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Ehre für Bernhard Langer (Archiv)
Ehre für Bernhard Langer (Archiv) | © golfsupport.nl/Lawrence Iles/ism

Große Ehre für Langer, Kordas Traum und Siems Emotionen

J.T. Poston sah wie der sichere Sieger aus, dann wie der große Verlierer – und schlussendlich war der Amerikaner doch noch derjenige, der den Siegerpokal beim Memorial Tournament von Gastgeber Jack Nicklaus in Empfang nehmen durfte. Der nun viermalige PGA-Tour-Sieger aus Georgia setzte sich an einem langen Finaltag, an dem noch ein Großteil der wegen Regens ausgefallenen dritten Runde nachgeholt werden musste, im Stechen gegen Ryan Gerard durch.

 

Als Sechster kam der momentane Überflieger Alex Fitzpatrick ins Ziel und sicherte sich ein weiteres lukratives Top-Ergebnis beim Signature Event in Ohio. Das Kuriose: Über weite Strecken des Turniers musste der jüngere Bruder von Major-Sieger Matt Fitzpatrick auf seinen Driver verzichten. „Seit dem 13. Loch am Donnerstag habe ich praktisch ohne meinen Driver gespielt“, erklärte Fitzpatrick. „Er ist tatsächlich in der Tasche kaputtgegangen. Der Schaft ist einfach gebrochen. Ich hatte zwar noch einen Ersatzschläger dabei, aber der fühlt sich überhaupt nicht gleich an. Deshalb habe ich sehr oft zum 3-Holz gegriffen. Ehrlich gesagt hatte ich nicht das Gefühl, noch eine Chance zu haben, aber ich habe weiterhin großartige Schläge gemacht und wurde dafür belohnt.“

Große Ehre für Langer

Eine besondere Ehre für Bernhard Langer: Der zweimalige Masters-Sieger wurde als offizieller Ehrengast („Honoree“) des Memorial Tournament 2027 ausgewählt. Langer blickt auf 126 Profi-Siege weltweit zurück, darunter die Masters-Titel von 1985 und 1993. Noch heute ist der Deutsche auf der PGA Tour Champions aktiv und hält mit 47 Erfolgen den Rekord für die meisten Siege auf der Seniorentour.

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„Ich habe Bernhard zum ersten Mal bei einem Exhibition-Turnier in München kennengelernt und mit ihm gespielt, als er 16 Jahre alt war“, sagte Nicklaus. „Schon damals zeigte er großes Potenzial, und ich habe seinen Weg verfolgt, während er sich zu einem Weltklassespieler entwickelte. Bernhard kann auf eine außergewöhnlich lange und erfolgreiche Karriere zurückblicken – wahrscheinlich so erfolgreich wie kaum ein anderer Golfer in der Geschichte unseres Sports. Es ist beeindruckend zu sehen, dass er auch heute noch auf diesem Niveau konkurrenzfähig ist. Wir freuen uns sehr, die Gelegenheit zu haben, ihn beim Memorial Tournament 2027 zu ehren.“

Korda unwirklich dominant

Es war ihr nächster großer Coup! Nelly Korda spielt bislang eine unwirklich gute Saison und krönte ihre aktuelle Top-Verfassung bei der US Womens Open im Riviera Country Club mit ihrem vierten Major-Titel. Die 27-Jährige setzte sich in einer dramatischen Schlussrunde knapp vor Gaby Lopez und Charley Hull durch. Der Schlüssel zum Erfolg war – wie so oft bei einer US Open – mentale Stärke und Widerstandsfähigkeit.

 

„Es ist schwer, das alles in Worte zu fassen. Diese Woche war ein echter Kampf. Ehrlich gesagt hatte ich nicht einmal mein B-Spiel parat“, sagte sie lachend. „Ich habe mich einfach Runde für Runde durchgebissen. Aber genau darum geht es bei Major-Turnieren: Es spielt keine Rolle, ob man sein A-, B- oder sogar C-Spiel hat. Entscheidend ist, mental präsent zu bleiben.“

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Während sich für Korda mit dem mit 2,5 Millionen Dollar dotierten Major-Titel ein lange gehegter Traum erfüllte, muss Hull weiter auf ihren ersten großen Coup warten. Die Engländerin hatte am Wochenende groß aufgespielt, übernahm am Sonntag zwischenzeitlich die Führung und verpasste ein Stechen nur um einen Schlag. „Es ist einfach frustrierend“, analysierte die Solheim-Cup-Spielerin, die seit 2016 bereits fünf Major-Turniere auf dem zweiten Platz beendet hat. „Natürlich ärgert mich das, aber ich habe am Schlusstag wirklich stark gespielt. Kompliment an Nelly zu ihren zwei Major-Siegen in Folge.“

Siem: Ass und Achterbahn

Marcel Siem musste am Freitag bei der KLM Open die Geldbörse zücken und einige Kaltgetränke spendieren. Der 45-Jährige lochte auf Bahn vier von The International nahe Amsterdam seinen Ball direkt vom Abschlag zum Hole-in-One ein. Es war der Höhepunkt einer abwechslungsreichen Turnierwoche. Zur Halbzeit mischte Siem ganz vorne mit, fiel anschließend zurück und arbeitete sich am Sonntag noch einmal nach vorne. Am Ende stand Rang 32 zu Buche.

Auf Instagram gab der sechsmalige Tour-Sieger Einblick in seine Gefühlswelt: „Das ist auch typisch Marcel: Kaum läuft es wieder besser, schießen meine Erwartungen direkt durch die Decke und ich fange schon wieder an, ans Gewinnen zu denken. Das Doppel-Bogey hat mich dann stärker getroffen, als es wahrscheinlich hätte dürfen.“

Kaymer freut sich auf München

Den Sieg in der niederländischen Metropole sicherte sich Eugenio Chacarra, der in den vergangenen Jahren in der LIV Golf League spielte. Beim Gastspiel der Saudi-Liga in Valderrama setzte sich in dieser Woche Tyrrell Hatton durch. Abseits des sportlichen Geschehens sorgen weiterhin Diskussionen über die langfristige Finanzierung und Zukunft der LIV Golf League für Gesprächsstoff.

 

Martin Kaymer, der nach eigenen Angaben seit einigen Wochen wieder komplett schmerzfrei spielen kann, kam auf Rang 24 ins Ziel. In seiner Analyse bei Sky Sports sagte der Major-Sieger: „Ich habe zu viele unnötige Fehler gemacht, aber auch gut gekämpft und viele Up-and-Downs geschafft.“ Nun richtet sich der Blick auf die BMW International Open. Auf das Heimspiel in München freut sich Kaymer bereits.

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