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Ein übliches Bild: der letzte Putt war meist so kurz, weil längere Putts auf diesen sehr komplexen Grüns nur selten fallen wollen | © DGV/STEBL

Momentum kommt, Momentum geht

Singapur – Das Team um Bundestrainerin Nicole Gögele hatte erneut die späteste Startzeit und so ging es wieder in der Mittagshitze, als die Sonne am Äquator im Zenit stand, von Tee 10 auf die Runde. Die drei Athletinnen hatten sich für diesen Tag vorgenommen, im Klassement zu klettern und zunächst war das Momentum auch mit den Bundesadlern. Nach drei gespielten Löchern waren schon drei Birdies in Schwarz-Rot-Gold gefallen und das Junior Team Germany schickte sich an, nicht nur den ersehnten Sprung in die Top Ten zu schaffen, sondern auch den Anschluss an die noch besser platzierten Team herzustellen.


Chiara Horder lag nach Birdies auf den Löchern 11 und 12 bei „zwei unter“ und Paula Schulz-Hanßen zog mit einem Birdie auf Loch 14 nach, nachdem sie schon auf dem Grün 11 zum Birdie eingelocht hatte. So kurz nach dem Start als Team vier unter Par zu liegen, machte der Bundestrainerin große Freude und sorgte für einen ordentlichen Sprung im Klassement nach oben.

Aus dem Nichts

Doch so sollte es nicht weitergehen. Wie aus dem Nichts meldeten sich nun Bogeys an und so zerrann der hervorragende Start schon bald wieder zwischen den Fingern der Athletinnen. Paula Schulz-Hanßen hatte schon auf der Front Nine mit zwei Bogeys ihren Score wieder auf Even Par gestellt und bei Chiara Horder dauerte es bis Loch 3, also der zwölften Bahn, bis zwei Bogeys die Birdies wieder neutralisierten.
 

Charlotte Back hatte sich bis dahin als Konstanz in Person präsentiert und Loch für Loch jeweils ein Par nach dem anderen notiert. Wie ein Uhrwerk war Back praktisch immer auf dem Fairway und in Regulation auch auf dem Grün, schaffte es an diesem Tag aber nicht, den Ball zu einem Birdie auf den Weg zu bringen. Der Putter, der schon gestern den Unmut der Bundestrainerin auf sich gezogen hatte, blieb auch am dritten Wettkampftag absolut kalt. Mit dem ersten und einzigen Bogey von Charlotte Back war die einzige Abweichung vom Par schon aktenkundig.
 

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Der Rest des Tages war ein zäher Kampf um jeden Schlag, zumal die Athletinnen um kurz vor 16 Uhr wegen eines Gewitters vom Platz geholt wurden. Eine Stunde später ging es weiter, aber danach tat sich bei den Bundesadlern nichts mehr, was der Runde noch eine neue Wendung hätte geben können.
 

Am Ende kam Paula Schulz-Hanßen Even Par ins Clubhaus und die beiden anderen Athletinnen hatte eine 73 (+1) unterschrieben. Mit gesamt +3 für das Turnier fällt Deutschland in der Gesamtwertung auf den 20. Platz zurück. Der Rückstand auf die Top Ten ist vor der Finalrunde auf neun Zähler angewachsen, weil einige Teams diesen dritten Wettkampftag zum Moving Day machten. Schweden, Frankreich und die Philipinen waren an diesem Tag acht Schläge besser und die Tschechische Republik schoss mit 134 Schlägen (-10) den Vogel ab.

Gesamtbild

Südkorea verteidigte mit gesamt -16 seine Führung durch ein weiteres Teamergebnis von drei unter Par (141). Der bislang einzige Eagle dieser WM geht auf das Konto der Asiatinnen. Die 18-jährigen Ajin Sung, die in diesem Jahr einen überzeugenden Sieg beim ANNIKA Invitational Asia feierte, begann ihre Runde mit drei Birdies auf den ersten vier Löchern und versenkte auf Loch 12, einem Par 4, ihren zweiten Schlag aus 134 Meters zum Eagle.

Der Titelverteidiger hat somit vor dem vierten und letzten Akt drei Schläge Vorsprung auf die USA und könnte das erstes Land seit 2012 werden, das zwei WM-Titel in Folge gewinnt. Damals war es ebenfalls Südkorea gelungen, zunächst 2010 im Buenos Aires GC (Argentinien) und zwei Jahre später im Gloria GC in der Türkei zu gewinnen.
 

Hinter Südkorea wird es richtig eng und so haben noch etliche Teams die Chance, zumindest einen Podiumsplatz zu erspielen.
Spanien und China teilen sich mit zwölf unter Par den dritten Platz. Ying Xu führte die Chinesinnen am dritten Tag an. Die 16-jährige kam vier unter Par (68) ins Recording.
Bei Top-Favorit Spanien brachten am dritten Wettkampftag Carolina López und Europameisterin Paula Martin Runden mit 71 respektive 72 Schlägen ins Clubhaus.
 

England und Schweden liegen mit einem weiteren Schlag Rückstand bei elf unter Par auf dem geteilten fünften Platz. Gastgeber Singapur liegt mit einem Schlag über Par auf dem geteilten 17. Platz.

Deutsche Stimmen

Bundestrainerin Nicole Gögele war kurz nach dem letzten Putt schon wieder im Angriffsmodus: „Wir sind sehr gut in den Tag gestartet, haben dann aber das Momentum etwas verloren. Die Stimmung ist jetzt direkt nach der Runde nicht so gut, aber wir werden alles versuchen, um morgen nochmal tief zu gehen.“
 

Auch Paula Schulz-Hanßen ist mit dem bisher erreichten nocht zufrieden und setzt auf die Finalrunde: „Ich bin heute wieder sehr geduldig geblieben, was geholfen hat. Aber leider hatte ich nicht genug gute Birdiechancen und so ist es dann bei einer Even-Par-Runde geblieben. Morgen müssen wir einfach so tief gehen wie möglich, um nochmal ein paar Plätze gut zu machen.“
 

Charlotte Back war die Konstanz in Person, denn 17 mal versenkte sie ihren Ball zum Par: „Es war im langen Spiel heute sehr solide. Ich habe viele Fairways und Grüns getroffen, jedoch keinen Putt gelocht, was es heute auf Dauer dann sehr zäh gemacht hat. Morgen können natürlich ein paar mehr Putts fallen und dementsprechend mehr Birdies. Die Möglichkeiten gibt es und man muss sie auch nutzen.“

Startzeiten

Am Finaltag spielt das deutsche Team gemeinsam mit Südafrika und Thailand. Es wird ein langer Tag werden, denn schon um 7.48 Uhr geht Chiara Horder auf die Runde. Elf Minuten später teet Charlotte Back auf und um 8.10 Uhr ist Paula Schulz-Hanßen der letzte Bundesadler, der von Tee 1 in die vierte und letzte Wettkampfrunde startet.

Für die meisten Athletinnen geht es am Abend noch zum Flughafen, wo die Heimreise startet. Ein großer Teil des Feldes fliegt zurück in die USA, wo am Collegegolf schon die nächsten Aufgaben warten.

Auf eine formelle Closing Ceremony wird bei dieser Team-WM verzichtet. Die Siegerehrung wird der offizielle Abschluss des Turniers sein, nachdem die letzten Teams ihre Finalrunden beendet haben. Die letzten Athletinnen der drei führenden Nationen Südkorea, USA und China werden um 12.58 Uhr in die Finalrunde starten. Mit etwas Glück könnte das Feld an einem der eher seltenen Tage, an denen es keine Gewitter in Singapur gibt, ohne Unterbrechung spielen

Singapur Funfact IV

Die „Supertrees“ in den Gardens by the Bay sind Bauwerke mit einer Höhe bis zu 50 Meter. Darin vereint sind Architektur und Ökologie. Diese künstlichen und kunstvollen Bäume sind komplex angelegte, vertikale Gärten, tragen hunderte Pflanzenarten, speichern Regenwasser und erzeugen fast nebenbei auch noch Solarenergie. Nachts werden sie regelmäßig mit aufwendigen Lichtshows inszeniert. Die Supertrees gelten als Symbol für Singapurs Anspruch, Hightech und Nachhaltigkeit zu verbinden.
 

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