Couples‘ Schwunggeheimnis – Tempo, Technik & Timing
Fragt man Golfer in aller Welt nach dem elegantesten Schwung, fällt der Name von Fred Couples sehr oft. Seine butterweiche Bewegung fasziniert seit Jahrzehnten – weil sie so mühelos aussieht. Doch wie schafft es der Amerikaner, seine Bälle so weit zu schlagen und dabei fast schon unverschämt entspannt zu wirken? Die US-Kollegen von Golf Digest (s. Video unten) haben sich mit Couples‘ Schwunggeheimnis beschäftigt und vor allem zwei entscheidende Bewegungen erkannt, die er anders macht als andere.
Weite durch langen Schwung
Während viele heutige Tourpros wie Jon Rahm oder Tony Finau ihre enorme Schlagkraft durch explosive, kompakte Bewegungen erzeugen, setzen Spieler wie Fred Couples, Ernie Els oder Vijay Singh auf eine andere Technik: Sie lassen ihrem Schläger Zeit und Raum, um Geschwindigkeit aufzubauen – ähnlich wie ein Weitspringer, der durch einen langen Anlauf zunächst Tempo aufnimmt, bevor er abspringt. Couples fällt durch eine vergleichsweise weite Schulterdrehung auf – manchmal mehr als 100 Grad. „Ich achte immer darauf, dass ich mich vollständig drehe“, sagte er selbst einmal. Zwischen 1989 und 2000 lag er zwölf Jahre in Folge unter den Top 15 der längsten Abschläger auf der PGA Tour.
Arme und Körper bewusst getrennt
Ebenfalls auffällig bei Couples‘ Schwung: Arme und Körper lösen sich voneinander. Während viele Profis ihre Arme mit dem Oberkörper synchron drehen, heben sich bei Couples die Arme deutlich vom Körper ab – sie bewegen sich „nach oben, Richtung Himmel“, erklärt der Experte im Video. Dadurch generiert Couples Power, die wiederum mehr Geschwindigkeit ermöglicht.
Der 3:1-Rhythmus
Was Couples' Schwung so flüssig und elegant wirken lässt, ist nicht nur die Langsamkeit der Bewegung, sondern das Timing – der sogenannte 3:1-Rhythmus. Bedeutet: Der Rückschwung dauert dreimal so lange wie der Abschwung. Klingt langsam? Ist es aber nicht. Viele Amateure holen sogar noch deutlich langsamer aus und erzeugen dadurch ungleichmäßige und ruckartige Schläge. Manche bewegen sich in einem Verhältnis von 4:1 oder gar 5:1 – und bremsen so die Kraftübertragung. Physiker Dr. Robert Grober fand heraus: Wer deutlich unter dem 3:1-Tempo liegt, aktiviert seine für den Schlag wichtige Muskulatur nicht optimal. Interessant: Egal ob Rahm mit seinem explosivem Schwung oder Couples mit fließender Eleganz – beide halten das 3:1-Verhältnis ein. Es ist der Schlüssel zu maximaler Effizienz – unabhängig von Körperbau oder Schwungstil.
Was Sie von Couples lernen können
Auch wenn nicht jeder so elegant schwingen kann wie Fred Couples, das richtige Tempo ist für alle Spieler umsetzbar. Es geht nicht darum, langsamer zu schwingen, sondern den passenden, ausgeglichenen Rhythmus zu entdecken. Im Alter von etwa 50 Jahren rangierte Couples im Ranking der längsten Schläge immer noch unter den Top 25 auf der PGA Tour. Und auch heute, mit 65 Jahren, bewundern ihn viele für sein größtes Talent – das richtige Timing.









