Stuttgart und Habsberg nutzen ihren Heimvorteil
„Gute Freunde kann niemand trennen“ – das Lied gesungen von Fußball-Kaiser Franz Beckenbauer passt auch zu Stuttgarts Frauen-Trainer Heiko Burkhard und St. Leon-Rots Coach Sebastian Buhl. Beide kennen sich gut und treffen regelmäßig an den DGL-Spieltagen aufeinander. Nach den Wettkampftagen in Stuttgart war es an Sebastian Buhl, seinen Freund und Kollegen zu beglückwünschen: Stuttgart belegte mit +24 Platz eins vor St. Leon-Rot (+37).
„Hut ab vor der geschlossenen Leistung von Stuttgart, die ihren Heimspieltag völlig verdient gewonnen haben“, so Buhl. Besonders hervorheben bei seinem eigenen Team möchte der SLR-Coach die Leistungen von Celina Sattelkau und Tessa Kremser. „Beide haben ihre Trainingsinhalte bravourös umgesetzt, sich ihre Chancen erarbeitet und blieben geduldig, wenn’s knifflig wurde.“ LET-Spielerin Sattelkau lieferte nach dem Samstag auch am Sonntag mit einer erneuten 68 die beste Runde des Tages ab.
Kumpel Heiko Burkhard freut sich über den ersten Tagessieg. „Das haben wir in der vergangenen Saison gar nicht geschafft.“ 2025 hatte das Team von St. Leon-Rot alle fünf Wettkampftage gewonnen. „Das war wirklich eine gute Teamleistung. Das haben sich meine Spielerinnen verdient und es ist ein wichtiger Schritt in Richtung Final Four“, so Burkhard.
Auf Platz drei liegt am dritten Spieltag der Münchener GC (+43) vor dem Frankfurter GC (+59) und dem GC Fürth (+79) – die gleiche Reihenfolge wie in der Gesamt-Tabelle. St. Leon-Rot bleibt bei den Frauen im Süden Tabellenführer. Alex Linner, Coach des Münchner GC: „Der Spieltag ist nicht so gelaufen, wie wir uns das vorgestellt hatten. Wir haben unser Bestes gegeben, Stuttgart war einfach zu stark – und die Bedingungen sehr schwer. Ich finde, meine Mädels haben das sehr gut gemacht und gut abgeliefert.“ Im Tableau weiter nach vorne zu kommen, sei „einem Wunder gleichzusetzen“. Linner sieht aber dennoch eine Verbesserung im Vergleich zum vergangenen Jahr – dieser Weg soll fortgesetzt werden.
Habsberg jubelt über Heimsieg
Marian Ludwig vom GC Am Habsberg hatte am Wochenende der 1. Bundesliga Süd der Männer einiges zu feiern: seinen 34. Geburtstag, den Team-Sieg auf eigenem Platz am dritten DGL-Spieltag sowie die niedrigste Runde (66) des Spieltages im Süden (zusammen mit dem Frankfurter Tim Opderbeck). „Das hat mich natürlich besonders gefreut, dass meine Familie am Samstag dabei war, meine Eltern, meine Patentante und vor allem meine Großeltern. Sie haben mich früher immer zum Training gefahren und abgeholt.“
Am Samstag hatte der Jubilar noch einen Score von 74 notiert. „Da hat vor allem mein kurzes Spiel nicht funktioniert. Deswegen habe ich am Abend noch mit unserem Coach Peter Wolfenstetter auf dem Putting-Grün trainiert. Am Sonntag habe ich das gemerkt, die Putts sind einfach gefallen“, freut sich Marian Ludwig. Das Ergebnis: eine 66, trotz Bogey auf Bahn eins („Das war einfach Pech“). Ein rundum gelungenes Wochenende also für ihn – und für sein Team. Der GC Am Habsberg wurde Spieltags-Sieger (-8).
Zweiter wurde in DGL-Runde drei in der Oberpfalz der Frankfurter GC (-3). Trainer Jan Pelz: „Wir haben unser Ziel für diesen Spieltag voll erfüllt und gehen mit drei Punkten Vorsprung auf München, mit einem Punkt Vorsprung auf Habsberg und mit einem Punkt Rückstand auf St. Leon-Rot in unseren Heimspieltag in zwei Wochen und sind eigentlich genau da, wo wir sein wollen.“ Zudem freute sich der FGC-Coach über die geschlossene Teamleistung sowie die des Debütanten Lukas Lange, der eine +2 im Einzel am Sonntag ablieferte.
Nach drei Spieltagen ist es bei den Männern im Süden nun so richtig spannend: Auf Platz eins bleibt der GC St. Leon-Rot (12), der die ersten beiden Spieltage dominiert hatte. „Es war lange Zeit sehr eng, am Ende waren wir einfach nicht gut genug. Aber wir haben einige Erkenntnisse gewonnen, die wir mit in den nächsten Spieltag nehmen. Aber natürlich war das bitter und macht nicht so viel Spaß. Trotzdem Glückwunsch an Habsberg zum Heimsieg“, resümiert SLR-Trainer Marco Müntnich.
Knapp hinter St. Leon-Rot liegen der Frankfurter GC (11), der GC Am Habsberg (10) sowie der Münchener GC (8). Lediglich der GC Augsburg befindet sich weiterhin mit nur vier Punkten auf dem Abstiegsplatz; der Klassenerhalt dürfte nur schwer zu schaffen sein. Das Auftaktspiel der deutschen Fußball-Nationalmannschaft bei der WM in Amerika schauten sie am Abend dann doch fast alle – und viele gute Freunde bleiben in der DGL eben doch erst einmal weiterhin Konkurrenten.
Weitere Stimmen:
Michael Heffner, Trainer Frauen GC Fürth: „Meine Bilanz fällt natürlich nicht so gut aus. Man sieht, dass bei allen Spielerinnen die Ergebnisse durch einen anspruchsvollen Platz und auch sehr anspruchsvolle Bedingungen durch den Wind nach oben gehen. Bei uns allerdings noch ein bisschen mehr. Das gilt es jetzt zu analysieren. Die Tabellensituation ist klar: Wir müssen jetzt zweimal gut spielen, dann haben wir noch eine Chance, den Klassenerhalt zu schaffen.“
Peter Wolfenstetter, Trainer Männer GC Am Habsberg: „Das war heute ein holpriger Start von uns, alle waren nervös, aber wie die Jungs das hinten zusammengehalten haben, war toll. Ich bin superhappy und stolz auf meine Jungs. Jetzt ist die Liga wieder spannend geworden. Schauen wir mal, was in zwei Wochen in Frankfurt passiert.“
Arne Dickel, Trainer Männer Münchener GC: „Unsere Mannschaft ist von den Namen her eigentlich so gut wie noch nie, aber uns fehlen in dieser Saison einfach mehrere tiefe Scores vorne in den Einzeln. Das war auch am Samstag am Habsberg so. Klar spricht die Tabellensituation jetzt erst mal nicht unbedingt für uns, aber wir haben am letzten Spieltag Heimrecht und können dann erstmals in Bestbesetzung antreten.“









