Viel Arbeit für Tour-Bedingungen
Der Nord Course der Green Eagle Golf Courses ist keine gewöhnliche Turnierbühne: Wasser auf fast allen Löchern, eine stattliche Länge und das höchste Course-Rating eines deutschen Platzes – das macht ihn zur maximalen Herausforderung. Genau darin liegt der Reiz für das Amundi German Masters powered by VcG.
Dass das Turnier in dieser Woche auf einem so gut präparierten Platz stattfindet, war keine Selbstverständlichkeit. „Der frühe Termin macht es nicht einfacher", gibt Geschäftsführer Michael Blesch zu.
Über Monate Schnee, Eis, Tauwetter – und am Ende Schneeschimmel, der dem Platz zusetzte. „Es war schon das schlechtestmögliche Szenario. Da kann man nur zuschauen und auf besseres Wetter hoffen." Schadstellen auf den Grüns konnten so nicht ganz vermieden werden, doch im entscheidenden Bereich rund um die Fahnen ist alles in bester Ordnung, versichert Blesch. Ansonsten präsentieren sich die 18 so schwierigen Löcher wie gewohnt in toller Optik und Verfassung.
Klare Vorgaben für Grüns und Rough
Nach den Erfahrungen der Premiere im Vorjahr haben Blesch und die Turnierorganisation Setup und Bedingungen weiter optimiert. Die Geschwindigkeit wird für die Frauen der Ladies European Tour bewusst auf 11,5 Fuß auf dem Stimpmeter begrenzt, weil die Bälle beim Schlag ins Grün weniger Spin haben als bei den Männern. Das macht die Arbeit für Blesch und Co. etwas einfacher.
Bei den Turnieren der DP World Tour waren in der Vergangenheit Werte von etwa 12,5 Fuß die Regel, was zusätzliche Pflegemaßnahmen und häufiges Bügeln und Mähen zur Folge hatte. Auch das Rough ist auf die Anforderungen der LET abgestimmt: First Cut bei 32 Millimetern, Second Cut bei 64 Millimetern im Gegensatz zu 100 Millimetern auf der DP World Tour.
Die Platzarbeiten während der Turnierwoche übernimmt das Team aus Green Eagle. 16 Greenkeeper bilden den Kern, unterstützt von einem Bunkertrupp aus fünf freiwilligen Clubmitgliedern sowie weiteren Helfern, die sich um die Divots kümmern. Der Tagesablauf ist durchgetaktet: Fairways und Roughs werden abends gemäht – morgens würde Nässe einen milchigen Farbton hinterlassen. Am Morgen werden Fahnen gesteckt, Grüns und Abschläge gemäht und gebügelt. Außerdem wird kontrolliert, ob sich nächtens ein Tier in einem Bunker ausgetobt hat.
Die Sache mit dem Termin
Das Feedback der Spielerinnen stimmt zuversichtlich. Vor allem die neue Driving Range sucht seinesgleichen und beeindruckt selbst die LET-Spielerinnen. Und auch beim Veranstalter plant man langfristig mit Green Eagle. „Jedes große Event braucht eine gewisse Zeit an einem Ort, um ein Fundament aufzubauen", erklärt Turnierdirektor Dirk Glittenberg. „Es kommen immer mal wieder Anfragen, aber ich halte nichts von einem Location-Wechsel, weil man gewissermaßen immer wieder von vorne anfängt."
Für das kommende Jahr denkt Glittenberg bereits an ein paar neue Tee-Boxen, um durch Risk-and-Reward-Situationen noch spektakulärere Bilder zu produzieren. Auch der Hospitality-Bereich hinter dem 18. Grün soll weiter wachsen.
Offen ist noch, ob es für 2027 beim Mai-Termin bleibt. „In diesem Jahr hatten wir leider etwas Pech mit den Eisheiligen und sehr kaltem Wetter", erklärt Glittenberg. Die Tendenz gehe aktuell dahin, sich für einen etwas späteren Termin im Juni zu bewerben. Ob das klappt, hängt auch davon ab, ob es mit dem Preisgeld weiter nach oben geht. Der Nord Course jedenfalls wäre bereit.







