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Die begehrten Pokale der Senioren-Europameisterschaften wurden dieses Jahr von Stephen Creed (England) und Jordane Court (Frankreich) erkämpft. | © EGA/ Thos Caffrey

EM-Sieg für Creed und Court – Banzhaf in den Top Ten

Creed vorne, Banzhaf bester Deutscher

Die Einzel-Europameisterschaften der AK 50 sind in den Büchern. Bei den Männern holte sich Stephen Creed (England) den Titel. Mit drei sehr stabilen Runden (72, 67, 68) und insgesamt 6 unter Par steht er nach drei Turniertagen an der Spitze des Klassements und siegt zugleich in der gesonderten Wertung der Ü60-Spieler. Hinter ihm teilten sich der Vor- und Vorvorjahresmeister Rodrigo Lacerda Soares (Frankreich) sowie John Kemp (England) den zweiten Platz. Dabei spielte sich Lacerda Soares vor allem wegen seiner starken Abschlussrunde (67; -4) noch auf das Treppchen. Ganze sechs Platzierungen machte er am Finaltag noch gut.

 

Aus deutscher Sicht war Felix Banzhaf (Frankfurter GC) der Mann der Woche. Mit Runden von 71, 74 und 71 Schlägen kam er auf insgesamt 216 Schläge (+3) und belegte den geteilten neunten Platz. Damit war er klar bester Deutscher bei den Männern und der einzige Spieler aus dem deutschen Aufgebot, der sich in den Top Ten platzieren konnte.

 

Maximilian Rehm (GC Feldafing) und Ralf Wagner (GC St. Leon-Rot) schafften ebenfalls den Sprung in die Finalrunde. Beide kamen mit jeweils 232 Schlägen (+19) auf einen geteilten 54. Rang, konnten am Schlusstag jedoch nicht mehr nach vorne wirken. Thomas Biermann (Frankfurter GC), Michael Maletz (Marienburger GC), Christopher Schmitz (GC Hanau-Wilhelmsbad) und Thomas Krieger (GC Heddesheim) verpassten den Cut.

 

Felix Banzhaf zieht ein insgesamt positives Fazit, ordnete das Resultat aber auch selbstkritisch ein. Eine Platzierung unter den besten Zehn bei einer Europameisterschaft sei zwar „natürlich etwas, womit man zufrieden ist“, sagte der Spieler des Frankfurter GC, zugleich habe er aber durchaus mit einem Auge auf die Medaillenränge geschielt. „Insofern war sicherlich auch noch mehr drin.“

 

Den Eléa Golf Club erlebte Banzhaf vom Abschlag aus als eher gut spielbar und nicht übermäßig lang. Die eigentliche Herausforderung habe jedoch im Detail gelegen – ganz im Stil eines Faldo-Designs. Zahlreiche Bunker, anspruchsvolle Grüns und vor allem der Wind hätten den Platz deutlich verteidigt. Gerade die Böen vom Mittelmeer seien ein entscheidender Faktor gewesen, erklärte Banzhaf: „Teilweise waren das zwei Schlägerlängen Unterschied, und das ist für uns Deutsche schon relativ viel.“

 

Hinzu kamen Grüns, die nicht nur wegen des Windes beim Anspielen schwer zu kontrollieren waren, sondern auch durch viel Break höchste Präzision verlangten. Trotz dieser Herausforderungen blickte Banzhaf auch auf angenehme Rahmenbedingungen zurück: Das Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 28 Grad sei großartig gewesen, die Hitze zwar spürbar, insgesamt aber gut zu bewältigen.

 

Mit Blick auf die kommenden Wochen richtet sich sein Fokus nun bereits nach vorn. Für Banzhaf ist die mögliche Nominierung für die Team-Europameisterschaft ein zentrales Ziel der Saison. Entsprechend groß ist die Bedeutung der nächsten Turniere: Bei der Internationalen Amateurmeisterschaft in Ratingen will er die nächsten wichtigen Schritte machen, um sich zunächst für den finalen Lehrgang und anschließend idealerweise auch für das EM-Team zu empfehlen.


 

Court gewinnt im Stechen, Gabler beste Deutsche

Bei den Frauen entwickelte sich ein enges Rennen um den Titel. Jordane Court (Frankreich) und Benjamine Bouillonnec (Frankreich) beendeten das Turnier schlaggleich an der Spitze und mussten ins Stechen. Dort behielt Court die Nerven und sicherte sich am ersten Extraloch den Europameistertitel. Platz drei ging an Geraldine Dondit (Schweiz), die ihrerseits als Führende in den Finaltag gegangen war - während ihrer Abschlussrunde jedoch mit empfindlichen Schlagverlusten und einer 79 (+8) zu kämpfen hatte.

 

Beste Deutsche wurde Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee). Mit Runden von 79, 75 und 80 Schlägen erreichte sie insgesamt 234 Schläge (+12) und belegt einen geteilten 13. Platz. Katja Scheffler (GC Neuhof) verpasste den Einzug in die Finalrunde und schied nach zwei Durchgängen aus.

 

Sibylle Gabler zieht nach der Europameisterschaft ein insgesamt positives Fazit. Zwar verpasste die Spielerin aus der Hauptstadt ihr selbst gestecktes Ziel, unter die besten Zehn zu kommen, knapp. Mit ihrer Leistung zeigt sie sich aber zufrieden. Vor allem mit ihren Scores war Gabler „happy“, auch wenn ihr in der entscheidenden Phase zum Ende des Turniers ein paar Birdies verwehrt blieben.

 

Besonders in Erinnerung bleiben wird ihr ein spektakulärer Schlag auf Runde eins: Auf Loch 18 gelang ihr ein Bunkerschlag aus rund 50 Metern direkt ins Loch zum Eagle. Dieser Moment gehörte aus ihrer Sicht klar zu den Höhepunkten einer Woche, in der der Eléa Golf Club mit seinem markanten Faldo-Design den Spielerinnen einiges abverlangte.

 

Für Gabler ist der Meisterschaftsplatz zugleich anspruchsvoll und reizvoll. Große, teils sehr tiefe Bunker und ausgedehnte Waste Areas prägen diesen Kurs, der ihr insgesamt durchaus lag. Entscheidend sei gewesen, die Grüns zu treffen – wer sie verfehlte, konnte auch schnell in Schwierigkeiten geraten.

 

Auch die äußeren Bedingungen kamen der Deutschen eher entgegen. Gleichzeitig habe sich gezeigt, dass andere Nationen teilweise sehr stark und in großer Zahl vertreten waren. Mit Blick nach vorn nahm sie aus der Woche in Zypern zudem einen weiteren wichtigen Eindruck mit: Der Platz erinnerte sie in Teilen an den Kurs in Bulgarien, auf dem später in diesem Jahr die Team-Europameisterschaft ausgetragen wird. Und ja, auch Sibylle Gabler hofft, für ebenjenes Saison-Highlight nominiert zu werden.

Sonne, Wind und Hitze

Aus deutscher Sicht fällt die Turnierbilanz gemischt, aber ordentlich aus. Die Einzel-EM war an allen drei Tagen von typischen Frühsommerbedingungen auf Zypern geprägt. Viel Sonne, entsprechende Temperaturen und phasenweise spürbarer Wind vom Mittelmeer machten den ohnehin anspruchsvollen Platz zusätzlich schwierig. Gerade auf den exponierten Bahnen verlangten die Bedingungen ein präzises Kursmanagement und viel Kontrolle über den Ballflug. Wer mit Hitze und Wind am besten zurechtkam, konnte sich im Verlauf des Turniers klare Vorteile erarbeiten.

 

Felix Banzhaf setzte mit seinem Top-Ten-Ergebnis ein Ausrufezeichen, während Sibylle Gabler bei den Frauen das beste deutsche Resultat erzielte. Rehm und Wagner sammelten in der Finalrunde wertvolle Erfahrung, auch wenn es nicht zu einem Sprung nach vorne reichte. Bei den Frauen blieb Gabler die einzige deutsche Spielerin, die sich für den Finaltag qualifizieren konnte. Als Fazit darf sicher festgehalten werden: Die in der Vergangenheit lange erfolgsverwöhnten deutschen AK-50-Spielerinnen und Spieler zeigen ganz klar ihre Präsenz - im Moment fehlt jedoch die gewisse Schippe, um wirklich in die Meisterschaftsentscheidungen eingreifen zu können.

 

Hier geht es zum Turnier-Special der EGA (inklusive Live Scoring)

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