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Emil Riegger vom GC Hubbelrath steht in der Top 32 | © DGV/STEBL

Riegger und Rieger steigen auf

Hoylake/England – Tjelle Rieger und Wolfgang Glawe waren sicher im Cut. Tim Wiedemeyer, Nils-Levi Bock und Emil Riegger mussten sich dagegen im Stechen am frühen Mittwochmorgen beweisen. Dieses Playoff gab schon einen Vorgeschmack auf alle Emotionen, die an den weiteren Tagen auf Athleten und Coaches warten.
 

Bundestrainer Ulrich Eckhardt hatte schon kurz nach Aufgang der Sonne am Ufer der Irischen See Puls. 21 Spieler, davon drei aus Deutschland, standen sich gegenüber. „Ein Showdown wie in einem Western, so kam es mir vor“, war der Coach beeindruckt, obwohl er schon bei etlichen Turnieren die Talente des Golf Team Germany begleitet hat und daher mit einigem Recht als routiniert bezeichnet werden darf.
 

Nach der Auslosung der Reihenfolge ging es gleich im ersten Flight für Nils-Levi Bock raus. Es war noch recht frisch, regnete leicht und  auch der Wind war spürbar. Alles kein Hindernis für den Athleten aus St. Leon-Rot, der trotz aller Hürden ein Birdie spielte und damit schon sicher in den Matchplays war.
 

Emil Riegger vom GC Hubbelrath lag wenige Minuten später zwar im Rough, löste die Aufgabe aber mit einem soliden Par und zog weiter auf das zweite Extraloch.
 

Einzig Tim Wiedemeyer konnte das Bogey zur Morgenstund nicht verhindern und war damit nicht bei den zehn Glücklichen, die das erste Loch in Par oder Birdie gespielt hatten.
 

Alles Matchplay

64 Talente aus aller Welt hatten den Sprung in die Matchplays geschafft. Emil Riegger vom GC Hubbelrath traf auf Louis Klein aus der Tschechischen Republik und hatte gleich ein richtig hartes Duell zu bestehen. Beide Athleten zeigten viele gute Schläge. Klein hatte am Anfang etwas die Nase vorne, weil seine Eisen nahezu perfekt waren und er oft dicht am Stock lag. Auf den Bahnen 7 und 11 sicherte sich der Tscheche mit zwei Birdies die Führung. Aber auch Emil Riegger zeigte gute Schläge und lochte etliche Putts, sodass er mit seinem Birdie auf dem 16. Grün die Führung auf 2auf erhöhte. Dem Birdie folgte bei Riegger ein Bogey und so hatte Klein auf der 18 noch die Chance, den Ausgleich zu erzielen.
 

Die Schläge ins 18. Grün waren nahezu identisch. Beide hatten noch knapp zehn Meter zur Dose, beide spielten ihr Par. Emil Riegger durfte sich nach überstandenem Playoff auch noch über den Aufstieg in die Top 32 freuen.
 

In dieser trifft der Hubbelrather am Donnerstag um 7.48 Uhr Ortszeit auf den Esten Kevin Jegers, der sein erstes Match gegen den Belgier Jarno Tollenaire glatt mit 3&2 gewonnen hatte.
 

Das Match von Emil Riegger gegen den Youngster, der schon lange als tschechisches Wunderkind gehandelt wird, hatte Ulrich Eckhardt auf sehr hohem Niveau gesehen: „Die haben sich wirklich bis zur 18 gebattled, mit dem besseren Ende für Emil. Das war ja wirklich sehr, sehr knapp. Mit 1auf zu gewinnen, ist natürlich immer schön, aber auch sehr anstrengend. Emil hat das super gemacht, gerade zum Schluss raus hat er Louis Klein dann abgekocht. Das Turnier kann für Emil noch weit gehen. Ich bin von dessen Spiel sehr angetan.“
 

Rieger weiter in großer Form


Tjelle Rieger ist der zweite Bundesadler, der in die Top 32 aufgestiegen ist. Der Sieg war der Lohn dafür, dass der Wahl-Kurpfälzer auch am dritten Wettkampftag seine ausgezeichnete Form bestätigte. „Mein Spiel hat sich zwar nicht ganz so knackig gut angefühlt wie gestern, aber meine Scoring Ability heute war einfach sehr, sehr gut. Im Matchplay hilft natürlich auch immer, wenn man auch mal ein bisschen dreckig Löcher teilt und gewinnt“, war für Tjelle Rieger die Welt in Ordnung.

Der Athlet des GC St. Leon-Rot ging früh mit 2auf in Front. Von da an schwankte es etwas, aber zu keinem Zeitpunkt schaffte der sturmerprobte Brite vom Royal Lytham & St. Annes GC, das Blatt zu wenden. Jamie van Wyk lag öfter sogar 3down, sodass der Sieg für Tjelle Rieger mit 2auf letztlich mehr als verdient war.


„Das war ein Match auf hohem Niveau. Zur Crunchtime war es echt nochmal ein ordentlicher Fight. Die 16 haben wir mit Eagle geteilt, um weiterzugehen. Der Engländer hatte vorher auch mal drei Birdies in Serie eingestreut. Wir haben uns gegenseitig nichts geschenkt, aber ich konnte am Ende in den richtigen Momenten die richtigen Entscheidungen treffen und gute Schläge machen. Ich bin jetzt sehr erleichtert, dass ich eine Runde weiter bin. Morgen werde ich wieder alles in die Waagschale werfen“, freut Rieger sich schon auf das anstehende Duell gegen Arthur Carlier. Um 8.15 Uhr steht der Vergleich mit dem Franzosen an, der gegen den Schotten Nialls Shiels mit 4&3 wenig Mühe hatte.
 

„Tjelle Rieger hat heute wieder an seine starken Leistungen angeknüpft. Er hat den Engländer im Prinzip immer im Griff gehabt, auch wenn der Engländer immer wieder zurückgekommen ist. Mit Birdies und Eagles hat er ihn niedergerungen und hat deshalb sehr verdient gewonnen“, lobte der Bundestrainer die erneut großartige Leistung von Tjelle Rieger.
 

Aus statt Silber


Wolfgang Glawe lieferte sich mit Matthew McClean einen famosen Wettstreit. Die Zuschauer, die sich dieses Duell ausgesucht hatten, bekamen Spitzengolf auf sehr hohem Niveau zu sehen. Der Hubbelrather unterlag dem Iren mit 2&1, obwohl er insgesamt bei fünf unter Par lag. „Vorwerfen kann ich mir heute nicht viel, außer dass ich am Anfang ein paar Chancen habe liegen gelassen“, war der Athlet, der bald ins Profilager wechseln wird, mit seiner Leistung einverstanden.

Auch der Bundestrainer zollte seinem Schützling großen Respekt: „Wolfgang hat einen schwierigen Gegner gehabt, einen erfahrenen Iren, der ihn leider auf der Back Nine etwas auseinandergenommen hat. Wolfgang lag fünf unter Par und verliert trotzdem auf der 17. Das ist natürlich schade, aber leider auch nicht zu ändern. Im Lochspiel geht es halt nun mal leider so, da kann man nichts machen. Du triffst auf jemanden, der an dem Tag besser ist und dann ist das Turnier vorbei. Sehr, sehr schade. In einem reinen Zählspiel wäre Wolfgang jetzt wahrscheinlich auf die silberne Position geklettert.

Momentum zählt


Nils-Levi Bock traf auf den Schweden Edwin Askersfors. Nach seinem starken Frühstart in den Tag hatte der Skandinavier nach und nach seine Führung ausgebaut und gewann mit 4&3 gegen den SLR-Athleten. „Nils hat leider im Matchplay heute nicht zu seinem Spiel gefunden. Daher konnte er auf den Schweden keinen wirklichen Druck ausüben. Das war nicht zwingend genug heute Nachmittag, obwohl er an den anderen Tagen wirklich sehr, sehr stabil und ordentlich gespielt hat. Heute war es sicher nicht sein bester Tag“, so Bundestrainer Ulrich Eckhardt.

 


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