Matti Schmid bei der US Open: "Für Herausforderung gewappnet"
Golf.de: Matti, du hast ja gestern und heute jeweils alle 18 Löcher hier in Shinnecock Hills gespielt. Wie ist dein erster Eindruck vom Platz und vom Turnier?
Matti Schmid: Es ist natürlich ein riesiges Event, unglaublich. Der Platz ist aktuell noch weicher als in der Vergangenheit, sagen die meisten. Aber dennoch ist es schwer, Birdies zu machen. Generell ist es schwierig, nah an die Fahnen zu kommen, weil man im Wind seine Distanzen gut kontrollieren muss. Es ist extrem anspruchsvoll, aber der Platz ist aktuell noch ein bisschen weich. Das wird sich aber sicher noch ändern.
Du hast 2021 schon einmal bei der US Open in Torrey Pines gespielt, aber natürlich unter ganz anderen Voraussetzungen. Der Platz hier ist komplett anders und eigentlich überhaupt nicht zu vergleichen. Wie ist es, mit ein bisschen mehr Erfahrung in diese US Open zu gehen?
Das war damals natürlich riesig. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich nur an einigen Turnieren der European Tour teilgenommen. Inzwischen habe ich mehr Erfahrung auf schweren Plätzen und unter schwierigen Windbedingungen gesammelt. Ich weiß noch, dass es damals schon sehr schwierig war. Die Grüns sind unglaublich hart geworden. Bei der US Open ist es immer sehr schwierig, wenn man das Grün verfehlt. Aber ja, ich denke, jetzt bin ich besser gewappnet und würde mich auch über eine große Herausforderung freuen.
Was ist hier deiner Meinung nach die größere Herausforderung: der Wind oder die Grüns?
Das lässt sich nicht ganz trennen, es ist die Kombination. Je mehr Wind, desto mehr trocknen die Grüns aus und desto schwieriger wird es, keine schwierigen Chips oder langen Putts zu haben. Mit Wind wird es richtig schwierig.
Deine Saison ist ja größtenteils sehr gut gelaufen, mit dem Höhepunkt bei der PGA Championship, bei der du im letzten Flight gespielt hast. Wie wichtig ist diese Erfahrung für diese Woche?
Diese Erfahrung ist für mich unglaublich wichtig. Das hat mir schon geholfen, als ich zum ersten Mal auf der European Tour am Wochenende vorne mitgespielt habe. Auf der PGA Tour war es der gleiche Prozess. Man muss all das durchmachen, auch die schlechten Momente, und daraus lernen. Je mehr Erfahrung man bei Top-Turnieren in den letzten Flights sammelt, desto besser. Ich hoffe und denke auch, dass mir das helfen wird.
Gibt es etwas Bestimmtes, das dir von der PGA Championship besonders im Gedächtnis geblieben ist? Gerade am Finaltag vorne mitzuspielen, die Atmosphäre, der Druck?
Für mich war es natürlich eine unglaubliche Woche. Besonders gefreut hat mich, dass ich sogar geführt habe und auch danach gut weitergespielt habe. Ich hatte fast ein bisschen Pech auf den Löchern 9 und 10, aber ich habe gutes Golf gespielt – und das unter dem wahrscheinlich höchsten Druck, den man als Profi-Golfer haben kann: ein Major am Wochenende anzuführen. Deshalb bin ich stolz und schaue positiv in die Zukunft.
Welche Erwartungen hast du für diese Woche? Hast du dir ein Ziel gesetzt?
Im Golf ist es immer schwierig zu sagen. Zunächst muss man schauen, dass man ins Wochenende kommt. Dann beginnt ein ganz neues Turnier. In der Regel wird der Platz dann noch einmal deutlich schwieriger. Dann spielen nur noch die Leute mit, die richtig gut sind. Das Ziel ist aber ganz klar: in die Top 10 zu kommen.
Wie sieht es diese Woche mit der Logistik aus? Der Verkehr ist ja ziemlich verrückt hier auf Long Island. Wo wohnst du und wie hast du das organisiert?
Ich bin leider erst nach der PGA Championship kurzfristig reingekommen, weshalb viele Housing-Optionen nicht mehr verfügbar waren. Aber wir haben etwas in der Nähe auf der richtigen Seite gefunden. Viele haben uns empfohlen, lieber ein bisschen mehr Geld in die Hand zu nehmen und darauf zu achten, dass man auf der richtigen Seite des Golfplatzes wohnt. Sonst hat man hier keinen Spaß.
Noch eine letzte Frage, die nichts mit Golf zu tun hat: Es ist ja auch Fußball-WM. Hast du Zeit, ein bisschen zu schauen? Und wer, glaubst du, könnte am Ende das Rennen machen?
Ja, natürlich. Ich bin ein großer Fußballfan. Ich drücke den Deutschen natürlich die Daumen. Aber ich denke, dass Frankreich mit seiner Offensive stark sein wird. Letztendlich kann aber immer nur das beste Team gewinnen – und da ist Deutschland historisch ja nicht so schlecht. Mal schauen, vielleicht könnte es ja wieder etwas werden.







