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Stolze Sieger im Club zur Vahr: Leonard Bartsch (Frankfurter GC) ist bei der AK 16 erfolgreich, Simon Süntzenich (Stuttgarter GC Solitude) gewinnt die AK 14 nach Stechen.
Stolze Sieger im Club zur Vahr: Leonard Bartsch (Frankfurter GC) ist bei der AK 16 erfolgreich, Simon Süntzenich (Stuttgarter GC Solitude) gewinnt die AK 14 nach Stechen. | © DGV/Kretzschmar

Spannung pur: Bartsch und Süntzenich sind neue Deutsche Meister

Osterholz-Scharmbeck – Um kurz vor 16 Uhr war er dann vorbei, ein langer und am Ende an Spannung kaum zu überbietender dritter Turniertag bei der Deutschen Meisterschaft (DM) der Jungen in den Altersklassen 14 und 16. Die AK 16 bot auch einen Zweikampf bis zum letzten Loch um den Titel, Leonard Bartsch vom Frankfurter GC setzte sich jedoch nach regulärer Rundenlänge von 18 gespielten Löchern mit zwei Schlagen Vorsprung vor Bjarne Murr (GC St. Leon-Rot) durch. Simon Süntzenich vom Stuttgarter GC Solitude und Flynn Stumper vom GC Steisslingen waren bei der AK 14 hingegen lange im Club zur Vahr auf den Fairways und Grüns unterwegs. Erst am siebten Extraloch puttete sich Süntzenich zum Sieg – fast sechs Stunden nach ihrer ursprünglichen Tee Time und mit 25 gespielten Löchern in den Beinen und Armen.

 

„Ich habe noch nie sieben Löcher Stechen gespielte. Das war einfach nur lang“, sagte ein ausgepumpter aber überglücklicher Sieger nach dem Marathon. „Mit so einem langen Putt an der 18 vor dem Clubhaus ist das schon echt toll.“ Insgesamt seien jedoch seine Abschläge und die guten Annäherungen der Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Nicht enden wollendes Stechen wird bei AK 14 Jungen zum Nervenspiel

Die Geschichte der regulären 18 Löcher im Finale der DM mit dem Duell zwischen Stumper und Sünzenich ist eigentlich schnell erzählt. Beide Akteure hatten ein bisschen Probleme in die Runde zu finden. Immerhin waren die äußeren Bedingungen am dritten Tag vor den Toren Bremens auch komplett verändert. Nach Regen, teils sogar überfluteten Grüns und starkem Wind an den Vortagen herrschte zur Entscheidung plötzlich totale Windstille. Dazu schien die Sonne von einem wolkenlosen Himmel.

 

Flynn Stumper startete auf der Front Nine mit zwei Bogeys, Simon Süntzenich verbuchte nur einen Schlagverlust. Ein kleiner Vorteil für den Schwaben. Auch wenn beide auf der Back Nine einen Birdie-Bogey-Mix verzeichneten, ging es mit zwei Schlägen Vorsprung für Süntzenich auf die letzte Bahn und die DM früh entschieden sein können. Es folgte jedoch ein Doppelbogey und der Marathon an Extralöchern nahm seinen Lauf. „Ich war natürlich sehr enttäuscht, dass ich es nicht über den regulären Weg geschafft habe“, analysierte Süntzenich die Minuten nach seinem Doppelbogey und fügt mit einem verschmitzten Lächeln hinzu: „Dann habe ich mich aber ein bisschen gesammelt, habe eine Süßigkeit gegessen und einen Schluck Cola getrunken und dann dachte ich mir: ‚Dann mach ich es halt so, über das Stechen.‘“

 

Immer wieder schien es, als habe einer der beiden Nachwuchsspieler einen Vorteil gegenüber seinem Kontrahenten – sei es durch einen deutlich kürzeren Putt, oder weil der Gegner im Bunker lag. Stets zogen sie ihren Hals aus der vermeintlichen Schlinge, zeigten beeindruckende Nervenstärke und weiter ging es. Bis zum siebten Extraloch. Hier lochte Simon Süntzenich schließlich einen längeren Putt zum Birdie. Flynn Stumper hatte zuvor bereits aus dem Grünbunker gechippt und nur noch die Chance auf ein Par.

 

Der Sieger hatte am Ende dreier ereignisreicher Golftage im Übrigen bei vier unter Par den identischen Score wie Silbermedaillengewinner Stumper. Die Bronzemedaille sicherte sich mit einer beeindruckenden bogeyfreien 70er-Runde mit vier Birdies und insgesamt einem Schlag über Par Julius Gellermann vom Hamburger GC.

 

Hier geht es zum Endergebnis der DM AK 14 Jungen

 

Bilder des 3. Tages - DM AK 14 Jungen 2026

Zweistellig unter Par bei Bartschs Sieg der AK 16 Jungen

Deutlich weniger aufregend, aber dafür nicht weniger spannend entwickelte sich die Entscheidung beim älteren Golferjahrgang. Der Zweikampf um den Sieg in der Altersklasse 16 zwischen Leonard Bartsch vom Frankfurter GC sowie Bjarne Murr vom GC St. Leon-Rot wogte im Verlauf der Runde hin und her. Murr startete mit einem Birdie am ersten Loch und hatte damit seinen einen Schlag Rückstand bereits wettgemacht. Zum Ende der Front Nine war es sogar der Akteur der badischen Nachwuchsschmiede, der die Nase mit einem Schlag vorne hatte. Weitere Birdies folgten, doch dann fielen die Putts plötzlich nicht mehr wie gewohnt bei Murr, während Bartsch gewohnt zuverlässig die Bälle im Loch versenkte. Überhaupt war es das Puttspiel auf den Grüns auf das sich Bartsch schon im gesamten Turnier verlassen konnte und für das er manch beeindruckten Blick kassierte.

 

Zwei Bogeys auf Seiten Murrs machten dann im Endspurt der Runde den Unterschied aus, zumal Bartsch in der selben Zeit zwei weitere Schlaggewinne folgen ließ. Mit drei Schlägen Differenz ging es auf die letzte Bahn. Hier zeigte Bjarne Murr zwar nochmal sein ganzes Golfkönnen und lochte nach zwei beeindruckenden Schlägen vom Abschlag und ins Grün zum abschließenden Birdie. Leonard Bartsch ließ sich den Sieg allerdings nicht mehr nehmen. Trotz leicht verzogenen Abschlags zwischen die Bäume sicherte er das Par und krönte sich mit elf unter Par zum neuen Deutschen Meister.

 

Es fühle sich gut an, nach dem Sieg, gab ein fröhlicher Meister zu Protokoll und berichtete von einer Vorahnung: „Ich habe das so halb erwartet, mein Bestes gegeben und immer dran geglaubt. Es ist befreiend, dass es jetzt geklappt hat, nach den vorherigen Anläufen. Es ist auf jeden Fall ein sehr gutes Gefühl.“ Da er relativ kurz sei, hätte ihm auch der Wind der ersten beiden Tage nicht so viel ausgemacht. „Die Längen trotzdem richtig einzuschätzen war aber wirklich schwierig. Am letzten Tag konnte man da einfach sein Golf spielen. Das hat Spaß gemacht.“

 

Bjarne Murr notierte im Übrigen neun unter Par bei der DM für Silber, Bronze ging nach vier Birdies auf der Back Nine und mit dem letzten Putt an der 18 mit insgesamt fünf unter Par an Luis Brinkmann vom Münchener GC.

 

Randnotiz: Der Siegerscore von -11 kam sehr nah an den Siegerscore von Moritz Lampert im Jahr 2008 heran. Lampert siegte damals mit beeindruckenden -13 – hatte dabei aber auch satte zwölf Schläge Vorsprung auf den Zweitplatzierten.

 

Hier geht es zum Endergebnis der DM AK 16 Jungen

 

Bilder des 3. Tages - DM AK 16 Jungen 2026

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