Golf-Giganten: Zehn außergewöhnlich große Profis
Groß zu sein ist im Golf nicht zwangsläufig ein Vorteil. Lange Arme und große Hebel können zwar enorme Schlägerkopfgeschwindigkeiten ermöglichen, gleichzeitig müssen sehr große Spieler ihre Bewegungsabläufe aber auch über entsprechend lange Hebel koordinieren. Vielleicht erklärt das, warum Spieler jenseits der Zwei-Meter-Marke im professionellen Golfsport bis heute eine Seltenheit geblieben sind.
Ein Blick in die Geschichte zeigt dennoch einige bemerkenswerte Ausnahmen. Major-Sieger, Ryder-Cup-Spieler und mehrfache Tour-Champions finden sich darunter. Wir stellen Ihnen zehn der größten und zugleich interessantesten Golfprofessionals vor.
Jonathan Thomson – 2,07 Meter
Der Engländer ist der wohl größte bekannte Spieler, der sich auf einer der großen Touren etablieren konnte. Die DP World Tour führt Jonathan Thomson offiziell mit 2,07 Metern.
2017 spielte sich Thomson durch alle drei Stufen der Qualifying School und wurde damit zum größten Spieler in der Geschichte der European Tour. Seine Geschichte ist allerdings nicht nur wegen seiner Körpergröße außergewöhnlich. Im Alter von sieben Jahren wurde bei ihm Leukämie diagnostiziert. Nach seiner Genesung kehrte er zum Golf zurück und schaffte später den Sprung ins internationale Profigolf.
Seinen vielleicht bekanntesten Moment erlebte Thomson bei der Open Championship 2021 in Royal St George's. Dort gelang ihm auf dem Par 3 der 16. Bahn ein Hole-in-One.
Marcel Pickel – 2,06 Meter
Der kurioseste Name dieser Liste kommt aus Deutschland. Marcel Pickel spielte von 2010 bis 2013 auf der damaligen „PGA of Germany Tour“. International große Erfolge feierte er zwar nicht, dennoch besitzt er einen Eintrag, um den ihn selbst Major-Sieger beneiden könnten: Das Guinness Book of World Records führt Pickel bis heute offiziell als größten Golfprofessional aller Zeiten.
Bei einer verifizierten Messung in Köln wurde seine Körpergröße mit 2,06 Metern festgestellt. Guinness führt den Deutschen seither unter der Kategorie „Tallest professional golfer ever“.
Das Kuriose daran: Jonathan Thomson wird von der DP World Tour offiziell mit 2,07 Metern geführt und ist damit offenbar sogar einen Zentimeter größer. Der Guinness-Rekord bleibt dennoch bei Pickel – Guinness-Rekorde basieren auf einer eigenen Verifizierung und werden nicht automatisch durch die Größenangaben anderer Spieler ersetzt.
James Hart du Preez – 2,06 Meter
Auch Südafrika hat einen echten Golf-Giganten hervorgebracht. James Hart du Preez wird mit 6 Fuß 9 Zoll, also rund 2,06 Metern, geführt und verbindet seine außergewöhnliche Körpergröße mit enormer Schlagweite. Der Südafrikaner spielte unter anderem auf der Sunshine Tour und bekam auch Starts auf internationaler Bühne. Aufgrund seiner Länge vom Tee sorgte er früh für Aufmerksamkeit: Die Kombination aus mehr als zwei Metern Körpergröße, langen Hebeln und hoher Schlägerkopfgeschwindigkeit machte ihn zu einem der spektakulärsten Longhitter seiner Generation.
Christo Lamprecht – 2,03 Meter
Der nächste Südafrikaner gehört zu den interessantesten jungen Spielern im internationalen Profigolf. Christo Lamprecht misst offiziell 2,03 Meter und stammt aus einer Familie, in der außergewöhnliche Körpergröße offenbar zur Normalität gehört: Sein Großvater war ebenfalls 2,03 Meter groß, sein Urgroßvater sogar rund 2,13 Meter. Die PGA Tour führt Lamprecht mit 6 Fuß 8 Zoll.
Sportlich machte er bereits als Amateur auf sich aufmerksam. 2023 gewann Lamprecht die Amateur Championship und sicherte sich bei der Open Championship in Royal Liverpool als bester Amateur die Silver Medal. Nach seiner College-Karriere an der Georgia Tech wechselte er 2024 ins Profilager. 2025 gewann er erstmals auf der Korn Ferry Tour und sicherte sich über die Saison den Aufstieg auf die PGA Tour.
Phil Blackmar – 2,01 Meter
Lange bevor Thomson, Lamprecht oder du Preez auf der internationalen Bühne auftauchten, galt Phil Blackmar als der Gigant des amerikanischen Profigolfs. Der Amerikaner misst offiziell 2,01 Meter und war damit über viele Jahre der größte etablierte Spieler auf der PGA Tour. Im Gegensatz zu einigen anderen außergewöhnlich großen Professionals konnte Blackmar seine körperlichen Voraussetzungen auch in mehrere Turniersiege ummünzen. Zwischen 1985 und 1997 gewann er dreimal auf der PGA Tour. Später kam noch ein Sieg auf der Champions Tour hinzu. Damit zählt Blackmar bis heute zu den erfolgreichsten Golfprofis jenseits der Zwei-Meter-Marke.
Chris Wood – 1,98 Meter
Mit 1,98 Metern gehörte Chris Wood über viele Jahre zu den auffälligsten Erscheinungen auf der European Tour. Doch der Engländer machte nicht nur aufgrund seiner Körpergröße auf sich aufmerksam. Bereits als Amateur gelang ihm bei der Open Championship 2008 in Royal Birkdale der internationale Durchbruch. Wood belegte den starken fünften Rang und gewann als bester Amateur die Silver Medal. Ein Jahr später wurde er in Turnberry bereits Dritter bei der Open – diesmal als Profi. Insgesamt gewann Wood dreimal auf der European Tour. Seinen größten Erfolg feierte er 2016 beim Flaggschiff-Event in Wentworth, der BMW PGA Championship. Im selben Jahr qualifizierte er sich für das europäische Ryder-Cup-Team in Hazeltine.
George Archer – 1,97 Meter
Der sportlich erfolgreichste Major-Spieler dieser Auswahl stammt aus einer anderen Generation. George Archer war 1,97 Meter groß – genauer gesagt 6 Fuß 5½ Zoll – und damit für die Verhältnisse der 1960er und 1970er Jahre eine außergewöhnliche Erscheinung. Der Amerikaner gewann zwölfmal auf der PGA Tour, doch sein größter Erfolg kam 1969 im Augusta National. Mit einem Schlag Vorsprung gewann Archer das Masters und wurde damit zum bis heute größten Major-Champion der Geschichte. Bemerkenswert war dabei der Kontrast zwischen seiner Statur und seiner größten spielerischen Stärke. Archer gehörte nicht primär wegen seiner Länge zu den besten Spielern seiner Generation, sondern galt vor allem als herausragender Putter.
Adrian Meronk – 1,97 Meter
Adrian Meronk war nicht nur der erste Pole, der sich eine Tourkarte auf der DP World Tour erspielte, sondern gehört mit offiziell 1,97 Metern auch zu den größten Spielern seiner Generation. Sein Durchbruch gelang 2022 mit dem Sieg bei der Irish Open. Weitere Erfolge folgten, darunter 2023 die Italian Open im Marco Simone Golf & Country Club und die Andalucía Masters. Im selben Jahr wurde Meronk von seinen Kollegen zum Player of the Year der DP World Tour gewählt. Später wechselte er zu LIV Golf, wo ihm ebenfalls ein Turniersieg gelang.
Robert Karlsson – 1,96 Meter
Auch Schweden brachte einen der großen – im doppelten Sinne – europäischen Tourspieler hervor. Robert Karlsson wird von der DP World Tour aktuell mit 1,96 Metern geführt. Elf Siege auf der European Tour machen ihn zu einem der erfolgreichsten schwedischen Golfer überhaupt. 2008 gewann er als erster Schwede die Order of Merit der European Tour. Dazu kommen zwei Ryder-Cup-Teilnahmen als Spieler, darunter der europäische Sieg 2006 im K Club, sowie mehr als 600 Starts auf der European Tour.
Peter Oosterhuis – 1,96 Meter
Den Abschluss unserer Auswahl bildet einer der bedeutendsten europäischen Spieler der frühen Tour-Ära. Der 1,96 Meter große Engländer Peter Oosterhuis dominierte zu Beginn der 1970er Jahre das europäische Golf. Bereits 1971 wurde er European Number One, anschließend gewann er in den ersten drei offiziellen Spielzeiten der European Tour von 1972 bis 1974 jeweils die Order of Merit. Insgesamt gewann Oosterhuis 20 Profiturniere weltweit, darunter sieben auf der European Tour und später die Canadian Open auf der PGA Tour. Sechsmal spielte er im Ryder Cup und gewann dort sechs seiner acht Einzel. Bei der Open Championship wurde er zweimal Zweiter. Nach seiner aktiven Karriere wurde Oosterhuis schließlich einem noch größeren Publikum als TV-Kommentator bekannt.








