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Steinkauz-Projekt im G&CC Seddiner See | © GolfSustainable

Erfolg für G&CC Seddiner See bei größtem Steinkauz-Projekt

Kein einziger Steinkauz war 2010 im  Naturpark Nuthe-Nuplitz nachgewiesen. 16 Jahre später spricht der Projektleiter Peter Koch vom Landschaft-Förderverein Nuthe-Nieplitz von „zwischen 30 bis 40 Steinkauzrevieren, die wir bei unserem Monitoring vorfinden“. Ein Teil der Steinkauze, die sich wieder angesiedelt haben, stammt aus einer Voliere des G&CC Seddiner See, der sich seit 2014 an dem Projekt beteiligt. „Ich will das Projekt auf keinen Fall missen“, stellt Katja Ingenhoven, Vorstand der G&CC Seddiner See AG,  fest. „Wir unterstützen das Projekt weiterhin und haben auch einige Mitglieder, die sich mit Spenden beteiligen.“

Bei Null gestartet

Die Voliere ist von den Golfbahnen aus nicht zu erkennen und wird täglich von den Greenkeepern betreut. „Das ist eigentlich kein großer Aufwand“, findet Head-Greenkeeper David Duke. Zwei Eintagsküken pro Tag bekommt das Steinkauz-Paar gebracht, das hier angesiedelt ist. Ab und an muss die Voliere gesäubert oder aufgeräumt werden, ansonsten haben sich die Greenkeeper über die vergangenen zwölf Jahre zu Steinkauz-Kennern entwickelt. „Jetzt im Herbst hört man sie aus dem Wald besonders oft schreien“,  erklärt Duke, der die Steinkauz-Ansiedlung des Landschafts-Fördervereins von Beginn an mit unterstützte.

 

„Kein anderes Projekt in Deutschland ist bei null Steinkauzen gestartet, insofern ist das einzigartig und für uns auch wirklich ein großer Erfolg“, resümiert Peter Koch. „Solche Projekte sind sehr langfristig angelegt“. Nach inzwischen 25 Jahren hat man insgesamt 658 Jung- und Altvögel ausgewildert. Im Schnitt brütete ein Steinkauz-Paar jeweils drei Jungvögel aus, von denen im Schnitt aber nur 1,8 überlebten. Der Steinmarder ist laut Koch inzwischen der größte Feind, weshalb man alle alten Brutkästen durch Modelle eintauscht, deren Einstieg für den Steinmarder nicht geeignet ist. „Solche Projekte sind natürlich großartig“, findet auch Dr. Gunther Hardt, Leiter des Arbeitskreises Biodiversität des Deutschen Golf Verbandes, der den Club im August 2026 zum wiederholten Mal mit dem Zertifikat Gold beim Umweltabzeichen Gold & Natur auszeichnete.

 

Die Extensiv-Bereiche des Golfplatzes G&CC Seddiner See sind als Jagdgebiet für den Steinkauz gut geeignet.  „Der Steinkauz hat es gerne klein strukturiert“, erzählt Koch: viele Hecken, Weidelandschaft, Streuobstwiesen. Er mag Flächen, auf denen andere Tiere leben, ganz einfach, weil es dann Futter und die für ihn so wichtigen Mäuse gibt. An den Golfplatz als Kooperationspartner hatte er zu Beginn des Projekts nicht gedacht. Eine erste Besichtigung des Geländes zeigte dann aber: Es war weit vielfältiger als gedacht.

 

Für das Steinkauz-Projekt des Landschafts-Fördervereins war die Spendenbereitschaft einiger Mitglieder sehr wichtig, weil die Voliere angeschafft werden musste, das Futter bezahlt wird und in den Jahren 2015/2016 die Projektförderung teilweise ausfiel. Seit Ende 2021 ist die Förderung allerdings ohnehin ausgelaufen, Spenden und Steinkauz-Patenschaften halten es am Leben. „100 Steinkauz-Paare hätten wir eigentlich ganz gerne in der Region,“  formulierte Peter Koch vor Jahren das langfristige Ziel. Das dürfte noch ein paar Jahrzehnte dauern. Aber der G&CC Seddiner See ist als Unterstützer dabei.

Das Projekt:

  • In einem Naturschutzgroßprojekt wurde von 1992 bis 2004 ein Areal umgewandelt, das bis dahin weitgehend durch intensive Landwirtschaft gekennzeichnet war und Teil des mit den Außenbereichen über 60 Quadratkilometer unfassenden Naturparks Nuthe-Nauplitz war. Dadurch wurde auch die Voraussetzung für die Wiederansiedlung des Steinkauz geschaffen, der in Deutschland auf der Roten Liste steht.
  • 2015 wurden über Spenden zehn Niströhren auf dem Golfplatzgelände als Nistgelegenheiten aufgestellt. Eine Voliere (Kosten zirka 6.000 Euro) wurde vom Club errichtet und mit einen Steinkauz-Brutpaar besetzt. Die Vögel werden täglich durch Mitarbeiter des Golfclubs gefüttert.
  • Seitdem wurden insgesamt zehn Elternvögel und zwölf Jungvögel ausgewildert. Im Ergebnis hat sich nahe der Ortslage Wildenbruch unweit des Golfplatzes 2019 ein Revierpaar angesiedelt und fest etabliert, mit jährlichem Bruterfolg.
  • Insgesamt wurde die Voliere auf dem Golfplatz seit 2017 fünfmal für die Auswilderung genutzt, d.h. im Herbst mit einem Brutpaar besetzt und nach erfolgreicher Brut und Aufzucht der Jungvögel wurde die Voliere geöffnet und die Familie ausgewildert.
  • Um die Nahrungsmittelversorgung für den Steinkauz zu verbessern, wurde 2018 eine brachliegende Fläche auf dem Golfplatz in eine Pferdewiese umgewandelt. Der Steinkauz bevorzugt extensive Weidetierhaltung und mag kurzrasige Flächen und Blühwiesen mit vielen Insekten. Durch die Ansiedlung der Pferde wurde dem Steinkauz die Jagd deutlich leichter gemacht.
  • Wie zählt man den Steinkauz? Im Frühjahr ist Hauptbalzzeit. Über eine Klangattrappe wird die Steinkauzstimme abgespielt – darauf antwortet der Steinkauz, der sich in der Nähe befindet. Die Tiere werden in eine Karte eingetragen.

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