Braunschweig triumphiert im Stechen
Die Bahn C9 im Golf Valley im Münchener Süden ist ein spannendes Schlussloch. Das rund 370 Meter lange Par 4 erfordert einen präzisen Abschlag vorbei am mächtigen Fairwaybunker, ehe die Annäherung nicht minder genau auf dem Grün platziert werden sollte, das am rechten Rand von einem Wasserhindernis verteidigt wird. Das schwierige Par 4 war an diesem Sonntag bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Herren AK 50 Schauplatz eines packenden Finals. Nachdem der GK Braunschweig und der Hamburger GC in den vier Einzeln sowie dem Vierer jeweils 2,5 Punkte sammeln konnten, musste ein Stechen über die Goldmedaille entscheiden.
Johannes Buchler (Braunschweig) und Nicolai Laude (Hamburg) standen bei windigen und regnerischen Bedingungen in der rund einstündigen Nachspielzeit viermal am Abschlag dieses Lochs, ehe Buchler dieses packende Finale mit einem Par für sich und sein Team entscheiden konnte. Auf den ersten drei Extralöchern hatten beide Parteien jeweils Par, Par und Bogey notiert. Ein nervenaufreibendes Finale, das eigentlich keinen Sieger verdient gehabt hätte, fand so sein fulminantes Ende.
2,5 zu 2,5 nach den fünf Partien
Zuvor hatte es bereits einen spannenden Schlagabtausch gegeben. Der Vierer zwischen Tim Reichelt und Nicolai Laude (Hamburg) gegen Sebastian Dammann und Götz Straßburg endete mit 2 auf für die Hanseaten. All Square hieß es hingegen am Ende der ersten Einzelpartie zwischen Philipp Dous (Hamburg) und Hans-Immo Müller (Braunschweig), ehe Buchler (1 auf gegen den Hamburger Christian Niemitz) für den Braunschweiger Ausgleich sorgen konnte. Etwas deutlicher gingen die beiden ausstehenden Matches zu Ende. Für Braunschweig punktete Dr. Andreas Stamm (4&3 gegen Marcus Schuldt), den nächsten Hamburger Punkt sammelte Christian Domin mit 3&2 gegen Kai Hilz ein. Durch den Spielstand von 2,5 zu 2,5 kam es in der Folge zu diesem denkwürdigen Stechen.
„Das war ein sehr aufregender Tag“, kommentierte der Braunschweiger Kai Hilz. „Das Match war unglaublich eng und dann noch mehr als eine Stunde Stechen bei Regen und Wind. Ich kann mich wirklich kaum erinnern, so etwas schon mal erlebt zu haben. Wir sind sehr erschöpft, aber natürlich auch überglücklich. Es war ein Finale, das in Erinnerung bleiben wird, und wir sind froh, dass wir als Sieger zurück nach Braunschweig fahren können.“
Frankfurt holt Bronze
Etwas deutlicher verlief das kleine Finale. Zwar begann das Spiel um Platz drei zwischen dem GC Sylt und dem Frankfurter GC mit einem deutlichen 6&5 für den Vierer der Sylter – Bahman Khosravi und Christoph Eltester besiegten Rainer Riedel und Christian Gibitz klar. Doch in den Einzeln drehten die Hessen das Match auf imposante Art und Weise. Zunächst gewannen die Nationalspieler Felix Banzhaf (6&5 gegen Peter Koch) sowie Thomas Biermann (2&1 gegen Dirk Erdmann) ihre Partien und verwandelten den Rückstand in einen Vorsprung. Thomas Fili konnte im vierten Einzel dann den entscheidenden Punkt für die Frankfurter verbuchen. Fili setzte sich mit 4&3 über Arndt Stolte durch und machte den dritten Punkt perfekt. Die noch ausstehende Begegnung zwischen Arnaud Laborde und Azer Bislimaj wurde geteilt. Der Endstand: 3,5 zu 1,5 für den Frankfurter GC.

In den verbleibenden Begegnungen am Sonntag ging es wie am Vortag über neun Löcher zur Sache. Platz fünf ging an den Stuttgarter GC Solitude, der gegen den Münchener GC mit 3,5 zu 1,5 gewinnen konnte. Das Spiel um Platz sieben zwischen dem Bochumer GC und dem Gastgeber aus München-Valley endete 2,5 zu 2,5.
Das Format
Der dynamische Modus der Deutschen Mannschaftsmeisterschaften hat sich in den vergangenen Jahren etabliert. Für das Bundesfinale qualifizieren sich insgesamt 16 Teams. Zum Auftakt steht eine Zählspiel-Qualifikation auf dem Programm, in der alle sechs Spieler einer Mannschaft eine 18-Loch-Runde absolvieren. Die besten fünf Ergebnisse fließen in die Wertung ein. Die acht stärksten Teams ziehen anschließend in Gruppe A ein und spielen um den Titel, während die übrigen Mannschaften in Gruppe B um die Plätze neun bis 16 kämpfen.
Der zweite Turniertag steht im Zeichen des Matchplays: Jede Mannschaft bestreitet dabei zwei Runden, bestehend aus einem Vierer und vier Einzeln über jeweils neun Löcher. Am Finaltag wird das Format noch einmal angepasst: Die Partien um die Plätze eins bis vier werden über 18 Löcher ausgetragen, während in allen weiteren Begegnungen maximal neun Löcher gespielt werden. So entsteht eine spannende Mischung – ein Wettbewerb, der zwar über drei Tage läuft, aber dank des Formats temporeich und mitunter überraschend schnell entschieden wird.
Der Platz
Der Golfclub München-Valley gehört zu den modernsten und anspruchsvollsten Anlagen im Großraum München. Rund 30 Kilometer südlich der Landeshauptstadt gelegen, bietet die von David Krause entworfene Championship-Anlage 36 abwechslungsreiche Löcher, darunter einen Platz, der regelmäßig Austragungsort nationaler und internationaler Turniere ist. Breite Fairways, strategisch platzierte Bunker und große, ondulierte Grüns fordern Spieler aller Spielstärken, während die offene Lage im Tal für Wind und damit zusätzliche Herausforderungen sorgt. Das weitläufige Gelände ist eingebettet in eine naturbelassene Umgebung, die durch weite Sichtachsen und ökologische Ausgleichsflächen geprägt ist. Darüber hinaus steht eine moderne Infrastruktur mit großzügigen Übungsanlagen, Driving Range und einem einladenden Clubhaus zur Verfügung.










