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Erneut Gold für den Krefelder GC
Erneut Gold für den Krefelder GC | © Langer Sport Marketing

Krefeld verteidigt den Titel

Am Sonntag kam es beim Finale der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Damen AK 50 im GolfResort Semlin am See zur Wiederauflage des Vorjahrsfinals. Der Titelverteidiger aus Krefeld traf auf den G&LC Berlin-Wannsee, Sieger der Jahre 2022 und 2023. Mit einer Veränderung: Den Heimvorteil, den das Team vom Niederrhein im vergangenen Jahr hatte, gab es nicht mehr. Eher im Gegenteil, denn die Bühne des Finals im Havelland dürfte den Wannseer Spielerinnen vertrauter sein als den Konkurrentinnen aus dem Westen der Republik.

 

Dass Krefeld auch in der Ferne brillieren kann, wurde im Turnierverlauf allerdings schnell deutlich. Das Team um Kapitän Ulrich Knappmann gewann zunächst die Zählspielqualifikation und setzte sich in der Folge erst deutlich gegen den GC Westerwald und dann in einer spannenden Halbfinalpartie knapp gegen den GC Hösel durch. Die Berlinerinnen hatten sich mit einem Sieg über den GC Chieming in die Vorschlussrunde gespielt und gewannen das Halbfinale in einem Playoff-Thriller gegen den GC Neuhof.

Irre Wende im Vierer

Anders als am Samstag ging es in den Partien um die Medaillen am Sonntag wieder über 18 Löcher zur Sache. Wie gravierend der Unterschied zwischen der halben und vollen Distanz sein kann, zeigte das Vierer-Match zwischen dem Krefelder Duo um Désirée Spandau und Sylwia Schultz gegen Susanne Hartmann und Natalja Poreike. Das Wannseer Duo kam spielstark in die Partie und führte nach neun Löchern bereits mit 4 auf, doch auf den zweiten Neun erfolgte eine beeindruckende Wende. Loch für Loch kämpften sich die Krefelderinnen zurück und entschieden die enorm spannende Eröffnungspartie mit 1 auf auf der 18.

 

Fast zeitgleich endeten die beiden ersten Einzelbegegnungen mit relativ deutlichen Ergebnissen. Nationalspielerin Sibylle Gabler sicherte sich im ersten Einzel gegen Anke Kopecky mit 4&3 den ersten Punkt für ihr Team, doch Petra Schläger, die mit 6&5 über Susanne Bernt triumphierte, sorgte schnell wieder für die Krefelder Führung. Das Finale endete mit zwei klaren Krefelder Punkten: Susanne Engels gewann mit 3&2 gegen Edda Fauck und Anja Heilingbrunner besiegte Chris Utermarck mit 4&3. Am Ende stand ein souveräner 4:1-Sieg für den alten und neuen Deutschen Meister zu Buche.

Stolz über die Titelverteidigung

„Wir sind sehr glücklich darüber, dass wir den Titel verteidigen konnten“, sagte Team-Kapitän Ulrich Knappmann. „Unser Vierer hat ein unglaubliches Match abgeliefert und aus einem deutlichen Rückstand noch einen Punkt geholt. Das war einfach nur sensationell. Wir haben diese Konstellation neu ins Leben gerufen, und das hat offensichtlich sehr gut funktioniert. Die beiden sind gut befreundet, und ich weiß, wie wichtig es ist, im Vierer den ersten Punkt zu holen. Wir haben uns gleich auf die Heimreise gemacht, die große Feier werden wir bei unserem Mannschafts-Abschiedsabend nachholen, da freuen wir uns alle schon sehr darauf. Die Veranstaltung hat unglaublich viel Spaß gemacht – vom Platz über das Hotel bis zur Organisation. Ich war hier bereits zum sechsten Mal in den vergangenen 19 Jahren bei einer Veranstaltung und jedes Mal bin ich aufs Neue begeistert.“

Hösel holt Bronze

Mit der Bronzemedaille verabschiedete sich der GC Hösel aus Semlin. In einem spannenden Spiel um Platz 3 hieß es am Ende 3:2 für die Höselerinnen. Ann Bär und Hongyan Wu-Brinkmann triumphierten im Vierer mit 5&4 über Silvia Schulz und Eva-Maria Fünfstück, und im Anschluss sorgte Marie-Theres Zeitz mit 4&2 gegen Elke Zollweg für den zweiten Punkt. Doch Neuhof kam noch einmal zurück. Britta Schneider setzte sich mit 2&1 gegen Cornelia Trauschke durch, ehe Anja Lundberg durch ein 5&4 gegen Dorothee Pohlmann den Ausgleich schaffte. Den Schlusspunkt setzte dann Claudia Falkenberg aus Hösel, die mit dem letzten Putt ihre Begegnung gegen Sabine Zipf mit 1 auf für sich entscheiden konnte.

„Besser hätten die Bedingungen bei den DMM in Semlin kaum sein können: eine tolle Golfanlage, nette Gastgeber, perfektes Wetter und entschlossene, spielstarke und gut gelaunte Damen in Höseblau“, freute sich Team-Kapitänin Martina Fäser. „Nachdem wir uns im Zählspiel für den Flight A qualifizieren konnten, war die Mannschaft nur schwer zu bremsen. Einzig der Titelverteidiger aus Krefeld hatte bei den Matchplays knapp die Nase vorn. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit dem letzten Putt auf der 18 gegen den GC Neuhof gewinnen konnten und stimmen nun ein zünftiges Liedchen an.“

Im Spiel um Platz fünf ging der GC Hamburg-Wendlohe mit 3 zu 2 über den GC Leverkusen als Sieger hervor. Das Duell um Platz sieben zwischen dem GC Chieming und dem GC Westerwald endete mit einem Remis.

 

Ergebnisse: DMM Damen AK 50

Das Format

Der dynamische Modus der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften hat sich in den vergangenen Jahren etabliert. Für das Bundesfinale qualifizieren sich insgesamt 16 Teams. Zum Auftakt steht eine Zählspiel-Qualifikation auf dem Programm, in der alle sechs Spielerinnen einer Mannschaft eine 18-Loch-Runde absolvieren. Die besten fünf Ergebnisse fließen in die Wertung ein. Die acht stärksten Teams ziehen anschließend in Gruppe A ein und spielen um den Titel, während die übrigen Mannschaften in Gruppe B um die Plätze neun bis 16 kämpfen.

 

Der zweite Turniertag steht im Zeichen des Matchplays: Jede Mannschaft bestreitet dabei zwei Runden, bestehend aus einem Vierer und vier Einzeln über jeweils neun Löcher. Am Finaltag wird das Format noch einmal angepasst: Die Partien um die Plätze eins bis vier werden über 18 Löcher ausgetragen, während in allen weiteren Begegnungen maximal neun Löcher gespielt werden. So entsteht eine spannende Mischung – ein Wettbewerb, der zwar über drei Tage läuft, aber dank des Formats temporeich und mitunter überraschend schnell entschieden wird.

Der Platz

Das GolfResort Semlin am See liegt in der Havellandschaft bei Rathenow, rund 100 Kilometer westlich von Berlin. Die von Christoph Städler konzipierte 27-Loch-Anlage besteht aus drei kombinierbaren 9-Loch-Plätzen und bietet damit vielfältige Spielvarianten. Charakteristisch sind breite Fairways, Wasserhindernisse und ondulierte Grüns, die sowohl Freizeitgolferinnen als auch erfahrenen Spielerinnen passende Herausforderungen bieten. Zum Resort gehören außerdem ein Hotel, eine Akademie, Gastronomie und Tagungsräume. Im vergangenen Jahr diente der Platz als Bühne für die DMM AK 50 der Herren.

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