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Colin Bärmann trägt Yoo Jin Bae, Bjarne Murr trägt Laetitia Leisinger und Pascal Proske trägt Kapitänin Antonia Eberhard. | © EGA

Erfolgreicher Start im Regen von Frankreich

„Das hat direkt Lust auf mehr gemacht“, sagte ein zuversichtlicher Bundestrainer im Vorfeld der European Young Masters im Racing Club de France bei Paris. Der Platz La Vallée, der älteste in der Region um die französische Hauptstadt, sei trotz des vielen Regens in einem sehr guten Zustand und verlange den Juniorinnen und Junioren bis 16 Jahre vor allem ein taktisches Vorgehen ab. „Wir müssen gute Spiellinien und Entscheidungen von den Tee-Boxen treffen. Ansonsten wird sich hier vieles auf den Grüns entscheiden“, so Proske.

 

Die akribische Vorbereitung auf das prestigeträchtige, von der EGA ausgetragene Amateur-Mixed-Team-Event hat sich ausgezahlt: Das Team Deutschland hat einen erfolgreichen Start erwischt und befindet sich in allen drei Wertungen auf dem Leaderboard weit vorne. Bei den Mädchen treten mit Yoo Jin Bae und Laetitia Leisinger zwei Spielerinnen vom GC St. Leon-Rot für Deutschland an. Bei den Jungen sind Colin Bärmann vom Burgdorfer GC und Bjarne Murr vom Münchener GC am Start. Gemeinsam sorgten sie dafür, dass Deutschland den geteilten dritten Rang nach Tag eins belegt. Doch der Reihe nach:

Mädchen am Vormittag

Am Donnerstagvormittag legten die Mädchen vor. Bae und Leisinger wollten für das Team Deutschland gleich zu Beginn eine gute Ausgangslage schaffen. Vor allem Bae gelang dies ausgezeichnet. Die 15-Jährige spielte auf den ersten neun Löchern vier Birdies bei zwei Bogeys und tauchte damit in der absoluten Spitzengruppe auf. Auf den hinteren Neun konnte die ehemalige Deutsche Meisterin der AK16 das Tempo nicht ganz halten und fiel nach einem Bogey und acht Pars auf ein Ergebnis von eins unter Par zurück. Mit einer 71 liegt sie auf dem geteilten vierten Platz und hat nur zwei Schläge Rückstand auf die beiden führenden Französinnen Axelle Guillemard und Salomé Lumbaca (-3).

 

Baes Teamkollegin Leisinger benötigte in Runde eins 75 Schläge (+3) und rangiert damit immer noch unter den Top 20 (T18). Insgesamt sind 58 Mädchen im Feld. Die 16-jährige Leisinger notierte fünf Birdies, dafür aber auch sechs Bogeys und ein Doppel-Bogey.

Jungs legen stark nach

Vielleicht auch von Baes starkem Auftakt motiviert, standen die Jungs ihr am Nachmittag in nichts nach. Murr spielte seine ersten zehn Löcher in Par und notierte dann auf der Elf sein erstes Birdie des Tages. Es folgten ein Bogey auf der 14 und ein Birdie auf der 17, sodass er mit 71 Schlägen ins Clubhaus kam. Damit liegt der ehemalige Deutsche Meister der AK14, Murr, ebenfalls auf dem geteilten vierten Platz seiner Einzelwertung.

 

Nur einen Schlag dahinter folgt Bärmann mit zwei Birdies und ebenso vielen Bogeys. 72 Schläge bedeuteten nach dieser ersten Runde den geteilten siebten Platz. Vor allem angesichts der schwierigen Bedingungen – es regnete – sind diese Ergebnisse entsprechend hoch einzuordnen. Auch, weil der Spielbetrieb am frühen Abend wegen der Verhältnisse sogar für 90 Minuten unterbrochen werden musste. Damit hatten die deutschen Jungs offensichtlich kein Problem.

 

Die niedrigste Runde des Tages gelang dem Tschechen Štěpán Plášek, der nach einem Eagle, vier Birdies und einem Bogey mit -5 die Führung im Leaderboard der Jungs übernahm. Erst drei Schläge dahinter folgen die geteilten Zweiten.

Deutschland T3

Die erfreulichen Einzelergebnisse von Bae, Murr und Bärmann haben zur Folge, dass Deutschland auch in der Teamwertung ganz vorne mit dabei ist. Mit einem Gesamtergebnis von -2 belegt man den geteilten dritten Rang. In die Wertung fließen jeden Tag die drei besten Ergebnisse einer Nation ein. An der Spitze liegt Tschechien mit -6 vor Frankreich mit -5.

Proske: „Insgesamt ein guter Tag“

Kurz nachdem mit Murr und Bärmann auch die letzten beiden Amateure des Junior Team Germany im trockenen Clubhaus angekommen waren, zog Bundestrainer Proske ein nachvollziehbar positives Fazit vom ersten Tag: „Insgesamt ein guter Tag. Alle haben sehr ordentlich gespielt. Auch unsere Streichspielerin Laetitia hat gut gespielt.“ Dennoch sah er auch noch Potenzial bei seinen Schützlingen: „Bei allen Spielern kann man sagen, dass sie auf den Grüns noch ein paar Schläge liegen gelassen haben. Ich denke aber, dass sie sich von Tag zu Tag an die versteckten Breaks auf den Grüns gewöhnen werden. Dadurch werden in den nächsten Tagen auch mehr Putts fallen. Das gilt für das gesamte Teilnehmerfeld.“

 

Dass in den kommenden beiden Tagen bessere Ergebnisse zu erwarten sind, liegt auch an den besseren Bedingungen. Das vermutet auch Proske: „Ich denke, das war der letzte Regentag. Morgen kann es noch einmal tröpfeln, aber insgesamt soll das Wetter besser werden. Die Stimmung ist auf jeden Fall gut. Der Startschuss war gut und erfolgreich, und wir freuen uns auf den nächsten Tag. Wir werden uns weiter nach vorne arbeiten.“ „Nach vorne arbeiten“ bedeutet in diesem Fall: um Titel spielen. Der erste Tag gab dem deutschen Team allen Grund zur Hoffnung. 


Platz

La Vallée im RCF La Boulie, 1901 als erster Golfplatz der Pariser Region gegründet und von Willie Park Jr. entworfen, gilt als technischer und geschichtsträchtiger Kurs, auf dem 1906 die erste French Open stattfand. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde er 1951 originalgetreu wiederaufgebaut und war seither Austragungsort zahlreicher großer Turniere, darunter 19 French Opens und der Weltmeisterschaft 1963. Der hügelige, enge Par-72-Platz mit tiefen Bunkern und schwierigen Grüns fordert höchste Präzision – der Platzrekord von 61 stammt von Severiano Ballesteros aus dem Jahr 1986.

Geschichte

Als 1995 die erste Auflage des European Young Masters ausgetragen wurde, sicherte sich Sergio García den Einzelsieg bei den Jungen und das spanische Team gewann ebenfalls in Wentworth, England. 2001 war Deutschland erstmals Gastgeber. In Augsburg sicherte sich Frankreich die Goldmedaille. Auch 2002 und 2003 war der GC Augsburg Austragungsort. Der Sieg ging beide Male an Spanien. Der erste deutsche Sieg datiert aus dem Jahr 2006, als im steirischen Murhof gespielt wurde. Max Kieffer gewann bei den Jungen, Saskia Hausladen bei den Mädchen und Deutschland auch die Teamwertung.

 

2013 und 2014 war der Hamburger GC Gastgeber. 2013 gewann England, 2014 gab es wie schon 2006 eine deutsche Dominanz: Max Schmitt und Alexandra Försterling gewannen die Einzelwertung und das Team holte sich ebenfalls Gold. 2019 gewann Paula Schulz-Hanßen die Einzelwertung der Mädchen in Tschechien und Deutschland holte auch den Team-Titel. Ein ähnliches Bild zeigte sich ein Jahr später, wieder in Tschechien. Dieses Mal war es Emilie von Finckenstein, die bei den Mädchen gewann und das Team zum Sieg führte. 2021 gab es in Finnland Gold für Helen Briem und auch für das Team.

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