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Laetitia Leisinger lieferte sich ein packendes Duell mit der Schwedin Lilly Hedlund. | © EGA

Deutsche Mädchen behaupten sich: Starker 3:2-Sieg gegen Schweden

Nach dem bitteren Viertelfinal-Aus melden sich die deutschen Mädchen an diesem zweiten Matchplay-Tag eindrucksvoll zurück. Gegen Schweden gewinnt das Junior Team Germany im Golf & Country Club Zürich mit 3:2 – und setzt damit ein klares Zeichen: Die Adler wollen fliegen! Neben vielen Eltern und Begleitern der schwedischen Mannschaft sind auch zahlreiche College-Coaches aus den USA auf dem Platz unterwegs, um Spielerinnen für ihre Universitäts-Teams zu scouten – ein zusätzlicher Blick und vielleicht auch Druck  auf die beiden Teams.

 

Aber an Motivation mangelte es ohnehin nicht. Schon früh am Tag zeigt sich, dass dieses Duell mehr ist als „nur“ ein Platzierungsspiel. Und die Spielpläne der beiden Mannschaften unterschieden sich immer wieder auf interessante Art und Weise. Auf Bahn 10 beispielsweise, einem erreichbaren Par 4, setzen die deutschen Mädchen ein taktisches Ausrufezeichen: Während Schweden konservativ mit Eisen vom Tee agiert, griffen die Deutschen geschlossen mit dem Driver an. In den ersten beiden Gruppen geht dieser Ansatz voll auf – zweimal gewinnt Deutschland das Loch.
 

Erster Punkt: Bae bringt Deutschland in Führung

Den ersten Zähler für Deutschland sichert Yoo-Jin Bae (GC St. Leon-Rot) im Einzel gegen Maja Bohlin. Das Duell war spannend und wurde eng geführt. Nach Loch 6 liegt Bae 2auf, nach Loch 9 steht es 1auf. Loch 10 geht zwar verloren (all square), doch die Deutsche antwortet sofort: Auf Bahn 11 gewinnt sie das Loch mit einem starken Putt und geht wieder 1auf. Auf Loch 13 setzt Bae nach einem präzisen Abschlag um das Dogleg den nächsten Akzent und erhöht auf 2auf. Am Ende gewinnt sie ihr Match mit 3&2 – der erste Punkt für das Junior Team Germany und ein früher, wichtiger Impuls.


 

Kurz darauf folgen nahezu zeitgleich zwei weitere deutsche Entscheidungen. Lena Geier (GC Bad Griesbach) trifft im Einzel auf Olivia Holmberg. Nach Loch 5 geht Geier 1auf und kann und er Folge sogar zum 2auf erhöhen. Loch 12 geht zwar an Schweden, doch der Zwischenstand bleibt weiterhin 1auf zugunsten der Deutschen. Und Geier, die so wertvolle Leistungsträgerin dieser Mannschaft, behält auf den Back Nine die Kontrolle, bringt ihr Match sicher über die Ziellinie und siegt mit 2&1. Damit steht es 2:0 aus deutscher Sicht.

 

Parallel spielt Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) gegen Wilma Augustsson. Maier-Borst geht früh 2auf (Loch 4), an der 10 verkleinert sich der Vorsprung auf 1auf, doch sie bleibt in der Spur. Sie hält die Initiative bis zum Schluss und gewinnt ihr Einzel mit 3&2. Mit den Siegen von Geier und Maier-Borst baut Deutschland die Führung auf 3:0 aus – der Gesamterfolg steht damit fest! Doch die Entscheidungen fallen jetzt im Sekundentakt und tatsächlich werden aufgrund der zeitlichen Nähe alle Duelle regulär zu Ende gespielt.

Vierer kippt spät – Schweden verkürzt

So fällt nun auch die Entscheidung im Vierer. Cecilie Volckens (GC St. Leon-Rot) und Luisa Hartmann (GC Aldruper Heide) treten gegen Alice Bothelius und Ebba Mejer an. Bereits auf Loch 1 teilen beide Teams das Loch mit Birdie – ein starker Start, der den Ton vorgibt. Nach sieben Bahnen ist die Partie noch immer auf Augenhöhe und all square.

 

Deutschland geht danach mit einem Birdie auf Loch 9 1auf und baut den Vorsprung auf der 10 sogar zum 2auf aus. Loch 12 geht an Schweden, auf Loch 14 stellen Volckens und Hartmann den Zwischenstand wieder auf 2auf. Doch die Schlussphase kippt: Loch 16 geht verloren (all square), an Loch 17 liegen die Deutschen 1down, Loch 18 geht ebenfalls an Schweden. Am Ende steht ein 2down – der Vierer geht an Schweden, das damit auf 1:3 verkürzt.
 

Schlussakkord: Hedlund dreht Leisinger-Match

Als letztes Match des Tages kommt das Duell zwischen Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) und Lilly Hedlund ins Ziel – dessen Ausgang am Gesamtergebnis nichts mehr ändert, sportlich aber hochklassig ist. Leisinger eröffnet offensiv: Birdies an Bahn 3 und 4 bringen sie früh nach vorne, nach Loch 5 liegt sie 2auf, nach Loch 6 steht sie - aus Zählspielsicht - bei vier unter Par. Dann kommt die Schwedin zurück. Auf der 10 locht „Letti“ erneut ein Birdie zum 1auf, an der 11 folgt das nächste Birdie – erneut 2auf.

 

Dann dreht Hedlund das Match: Loch 12 und 13 gehen an Schweden, der Zwischenstand ist wieder all square. Loch 14 wird mit Birdie geteilt, die Qualität bleibt hoch. An Loch 16 locht Leisinger einen „Monster-Putt“, quasi nicht reproduzierbar.  Und doch hat am Ende die Schwedin das bessere Ende für sich. Am 18. Grün siegt Hedlund 1auf. In der Gesamtwertung bleibt es dennoch beim Erfolg für das Junior Team Germany.
 

Die Bundestrainerin ist glücklich

Bundestrainerin Esther Poburski zeigt sich nach dem Sieg gegen Schweden sichtlich zufrieden mit der Antwort ihres Teams auf das Viertelfinale. „Wir haben eine starke Reaktion auf gestern gezeigt. Wir hatten uns einige Dinge vorgenommen, die wir verbessern wollten“, sagt sie. Besonders wichtig war ihr ein veränderter Einstieg: „Wir wollten ein bisschen präsenter sein, einen besseren Start haben. Denn den haben wir gestern ein bisschen verpennt.“

 

Mit Blick auf das Duell gegen Schweden betont Poburski die Qualität beider Mannschaften: „Am Ende war es ein sehr hochklassiges Match gegen Schweden, das wir dann für uns entscheiden konnten. Wir haben nicht locker gelassen und richtig gutes Golf gespielt.“ Der Blick geht bereits weiter nach vorn: „Wir freuen uns auf morgen und dass wir um Platz fünf gegen die Schweiz spielen können.“ Ihr Fazit für den Tag fällt klar aus: „Es war wirklich gut heute, ein bisschen anders als gestern – und ich freue mich, dass die Mädels sich für ihre gute Leistung belohnt haben.“

 

Vor dem letzten Turniertag

Nach der Niederlage gegen Tschechien und dem Sieg gegen Schweden geht es am Finaltag nun im direkten Duell mit Gastgeber Schweiz um Platz fünf. Denn die Eidgenossinnen setzten sich ihrerseits mit 3:2 gegen Italien durch und sicherten sich damit ebenfalls einen Platz im „ganz kleinen Finale“. Für das Junior Team Germany bietet sich damit die Chance, das Turnier mit hoffentlich nur einer Niederlage zu absolvieren.

 

In den Spielen der Viertelfinal-Siegerinnen, sind am vorletzten Turniertag die weiteren Weichen gestellt worden. Titelverteidiger Spanien setzte sich im Halbfinale klar mit 5,5:1,5 gegen die Tschechische Republik durch und steht damit erneut im Endspiel. Dort treffen die Spanierinnen auf England, das sein Halbfinale mit 5:2 gegen Frankreich für sich entscheiden konnte. 


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