Land unter zwischen Weser und Teufelsmoor
Osterholz-Scharmbeck – Es ist gemeinhin der Höhepunkt einer jeden Saison für die Nachwuchsgolfer der Altersklassen 14 und 16, wenn die besten Akteure des Landes zur Deutschen Meisterschaft abschlagen. Umso nervenaufreibender gestaltet sich solch ein besonderes Turnier, wenn das Wetter auf unangenehme Art und Weise mitmischt und nicht nur den Zeitplan vorübergehend durcheinanderwirbelt. Im Club zur Vahr vor den Toren Bremens begann die diesjährige DM mit viel Wind und grauen Wolken, aber durchweg strahlenden Gesichtern der qualifizierten Jungsportler. Bis zur Mittagszeit das Horn über die Fairways, Grüns und durch die Wälder Niedersachsens dröhnte. Nichts ging mehr. Die Grüns standen komplett unter Wasser.
Teils durchnässt bis auf die Knochen, trafen sich die Jungen AK 14 und die zu diesem Zeitpunkt noch auf ihre Abschlagzeit wartenden Jungen AK 16 im Clubhaus und harrten der Dinge. In welch gutem Zustand die Anlage des Clubs zur Vahr und vor allen Dingen die Grüns waren zeigte sich erstaunlich schnell. Viel rascher als erwartet konnte der Spielbetrieb wieder aufgenommen werden.
Niedrige Scores bei Jungen AK 14 – Baden-Württemberg dominiert
Unbeeindruckt von den Wetterkapriolen sowie der unplanmäßigen Unterbrechung präsentierte sich derweil Flynn Stumper vom GC Steisslingen. An der Zehn gestartet, notierte der Süddeutsche direkt an seinem ersten Loch ein Birdie. In der Folge fiel sein Ball konstant zu Pars. Mitte seiner persönlichen Back Nine gelang ihm der zweite Schlaggewinn. Auch von seinem ersten und einzigen Bogey des Tages ließ sich Stumper nicht aus der Ruhe bringen und brachte Dank eines dritten Birdies eine 72er Runde ins Clubhaus – im als Par-74-Kurs ausgelegtem Club zur Vahr war das gleichbedeutend mit zwei Schlägen unter Par.
Ebenfalls sehr gut starteten gleich drei weitere Golfer aus Baden-Württemberg. Simon Süntzenich vom Stuttgarter GC Solitude, Frederik Endlich aus der Nachwuchsschmiede des GC St. Leon-Rot sowie Paul Fritsch vom GC Heidelberg-Lobenfeld lagen zum Abschluss eines langen Tages in Niedersachsen bei Even Par und hatten damit nur zwei Schläge Rückstand auf den Führenden. Wie ausgeglichen die DM AK 14 Jungen in diesem Jahr zum Auftakt war, zeigte sich mit einem Blick auf die Top Ten. Hier lagen die besten Spieler insgesamt nur maximal fünf Schlägen auseinander.
Spätes Feuerwerk bei den Jungen AK 16 nach langem Warten
Mit weniger Regen, dafür aber phasenweise einer mehr als steifen, norddeutschen Brise mussten sich die am Nachmittag mit knapp zwei Stunden Verspätung gestarteten Golfer der Altersklasse 16 auseinandersetzen. Doch ebenso wie beim jüngsten Nachwuchs hatten auch die etwas älteren Jahrgänge etliche sehr niedrige Scores im Gepäck. Allen voran Leonard Bartsch vom Frankfurter GC beeindruckte mit Konstanz, wenigen Fehlern und präzisem Spiel – trotz der herausfordernden Bedingungen. Auf den Back Nine gestartet benötigte der Hesse ein bisschen, um ins Turnier zu kommen. Bereits an seinem vierten Loch verbuchte er einen Schlagverlust, war nach den ersten neun Löchern wieder zurück auf Par und zündete dann den Turbo. Zwischen den Bahnen 2 und 8 standen schlussendlich fünf Birdies auf seiner Scorekarte. Seine 69er-Runde, gleichbedeutend mit fünf unter Par, hievte ihn mit drei Schlägen Vorsprung an die Spitze des Feldes.
Luis Brinkmann vom Münchener GC blieb dem überragenden Bartsch noch am dichtesten auf den Fersen. Der junge Bayer erspielte sich auf den durch den Regen sehr weichen Grüns zahlreiche Birdiechancen. Viermal fiel sein Ball zum Schlaggewinn, zweimal allerdings auch erst zum Bogey. Mit einer 72 und zwei unter Par hatte er bei Abbruch der ersten Runde wegen Dunkelheit einen Schlag Vorsprung auf ein Quartett, dass zumindest über Nacht gemeinsam bei -1 auf dem geteilten dritten Rang lag.
Zum Wochenende sieht die Wetterprognose besser aus. Der Regen soll verschwinden, der Wind allerdings auch weiter ein herausfordernder Begleiter des deutschen Golfnachwuchs im Club zur Vahr bleiben.







