Kontaktpflege: Die Faktoren bei der Griffwahl
Die Suche nach dem optimal passenden Griffmodell spielt bei der Schlägerwahl häufig nur eine Nebenrolle. Dabei ist der Griff die direkte Verbindung zwischen Golfer und Schläger – und damit ein entscheidender Faktor. Material, Größe, Textur und sogar das Gewicht können messbare Auswirkungen haben.
Die Materialfrage: Cord, Gummi oder Hybrid?
Von weich bis hart, von glatt bis rau: Die großen Griffhersteller bieten heute zahlreiche Modelle pro Serie an. Grundsätzlich unterscheiden sich Griffe durch Materialmix und Oberflächenstruktur. Faustregel: Je härter das Material, desto mehr Feedback. Je weicher das Material, desto besser die Vibrationsdämpfung.
Cord-Griffe
Cord-Modelle bestehen aus Baumwollfasern, die in den Gummi eingearbeitet sind. Sie bieten hervorragende Traktion, insbesondere bei Nässe oder starkem Handschweiß. Härtere Cord-Griffe sind torsionsstabiler und bleiben formstabil – ein Vorteil bei schnellen Schwungübergängen. Nachteil: Die höhere Reibung kann die Lebensdauer von Handschuhen verkürzen. Wer bislang ausschließlich weiche Griffe gespielt hat, sollte den Umstieg schrittweise angehen.
Geeignet für:
- Golfer mit hoher Schweißbildung
- Spiel bei Regen
- Spieler mit hoher Schwunggeschwindigkeit
- Golfer, die maximales Feedback im Treffmoment bevorzugen
Gummi-Griffe
Weiche Gummi-Griffe bieten hohen Komfort und absorbieren Vibrationen deutlich besser. Sie liefern weniger „ehrliches“ Feedback, fühlen sich dafür angenehmer an.
Empfohlen für:
- Golfer mit Gelenk- oder Handbeschwerden
- Spieler, die ein weiches, komfortables Griffgefühl bevorzugen
- Perforationen und Oberflächenmuster sorgen trotz der Weichheit für ausreichende Kontrolle.
Hybrid- oder Half-Cord-Griffe
Diese Variante kombiniert Cord im Bereich der oberen Hand mit einer weicheren Gummimischung im unteren Teil. Die Idee: Oben maximale Kontrolle und Traktion, unten mehr Gefühl und Komfort. Da auf die obere Hand während des Schwungs mehr Druck wirkt, ist dieser Materialmix für viele Spieler ein sehr ausgewogener Kompromiss.

Welche Griffgröße ist die richtige?
Die Griffgröße ist eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt. Ist dieser zu dick oder zu dünn, steigt die Gefahr von Fehlschlägen – oft durch unbewusst erhöhten Griffdruck. Die sicherste Methode ist die Beratung durch einen qualifizierten Fitter. Alternativ helfen Messungen der Hand oder die Handschuhgröße.
Faustregel: Berührt der Mittelfinger beim Umfassen des Griffs gerade den Daumenballen, ist die Größe passend.
- Handschuhgröße: Männer Small / Damen Small or Medium – Empfohlene Griffgröße: Undersize
- Handschuhgröße: Männer Medium ML / Damen Large – Empfohlene Griffgröße: Standard
- Handschuhgröße: Männer Large – Empfohlene Griffgröße: Midsize
- Handschuhgröße. Männer XL oder XXL– Empfohlene Griffgröße: Midsize oder Jumbo
Quelle: Golf Pride
Liegt man zwischen zwei Größen, können zusätzliche Tape-Lagen unter dem Griff helfen, die optimale Dicke zu erreichen. Einige Tourspieler – etwa Bryson DeChambeau – setzen bewusst auf Oversize- oder Jumbo-Griffe, um die Handgelenksrotation zu reduzieren. Auch bei Verletzungen oder Arthritis kann ein dickerer Griff entlastend wirken.
Zusätzliche Technologien und Designmerkmale
Moderne Griffe können dabei helfen, die Hände immer wieder gleich zu positionieren. Die Align-Technologie (Golf Pride) nutzt erhöhte, sichtbare Stege auf der Griffunterseite als Orientierungshilfe. Bei den Plus4-Modellen ist der untere Griffbereich etwas dicker. Ziel ist ein geringerer Griffdruck in der unteren Hand – und damit weniger Spannung im Schwung.
Welcher Griff eignet sich fürs Putten?
Auf dem Grün steht weniger Athletik, dafür mehr Gefühl im Vordergrund. Entsprechend vielfältig sind Puttergriffe – nicht nur in Größe und Material, sondern auch in der Form (rund, pistol, dreieckig oder eckig).

Diese Faktoren beeinflussen:
- Setup und Handposition
- Aktivität der Handgelenke
- Schwunggewicht und Balance des Putters
Ein schwererer Griff lässt den Schlägerkopf subjektiv leichter erscheinen. Dickere Puttergriffe können die Handgelenke beruhigen und die Schlagfläche stabilisieren. Entscheidend bleibt: Der Griff sollte immer gemeinsam mit dem später gespielten Putterkopf getestet werden. Das persönliche Gefühl ist hier der wichtigste Maßstab.
Wann sollten Griffe gewechselt werden – und wie lassen sie sich reinigen?
Golf Pride empfiehlt einen Griffwechsel nach etwa 40 Runden. Wer viel trainiert oder häufig spielt, kann sogar von ein bis zwei Wechseln pro Saison profitieren – insbesondere bei stark genutzten Schlägern wie Wedges. Eine Studie zeigte: Neue Griffe können zu höherer Ballgeschwindigkeit, mehr Carry-Länge und vor allem zu mehr Vertrauen im Treffmoment führen.
Verschleißmerkmale:
- Glänzende Stellen
- Risse oder poröse Oberflächen
- Abbröckelnde Farbe
- Nachlassendes Griffgefühl
Reinigung
Regelmäßiges Reinigen verlängert die Lebensdauer deutlich:
- Warmes Wasser mit etwas Spülmittel
- Weiche Bürste oder Schwamm
- Abspülen und mit einem Tuch trocknen
Schweiß, Schmutz und Sonnencreme setzen dem Material besonders zu – Pflege zahlt sich aus.








