Stolpe-Coach Zilg: „Wir sind hochmotiviert und freuen uns auf 2026“
Uli Zilg, Glückwunsch zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Nochmal kurz zurück zum Relegationsspiel gegen Burgdorf. Wie habt ihr das Match erlebt? Wie waren Platz und Gegner und wie wurde anschließend gefeiert?
Fangen wir mal beim Platz an: Falkenstein ist vielleicht der beste in ganz Deutschland, daher haben sich alle auf dieses Match gefreut. Diese Anlage exklusiv für zwei Tage zu haben, das ist schon ein Privileg, zumal uns der Kurs alles abverlangt hat. Anspruchsvolle Fahnenpositionen, Wind. Hamburg hat wirklich alles gemacht, um eine tolle Atmosphäre zu schaffen. Burgdorf war der erwartet schwere Gegner. Zwar sportlich sehr fair, aber tough. Es begann gut für uns in den Vierern und den Einzeln. Hinten raus kippte es zugunsten von Burgdorf. Eine Stunde vor Ende hätte ich es nicht für möglich gehalten, dass wir als Sieger vom Platz gehen würden. Aber dank eines großartigen Schlussspurts haben wir uns das Ding noch geholt. Umso größer waren Jubel und Freude am Ende. Natürlich wurde hinterher ausgiebig gefeiert.
Liga eins ist kein Neuland für euch. Wie wird sich das Team in der DGL-Saison 2026 verändern und wie stellt man sich als Aufsteiger auf die Matches gegen die „Großen“ aus Hubbelrath, Hösel und Wannsee ein? Was ist möglich für euch nächste Saison?
Ich denke, da wird sich für die Saison 2026 nicht viel ändern. Wir sind mit diesem Kader aufgestiegen und werden die meisten Spieler auch behalten. Natürlich wird es auch Gespräche mit dem einen oder anderen potenziellen Neuzugang geben und dann werden wir sehen, ob an der einen oder anderen Stelle noch geschraubt wird. Ich habe das Team ja erst im März 2025 übernommen und sehe bei dem einen oder anderen unserer Spieler Luft nach oben. Was dann gegen die arrivierten Teams für uns möglich ist, wird man sehen müssen, zumal die Vorbereitung ja ewig lang werden wird, bis es im Mai wieder losgeht. Da wird man sehen müssen, was auch bei den anderen passiert. Am Beispiel Mannheim-Viernheim sieht man ja, dass sich eine Mannschaft schnell verändern kann, wenn die Clubführung plötzlich andere Prioritäten hat.
Hannover geht runter, ihr hoch. Somit befinden sich 2026 zwei Berliner Teams in Liga eins. Ein Vorteil, weil ein direkter Nachbar bekannt und dabei ist? Wie ist es um die Rivalität mit Wannsee bestellt?
Natürlich gibt es zwischen zwei Teams aus der Bundeshauptstadt, die in einer Liga spielen, immer eine Art Rivalität. Das ist im Leistungssport normal. Klar ist Wannsee die Adresse oder die Attraktion für ambitionierte Spieler. Aber auch wir wollen mittel- bis langfristig starke Nachwuchsspieler aus den eigenen Reihen integrieren. Grundsätzlich würde ich das Verhältnis als freundschaftlich einschätzen. Wir haben einmal bei der Landesmeisterschaft gegeneinander gespielt. Die Jungs kennen sich und tauschen sich aus. Da gibt es keine tiefere Rivalität. Im Gegenteil, wir freuen uns, dass wir in der 1. Bundesliga Nord mit dem Match am Wannsee eine lange Reise weniger haben.
Für dich als ehemaliger Bundestrainer war und ist die DGL Neuland. Gib uns einen Einblick: Wie schätzt du das Leistungsniveau ein und welche Bedeutung hat das Ligasystem für das deutsche Leistungs-Golf?
In der DGL gibt es meiner Meinung nach eine Riesen-Differenz. Als Bundestrainer war ich ja bisher ausschließlich im Leistungs-Golf unterwegs und weiß, welchen Aufwand man betreiben muss, um es an die Spitze zu schaffen. In der Nationalmannschaft hatten wir es daher vor allem mit Spielern zu tun, die auf dem Weg zu ihrem Maximum waren. In der DGL sind zu 80 Prozent Spielerinnen und Spieler unterwegs, die über ihren Zenit hinweg sind. Es hat sich in den vergangenen Jahren aber sehr viel getan in Sachen Leistungs-Niveau in der DGL. Es kommen immer mehr jüngere Spielerinnen und Spieler zum Einsatz, denn die Clubs müssen ihre Teams ja irgendwie auch füllen. Für die Breite ist das sicherlich förderlich und ohne Breite keine Spitze.
Das Aufstiegsspiel ist Matchplay. Euch scheint dieses Format zu gefallen und zu Höchstleistungen zu pushen. Das Final Four ist auch Lochwettspiel. Ist Riedhof 2026 für euch nur Träumerei bzw. ist das mittel- bis langfristig für die Stolpe-Herren möglich?
Wir werden es jetzt nach einer aufregenden und spannenden Saison erst einmal locker angehen lassen. Die meisten unserer Spieler sind im Urlaub oder auf anderen Turnieren unterwegs, ehe es in die Winterpause geht. Wir werden uns so im Oktober zusammensetzen, das Vergangene analysieren und einen Plan für die Zukunft aufstellen. Klar ist das Final Four für uns als Aufsteiger erst einmal in weiter Ferne, zumal die starken Teams über zahlreiche National- und Tour-Spieler verfügen. Aber wer weiß, was passiert in dieser langen Zeit bis zum Start der Saison 2026. Wenn man bedenkt: Wir haben ungefähr sechs Monate Vorbereitung für fünf Spieltage in drei Monaten. Im Fußball oder anderen Sportarten ist es andersherum: Da gibt es sechs Wochen Vorbereitung für acht oder mehr Monate Saison. Aber wir sind nach dem Aufstieg natürlich hochmotiviert und freuen uns auf 2026.
Vielen Dank für das Gespräch!







