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Major-Titel Nummer drei fest im Blick: Nelly Korda. | © USGA/Dustin Satloff

Korda vor Major-Start: „Ich hasse es, Fehler zu machen“

Es heißt oft, die wahre Größe eines Champions zeige sich im Umgang mit Niederlagen und Krisen. In der Fähigkeit, einen verpassten Triumph zu verarbeiten, aus einer herben Enttäuschung neue Motivation zu schöpfen und anschließend gestärkt zurückzukommen. So, wie Rory McIlroy in diesem Jahr beim Masters, nachdem er jahrelang immer wieder knapp am fünften Major-Titel und dem Traum vom Augusta-Sieg gescheitert war. Wie Tennisstar Novak Djokovic, der im Jahr 2011 bereits drei von vier Grand-Slam-Turnieren gewonnen hatte, aber fünf weitere Jahre warten musste, um auch bei den French Open in Paris zu triumphieren. Wie die deutsche Fußball-Nationalmannschaft, die zwischen 2006 und 2012 bei allen großen Turnieren mindestens das Halbfinale erreichte, immer wieder knapp am großen Coup scheiterte – und 2014 endlich Weltmeister wurde. 

Der verpasste Traum von der Womens US Open

Nelly Korda könnte es eines Tages genauso gehen, wenn es irgendwann doch noch klappen sollte mit dem Sieg bei der US Womens Open, von dem sie seit ihrer Kindheit träumt. Vor ein paar Wochen in Erin Hills stand sie bereits kurz davor. Zwei Schläge fehlten ihr am Ende auf Siegerin Maja Stark – vor allem auf den Grüns ließ sie diese liegen. Zurück bleibt eine schmerzhafte Erinnerung. „Einfach nur herzzerreißend“, beschreibt Korda ihren zweiten Platz. „Aber so ist Golf. Viele von uns sind Perfektionisten. Wenn ein Platz dich dann so dominiert, ist das kein gutes Gefühl.“

Hungrig auf Major-Titel Nummer drei

Drei Wochen später richtet sich der Blick nach vorn. An diesem Wochenende will es Korda bei der KPMG Women’s PGA Championship besser machen und ihren ersten Major-Titel des Jahres feiern. Gespielt wird im Fields Ranch East in Frisco, Texas. „Ich glaube, sowas macht einen nur hungriger“, sagt Korda am Rande ihrer Vorbereitungen. „Ich hasse es, Fehler zu machen. Natürlich liebe ich es, zu gewinnen – auch wenn man das nicht oft tut. Aber im Titelrennen zu sein, das Adrenalin auf der 18 zu spüren, das ist es, warum ich diesen Sport liebe. Das ist es, was mich antreibt, zurückzukommen, härter zu arbeiten, mich wieder in diese Position zu bringen.“ Die eigene Leistung in Erin Hills bewertet Korda differenziert – und durchaus positiv trotz der bitteren Niederlage: „Ich war im Rennen, ich war mittendrin. Das ist eine gute Sache. Man kann es negativ sehen, aber ein paar Wochen später kann ich es auch als Antrieb nutzen. Und hoffentlich macht es mich hungriger.“

Warten auf den ersten Titel 2025

Nach ihrer dominanten Saison 2024, in der sie sieben Titel gewann – darunter ihr zweiter Major-Erfolg bei der Chevron Championship – wartet Korda in diesem Jahr noch auf ihren ersten Sieg. 15 verschiedene Siegerinnen hat es 2025 bislang auf der LPGA-Tour gegeben, Mao Saigo und Maja Stark gewannen die ersten beiden Majors. Korda steht noch ohne Erfolg da. „So ist Golf“, sagte sie. „Jedes Jahr ist anders. Letztes Jahr kam ich mit fünf Siegen zu diesem Turnier, auch Hannah Green hatte da schon mehrfach gewonnen. Das Niveau steigt immer weiter. Man muss die Welle eben reiten.“

Starke Konkurrenz und Probleme mit dem Nacken

Aktuell kämpft Korda nicht nur mit starker Konkurrenz, sondern auch mit einer körperlichen Einschränkung. Beim Training am Montag zog sie sich einen schmerzhaften Nackenkrampf zu, nachdem sie aus dem Rough schlagen wollte. Den Champions-Abend ließ sie deshalb ausfallen. Am Dienstag zeigte sie sich mit Kinesiotape am Hals, aber zuversichtlich: „Ich fühle mich besser. Ich denke nicht, dass es am Donnerstag ein Problem sein wird.“

Ein Lego-Set von einem Fan

In Frisco will die 25-Jährige nicht nur die Erinnerung an Erin Hills abschütteln, sondern auch an ihrer eigenen Geschichte weiterschreiben. Und manchmal hilft dabei ein unerwarteter Moment. Am Dienstag schenkte ihr ein junger Fan ein Lego-Set – ein kurzer Moment der Freude. „Solche Begegnungen nähren meine Liebe für den Sport“, sagt Korda. „Und wenn du gegen die besten Spielerinnen der Welt antrittst, läuft am Ende alles auf eine Frage hinaus: Willst du das wirklich? Diese Frage musst du dir selbst beantworten.“ Auf Kordas Antwort an diesem Wochenende darf man gespannt sein – und darauf, ob sie nach der Enttäuschung bei der US Womens Open schon jetzt stärker zurückkommt. 

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