässigkeit und betonte seinen Respekt vor dem Spiel. „Du wirst rausgehen, musst konzentriert sein, musst gut spielen”, so der Führende. Rose, der in Torrey Pines bereits 2019 gewinnen konnte, profitiert von seiner Erfahrung und weiß, wie schnell sich Turniere wenden können. Doch diese sechs Schläge dürften schwer einzuholen sein. Ein Sieg könnte ihn bis auf Platz vier der Weltrangliste nach vorne bringen.
Hinter ihm liefert Joel Dahmen eine starke Leistung ab, angesichts Roses Form zeigt er sich aber realistisch. „Er hat einige Fahnen angespielt, die mich sehr beeindruckt haben. Aber dann gingen sie auf einen Meter ran und er hat sie für ein Birdie eingelocht“, sagte Dahmen. „Man weiß, dass man wirklich gut spielt, wenn man so etwas schafft. Und das ging dann irgendwie nacheinander weiter.“








