Braunschweig ist Deutscher Meister
Was für ein Wochenende für den GK Braunschweig! Als Vierter der Zählspiel-Qualifikation gestartet, bezwang er am Samstag zunächst den GC Wildenrath und warf anschließend den Überraschungssieger des Viertelfinals, den GC Neckartal, mit 4,5:0,5 aus dem Turnier – und ist nun deutscher Meister. Im Finale gegen den GC Hamburg Wendlohe behielt Braunschweig am Sonntag mit 3:2 die Oberhand.
„Mit dem Titel haben wir nach dem ersten Tag überhaupt nicht gerechnet. Auf der Anreise haben wir gehofft, vielleicht um die Plätze eins bis vier mitspielen zu können. Dass wir am Ende die Meisterschaft gewinnen, ist für uns eine riesige Überraschung“, sagte Kapitän Hans-Heinrich Seeliger.
Drei Siege zum Titel
Bereits am Samstag hatten die Braunschweiger im Viertelfinale gegen den GC Wildenrath die erste Hürde mit 3:2 genommen. Im Halbfinale folgte ein beeindruckender 4,5:0,5-Erfolg gegen den GC Neckartal. Lediglich der Vierer zwischen Jörg Feldgiebel/Thomas Krautwald und Klaus Bauer/Thomas Engl endete All Square. In den vier Einzeln war Braunschweig nicht zu stoppen.
Im Finale wartete mit dem GC Hamburg Wendlohe ein Team, das sich ebenfalls nicht als Favorit in den Titelkampf verabschiedet hatte. Wendlohe war nach der Qualifikation Dritter, Braunschweig Vierter. Der Qualifikationssieger Bochumer GC war bereits im Viertelfinale überraschend am GC Neckartal gescheitert.
Entsprechend eng war das Endspiel. Den Auftakt machten Jörg Feldgiebel und Thomas Köhler im Vierer gegen Robert Hargreaves und Zeljko Ninic. Die Wendloher holten mit einem 3&2 den ersten Punkt. Danach drehte Braunschweig das Finale jedoch: Andreas Stamm bezwang Mathias Stender mit 4&3 und Hans-Immo Müller setzte sich sogar mit 5&4 gegen Karlheinz Noldt durch.
Damit fehlte nur noch ein Punkt zum Titel. Den holte Peter Cairns mit einem 3&2 gegen Reenald Koch. Hans-Günter Reiter musste sich zwar zwischenzeitlich Michael Specht mit 2&1 geschlagen geben, doch das änderte nichts mehr am Gesamtsieg. Mit 3:2 war Braunschweig Deutscher Meister. „Das Finale war ein fairer und offener Kampf auf hohem Niveau. Wir haben zwar 3:2 gewonnen, aber keine der Partien musste bis zum 18. Loch gehen. Die Entscheidungen fielen vorher, trotzdem war es bis zuletzt spannend“, sagte Seeliger.
„Eine sehr harmonische Truppe“
Der Kapitän sieht den entscheidenden Grund für den Erfolg in der Geschlossenheit seiner Mannschaft. „Wir sind eine sehr harmonische Truppe und haben die ganze Woche füreinander gekämpft. Das hat man auf dem Platz gemerkt.“ Dass mit Bochum der große Favorit bereits im Viertelfinale ausgeschieden war, spielte Braunschweig dabei durchaus in die Karten. „Viele hatten den Bochumer GC als Topfavoriten auf dem Zettel. Dass sie bereits im Viertelfinale ausgeschieden sind, hat den Turnierverlauf sicherlich beeinflusst. Glücklicherweise mussten wir nicht gegen sie antreten.“
Hamburger GC holt Bronze
Im Spiel um Platz drei setzte sich der Hamburger GC mit 4,5:0,5 deutlich gegen den GC Neckartal durch. Nur das abschließende Einzel zwischen Bernhard Beitinger und Jost Hellmann endete unentschieden. Die übrigen vier Partien gingen an den Hamburger GC. Neckartal darf dennoch auf ein außergewöhnliches Wochenende zurückblicken. Als Achter der Qualifikation hatte die Mannschaft zunächst den Spitzenreiter Bochumer GC mit 3:2 ausgeschaltet und anschließend erst im Halbfinale gegen den späteren Meister aus Braunschweig verloren.
Im Kampf um Platz fünf setzte sich der Krefelder GC mit 3:2 gegen Bochum durch. Wildenrath sicherte sich mit einem deutlichen 4:1 gegen den GC Eschenried Rang sieben.
Titel im Jubiläumsjahr
Für den Golf-Klub Braunschweig ist dieser Erfolg besonders bedeutend, da der Verein in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen feiert. „Für unseren Club ist das ein außergewöhnlicher Erfolg. Unsere AK 50 ist bereits amtierender Deutscher Meister und nun kommt der Titel der AK 65 dazu. Darauf sind wir natürlich sehr stolz“, sagt Seeliger.
Das Jubiläum wird offiziell im Dezember gefeiert. Der deutsche Meistertitel der AK 65 wird dort sicherlich einen prominenten Platz einnehmen. Auch der Finaltag selbst bot bereits einen zusätzlichen Grund zum Anstoßen. Einer der Braunschweiger Spieler hatte am Sonntag Geburtstag.
„Dass ausgerechnet am Finaltag einer unserer Mitspieler Geburtstag hatte, macht die Geschichte noch ein bisschen schöner. Einen besseren Anlass zum Feiern kann man sich kaum wünschen.“
GC Am Alten Fliess ein würdiger Austragungsort
Auch für den Austragungsort findet Seeliger lobende Worte. Der Golfclub Am Alten Fliess habe einen anspruchsvollen, aber fairen Rahmen für die Titelkämpfe geboten. „Der Platz war sehr fair, aber keineswegs einfach zu spielen. Vor allem die Bedingungen am ersten Tag waren herausfordernd. Am Sonntag hatten wir dagegen ideales Golfwetter.“
Sein Lob geht ausdrücklich an den Deutschen Golf Verband (DGV) und den gastgebenden Club: „Man muss dem DGV und dem Golfclub Am Alten Fliess ein großes Kompliment machen. Einen solchen Platz für eine Deutsche Meisterschaft der Altersklasse 65 zu finden und die Veranstaltung in dieser Qualität auszurichten, verdient großen Respekt.“
Die Feierlichkeiten sollen allerdings zunächst überschaubar bleiben. „Heute geht es erst einmal nach Hause. Wir werden den Erfolg sicherlich genießen, aber eher in einem moderaten Rahmen. Die große Feier werden wir dann gemeinsam nachholen.“ Eine solche Feier dürfte im Jubiläumsjahr ohnehin nicht lange auf sich warten lassen. Mit dem deutschen Meistertitel der AK 65 hat der Golf-Klub Braunschweig schließlich einen besonders schönen Grund, auf 100 Jahre Vereinsgeschichte anzustoßen.






