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Auf dem Weg zur Titelverteidigung? Rory McIlroy, Masters-Champion 2025. | © Jared C. Tilton/Getty Images

Der Erlöste: McIlroys nächste Mission

Auch ein Jahr nach seinem größten Triumph steht wieder Rory McIlroy im Zentrum der Aufmerksamkeit beim Masters in Augusta. Diesmal allerdings unter anderen Vorzeichen. Der Druck, endlich den Karriere-Grand-Slam zu vollenden, ist seit seinem lang ersehnten Coup im vergangenen Jahr verschwunden. Eine außergewöhnliche Herausforderung wartet dennoch auf ihn: die Titelverteidigung. Eine Aufgabe, die historisch fast genauso anspruchsvoll ist. Seit 1934 haben es nur drei Spieler geschafft, in Augusta zweimal in Folge zu gewinnen: Jack Nicklaus (1965/66), Nick Faldo (1989/90) und Tiger Woods (2001/02).

Vom Jäger zum Gejagten

Der für McIlroy vielleicht größte Unterschied zu den Jahren zuvor liegt in den Erwartungen, den eigenen und den fremden. Über anderthalb Jahrzehnte war Augusta für den Nordiren Sehnsuchtsort und Belastung zugleich. Immer wieder war er mit der Frage konfrontiert worden, wann er endlich das fehlende Major gewinnen würde. Seit seinem Triumph 2025 hat sich die Perspektive verschoben. „Früher konnte ich es kaum erwarten, dass das Turnier beginnt – dieses Jahr wäre es mir fast egal, wenn es gar nicht losginge“, sagte er kurz vor Turnierbeginn. Worte, die man als neue Gelassenheit interpretieren könnte. Oder als besondere Anspannung, weil McIlroy weiß, dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, ab Sonntag nicht mehr amtierender Masters-Sieger zu sein. 

Diese Stars scheiterten an der Titelverteidigung

Die Idee einer Titelverteidigung klingt verlockend. Sie ist aber statistisch äußerst unwahrscheinlich. Arnold Palmer, Tom Watson, Seve Ballesteros, Bernhard Langer, Phil Mickelson – die Liste der gescheiterten Champions ist lang. Selbst Scottie Scheffler, der Nummer eins der Welt, gelang das Double bislang nicht. Platz zehn und Platz vier erreichte er als amtierender Titelträger – respektabel, aber weit entfernt vom erneuten Triumph. „Es ist extrem schwierig, Turniere auf diesem Niveau zweimal hintereinander zu gewinnen“, sagt Scheffler. Das gilt erstrecht für die Majors, bei denen die Dichte der potenziellen Sieger besonders dicht ist. Auch das Masters-Feld 2026 ist natürlich stark besetzt: Mehr als 50 der besten Spieler der Welt sind am Start. McIlroy selbst spricht von „dem stärksten Teilnehmerfeld im Golf, auch wenn es nicht das größte ist“.

Aktuelle Formschwäche

Während in Augusta immer noch viel über McIlroys historischen Sieg im Vorjahr gesprochen wird, bleibt ein Aspekt eher unterbelichtet: seine aktuelle Form. Vier Starts auf der PGA Tour, ein zweiter Platz bei der Genesis Invitational, dazu ein Rückzug bei der Arnold Palmer Invitational wegen Rückenproblemen – die Saison verlief bislang alles andere als ideal. Seit drei Wochen hat er kein Turnier mehr gespielt. Einige seiner schärfsten Rivalen haben bereits größere Erfolge gefeiert. Bryson DeChambeau etwa reist mit zwei Siegen auf der LIV Tour an, Patrick Reed überzeugte zuletzt auf der DP World Tour und Justin Rose gewann Anfang Februar auf der PGA Tour. 

Zwischen Befreiung und Ungewissheit

Augusta National präsentiert sich in diesem Jahr besonders anspruchsvoll. Trockenes Wetter sorgt für harte, schnelle Grüns – Bedingungen, die selbst für die Weltelite zur Herausforderung werden. Also auch für McIlroy, der sich in diesen Tagen gefühlstechnisch irgendwo zwischen Befreiung und Ungewissheit bewegen dürfte. Der größte Druck ist weg, die Erwartungen sind geblieben. Nur haben sie sich verschoben: vom ersehnten Triumph hin zur Frage, ob er nun eine neue Dominanz aufbauen kann.

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