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Präzise und weite Drives: Esther Henseleit. | © golfsupport.nl/Rich Graessle/ism

Der unterschätzte Schlüssel zu geraden Drives

Fast alle Golfer träumen davon, mit dem Driver nicht nur weit, sondern vor allem konstant und gerade zu schlagen. Wer den Ball vom Abschlag sicher und mit guter Länge aufs Fairway spielen kann, hat meistens eine gute Ausgangslage. Für PGA Golf Professional Christian Neumaier liegt der Schlüssel dabei weniger in komplizierten Schwunggedanken als in einem besseren Gefühl für die Schlagfläche – und dieses Gefühl entsteht vor allem über die rechte Hand. Das erklärt er in seinem Video (s.u.). Er selbst führt die Basis für sein präzises Spiel auf Erfahrungen in anderen Sportarten zurück. „Ich habe ganz viel Tischtennis und Tennis gespielt, wo man das Gefühl der Hände ganz präzise lernt“, erklärt er. Besonders das Tennisspiel habe ihm geholfen, die Stellung einer Schlagfläche im Raum besser wahrzunehmen und zu kontrollieren.

Die Rolle der rechten Hand

Für Rechtshänder ist die rechte Hand laut Neumaier das wichtigste Werkzeug, wenn es darum geht, die Position der Schlagfläche zu spüren. „Unsere rechte Hand ist das größte Steuerwahrnehmungsorgan, das wir haben“, erzählt der PGA Professional. Deshalb empfiehlt er, die Aufmerksamkeit beim Training gezielt auf die rechte Hand zu lenken. Statt sofort mit voller Geschwindigkeit zu schlagen, sollten Golfer zunächst lernen, die Stellung des Handgelenks bewusst wahrzunehmen.

Vom Tennis lernen

Neumaier vergleicht die Bewegung mit einer Vorhand beim Tennis. Dort bleibt der Winkel zwischen Hand und Schläger über einen längeren Zeitraum erstaunlich konstant. Genau dieses Gefühl möchte er auch Golfern vermitteln. Entscheidend sei, dass sich der Winkel im rechten Handgelenk während der Vorwärtsbewegung nicht frühzeitig auflöst. Dadurch bleibe die Schlagfläche länger stabil und könne den Ball kontrollierter treffen. „Dieses konstante Vorwärtsbewegen meines Arms, ohne dass ich diese Handwinkel verändere, ist ein Garant dafür, dass die Schlagfläche etwas länger gerade bleibt“, erklärt Neumaier.

Kleiner Winkel, große Wirkung

Profis behalten laut Neumaier selbst im Treffmoment noch einen leichten Winkel im rechten Handgelenk. Er spricht von etwa 20 bis 30 Grad, die auch während des Durchschwungs teilweise erhalten bleiben. Für Amateure bedeutet das nicht, einen bestimmten Winkel technisch erzwingen zu müssen. Vielmehr geht es darum, überhaupt ein Gefühl dafür zu entwickeln, was die rechte Hand während der Bewegung macht. Dafür empfiehlt Neumaier einfache Übungen mit kurzen und kontrollierten Schlägen. Die Aufmerksamkeit sollte dabei vor allem auf der Wahrnehmung liegen, nicht auf der Schlaglänge.

Mehr Kontrolle statt mehr Kraft

Neumaier rät dazu, zunächst viele kleine Richtungsschläge zu spielen. Dabei soll bewusst registriert werden, wie sich Handstellung und Schlagfläche während der Bewegung verhalten. Erst wenn dieses Gefühl vorhanden ist, können Tempo und Schwunglänge schrittweise erhöht werden. Das Ziel: Die rechte Hand soll sich während des Durchschwungs möglichst wenig verändern und die Schlagfläche stabil durch den Ball führen. Für Neumaier ist das Training der rechten Hand ein oft unterschätzter Baustein auf dem Weg zu besseren Drives. Wer lernt, die Stellung der Schlagfläche bewusster wahrzunehmen, gewinnt nicht nur an Gefühl, sondern auch an Kontrolle.

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