Karg: „Habe gelernt, wie wichtig mein Umfeld ist“
Die Saison 2025 auf der LET Access Series (LETAS) endete für Hannah Karg mit einem Gefühlsmix aus Dankbarkeit, Stolz und neuer Motivation. „Ich blicke mit einem Mix aus Dankbarkeit und neuer Motivation auf meine erste Saison als Profi zurück“, sagt die 25-Jährige aus dem National Team Germany im Gespräch mit Golf.de. „Das Jahr war spielerisch nicht mein bestes, aber ich konnte unglaublich viele wertvolle Erfahrungen sammeln.“
Die Konkurrenz auf der LETAS habe sie früh überrascht, erzählt sie: „Ich habe relativ schnell gemerkt, wie stark die LETAS ist. Das Niveau ist extrem hoch. Jede Woche musst du dein bestes Golf spielen, um vorne mitzuspielen.“
Trotz aller Herausforderungen zeigte Karg eine starke Premierensaison: In 19 Turnieren schaffte sie 14 Cuts und landete dreimal in den Top Ten. In der Order of Merit belegte sie am Ende Rang 20 – eine eindrucksvolle Bilanz für ein Rookie-Jahr.
Starke Finishes und mentale Entwicklung
Karg ist besonders stolz auf Turniere, bei denen sie sich nach einem schwierigen Start zurückkämpfte: „Ich bin besonders stolz auf die Turniere, bei denen ich mich mit einer starken Runde für die Finalrunde qualifiziert habe und in der Finalrunde noch Plätze gutgemacht habe. Meine mentale Stärke, an der ich intensiv gearbeitet habe, hat sich vor allem in diesen Momenten gezeigt.“
Verbesserungspotenzial sieht sie vor allem in ihren eigenen Erwartungen – ein Thema, mit dem viele junge Profis zu kämpfen haben: „Nach einem sehr erfolgreichen letzten Jahr hatte ich automatisch gewisse Erwartungen an mich selbst. Wenn dann nicht sofort ein Sieg gelingt, fällt es manchmal schwer, im Hier und Jetzt zu bleiben und die kleinen positiven Aspekte zu sehen.“

Highlights: Portugal & Ägypten
Ihr sportliches Highlight des Jahres war die Super Bock Ladies Open in Portugal. „Ich habe schon in den Einspielrunden gemerkt, dass mir der Platz liegt – sowohl optisch als auch spielerisch“, sagt Karg rückblickend über ihren dritten Platz.
Auch die darauffolgende Woche bei der Allegria Ladies Open in Ägypten (T10), bei der sie von DGV-Trainer Micha Terwort begleitet wurde, zählt sie zu ihren stärksten Phasen: „Das waren zwei wirklich starke und lehrreiche Wochen.“
Ein Jahr, das den Blick geschärft hat
Neben der sportlichen Entwicklung war für die Hamburgerin das größte Learning jedoch ein persönliches: „Vor allem dieses Jahr habe ich gelernt, wie wichtig mein Umfeld ist. Mein Trainer Luis Schmid, meine Teamkolleginnen in Falkenstein und die Mitglieder, die mich sogar aus der Ferne unterstützen, helfen mir enorm dabei, mein Spiel zu verbessern.“
Auch das viele Reisen, das den Alltag einer Profisportlerin prägt, liegt ihr mehr, als sie erwartet hatte: „Man lebt eigentlich dauerhaft aus dem Koffer, aber genau das gefällt mir. Ich freue mich immer wieder aufs Heimkommen und das Training in Falkenstein, aber genauso freue ich mich auf jedes neue Turnier.“
Material-Bilanz 2025
Lieblingsschläger: „Mein 58°-Wedge, besonders für Entfernungen von 40 bis 60 Metern. In Drucksituationen war das mein absoluter Go-to-Schläger.“
Schläger, der Probleme machte: „Erstaunlicherweise mein Driver. Eigentlich zählt er zu meinen Stärken, aber dieses Jahr war er etwas inkonstanter.“
Wie geht es weiter?
Bevor im Dezember die Final Stage der LET Q-School wartet, liegt der Fokus erst einmal auf Feinschliff und frischer Energie: „Neben meinen Einheiten in Falkenstein fliege ich diese Woche mit dem Profikader nach Spanien. Dort will ich mein Spiel schärfen und mental frisch bleiben.“
Für die Q-School reist sie am 10. Dezember an, ihre erste Runde spielt sie am 16. Dezember.











