EM-Auftakt auf Zypern: Rehm führt deutsches Team an
Faldo-Design über dem Mittelmeer
Zum 31. Mal wird die European Senior Championship ausgetragen. 1996 fand die Premiere statt - in diesem Jahr bringt es 144 Spielerinnen und Spieler aus 33 Nationen zusammen. Nach 36 Löchern wird das Feld bei den Herren auf 54 und bei den Damen auf 33 Spielerinnen plus Schlaggleiche reduziert. Neben den Medaillen für die drei jeweils besten Athletinnen und Athleten, gibt es eine zusätzliche Wertung für die Altersklasse 60 plus. Für viele Nationen ist das Turnier mehr als „nur“ eine Einzel-Europameisterschaft: Mit Blick auf die später im Jahr anstehenden Team-Europameisterschaften der AK 50, ist Zypern eine ideale Bühne, um sich für einen Platz im Nationalteam zu empfehlen.
Austragungsort ist in diesem Jahr der Eléa Golf Club, nur wenige Minuten vom Zentrum Paphos’ entfernt. Der Par-71-Platz wurde von Sir Nick Faldo entworfen und verbindet zahlreiche natürliche Geländemerkmale mit weiten Ausblicken auf das Mittelmeer. Die Anlage ist erstmals Schauplatz einer EGA-Einzelmeisterschaft.
Charakteristisch für Eléa sind strategisch platzierte Bunker, modellierte Grüns und Vorgrüns sowie Spielbahnen, die präzises Course Management belohnen. Der oft spürbare Wind vom Meer kann den Platz zusätzlich verteidigen und die Schlägerwahl erschweren. Gefragt ist weniger rohe Schlaglänge als vielmehr Kontrolle vom Abschlag, präzise Annäherungen und ein verlässliches kurzes Spiel – eine echte Prüfung für die Vielseitigkeit der AK‑50-Spielerinnen und -Spieler.
Die Titelverteidiger
Bei den Herren reist Rodrigo Lacerda Soares als Mann der Stunde nach Zypern. Der Franzose verteidigte 2025 im türkischen Cornelia Golf Club seinen Titel im Stechen und hat nun die Chance, zum dritten Mal in Folge Europameister zu werden – ein Kunststück, das in der Geschichte dieser Meisterschaft bislang noch niemand geschafft hat.
Bei den Damen geht Sylvie Van Molle als Titelverteidigerin an den Start. Die Belgierin setzte sich im vergangenen Jahr mit einem Schlag Vorsprung durch und feierte ihren ersten Gewinn der European Senior Ladies’ Championship, nachdem sie zuvor bereits einmal knapp am Titel vorbeigeschrammt war.

Das deutsche Aufgebot
Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick auf ein kompaktes, aber durchaus spielstarkes Aufgebot. Bei den Frauen vertreten die internationale erfahrene Sibylle Gabler (G&LC Berlin-Wannsee) sowie Katja Scheffler (GC Neuhof) die deutschen Farben. In Eléa wollen sie ihre Stärke auf die europäische Bühne übertragen und im Idealfall um die Spitzenplätze mitspielen. Die Männer sind mit sieben Spielern vertreten: Der aktuelle Deutsche Seniorenmeister Maximilian Rehm (GC Feldafing), Felix Banzhaf und Thomas Biermann (beide Frankfurter Golf Club), Thomas Krieger (GC Heddesheim), Michael Maletz (Marienburger GC), Christopher Schmitz (GC Hanau-Wilhelmsbad) und Ralf Wagner (GC St. Leon-Rot) sind vor Ort dabei.
Das Aufgebot vereint Spieler mit nationalen Titelerfahrungen und internationaler Routine. Für die Deutschen geht es dabei nicht nur um vordere Platzierungen in der Einzelwertung. Die Meisterschaft ist zugleich eine wichtige Standortbestimmung: Wer hier konstante Runden abliefert und sich im Spitzenfeld wiederfindet, setzt ein Ausrufezeichen mit Blick auf zukünftige Einsätze im Nationalteam.
Max Rehm, der sich erst am 24. Mai den Deutschen AK-50-Titel erspielt hat, blickt mit Vorfreude auf die kommenden Tage: „Wir sind hier eine gute Truppe und freuen uns auf das Turnier. Wir haben jetzt zwei Proberunden hinter uns und der Platz spielt sich gut. Er ist ziemlich offen vom Tee, aber es wird schwer in Richtung Grün. Die Grüns sind schnell, hart und onduliert. Ich denke, die Meisterschaft wird sich genau dort entscheiden. Nichtsdestotrotz sind alle gut drauf und in ein paar Tagen wissen wir, wie es ausgeht.“ Dabei gibt Rehm zu: Besonders vorbereitet hat er sich nicht. Er spielt sein Golf und wird schauen, was passiert.
Die Favoriten
Neben Titelverteidiger Lacerda Soares zählen bei den Herren unter anderem der Schwede Mattias Pernheden, die Iren Joe Lyons und Declan O’Neill sowie der Engländer Stephen Jensen zu den klangvollsten Namen im Feld. Sie alle haben in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie bei großen Seniorenturnieren um Titel und Podestplätze mitspielen können.
Bei den Damen rückt vor allem Macarena Campomanes in den Mittelpunkt. Die Spanierin ist bereits dreifache Europameisterin und könnte mit einem weiteren Erfolg zur französischen Rekordsiegerin Virginie Burrus aufschließen. Titelverteidigerin Sylvie Van Molle (Belgien) und die italienische Podestspielerin Camilla Tolomei Di Lippa gehören ebenfalls zum engeren Favoritinnenkreis.
Mit einem anspruchsvollen Faldo-Design, einem starken internationalen Feld und einem fokussierten deutschen Aufgebot bietet die Europameisterschaft der AK 50 auf Zypern alles, was ein Top-Event im Seniorengolf auszeichnet. Aus deutscher Sicht bleibt die spannende Frage, wer sich in Eléa am besten auf Kurs und Bedingungen einstellen kann – und ob es gelingt, den internationalen Topstars im Kampf um die Medaillen ernsthaft Konkurrenz zu machen.






