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Zu Gast in Indien: Rory McIlroy
Zu Gast in Indien: Rory McIlroy | © Luke Walker/Getty images

McIlroy kontert Kohle-Kritik, Long am Limit und Cejka glänzt erneut

Heimsieg in Shanghai: Ruoning Yin hat beim Buick LPGA Shanghai für Jubel unter den chinesischen Golf-Fans gesorgt. Mit einem Schlag Vorsprung setzte sich der Publikumsliebling gegen Hye-Jin Choi durch, die nach jeder der ersten drei Runden geführt hatte, den Sieg auf der Zielgeraden aber noch aus der Hand gab. Für Yin war es der zweite Saisonsieg nach ihrem Erfolg bei der FM Championship und bereits der siebte Titel auf der LPGA Tour.

 

Auch aus deutscher Sicht gab es erfreuliche Nachrichten: Esther Henseleit kam mit Runden von 74, 69, 75 und 70 Schlägen bei Par ins Ziel und teilte sich den 16. Rang, dotiert mit 42.891 Dollar. Herausragend war ihre zweite Runde: Als am Freitag der Wind auffrischte, die Grüns fester wurden und nur sechs Spielerinnen unter Par blieben, spielte Henseleit eine 69 und blieb als einzige im Feld unter 70 Schlägen. Shanghai war der Auftakt des vier Turniere umfassenden Asien-Swings der LPGA Tour, und schon ab Donnerstag geht es mit der BMW Ladies Championship auf den Pine Beach Golf Links in Südkorea weiter.

Chacarra siegt, McIlroy kontert Kisner-Kritik

Er ist die neue Nummer eins: Mit seinem Sieg bei der India Championship in Neu-Delhi hat sich Eugenio Chacarra an die Spitze der Saisonwertung der DP World Tour gesetzt und Patrick Reed abgelöst. Der Spanier, der nach seinen Erfolgen bei der KLM Open und der Italian Open bereits zum dritten Mal in diesem Jahr triumphierte, hielt im Delhi Golf Club den Neuseeländer Daniel Hillier mit zwei Schlägen auf Distanz. Zuvor war er schon Dritter in Frankreich und Zweiter in Spanien geworden. Für den ehemaligen LIV-Spieler geht es auf Platz 39 der Weltrangliste nach oben.

 

„Das ist großartig", freute sich der Sieger. „All die harte Arbeit – in den letzten Wochen war ich schon ganz nah dran. Ich wollte schnell einen Sieg einfahren, um in der Rangliste nach oben zu klettern, und ich habe wirklich gut gespielt. Die letzte Runde war hart, ich war total müde, weil ich die letzten drei Tage um 4 Uhr morgens aufstehen musste. […] Aber ich bin wirklich stolz auf mein Kurzspiel und darauf, wie ich mich durchgekämpft und meine Geduld bewahrt habe.” 

 

Kein Wunder, dass sein Name auch immer häufiger ins Spiel kommt, wenn es um mögliche Kandidaten für das europäische Ryder-Cup-Team geht. „Ich habe Luke [Donald, Europas Ryder Cup-Kapitän, Anm.d.Red.] schon vor einiger Zeit gesagt, dass ich in diesem Team dabei sein will! Ich will mir einen der sechs Plätze sichern! Das ist eines der Ziele, die wir uns als Team gesetzt haben. Ich arbeite wirklich hart dafür. Es ist zwar noch ein Jahr hin, aber ich weiß, wozu ich fähig bin, und ich weiß, dass ich ein guter Spieler bin und viel Charisma habe. Ich will einfach immer besser werden und weiter gewinnen!”

 

Highlight-Clip: Chacarras Sieg-Putt

Einer seiner engsten Verfolger im Race to Dubai ist Rory McIlroy. Auch der Nordire war nach Indien gereist, um sich in einem mit Justin Rose, Shane Lowry oder Tommy Fleetwood durchaus prominent besetzten Feld zu messen. Die Motivation: vermutlich auch ein stolzes Antrittsgeld, dessen Höhe nicht öffentlich ist. Zu den Gegenleistungen gehörte ein Auftritt beim Bloomberg New Economy Forum in Neu-Delhi, wo McIlroy über die Chance sprach, den Golfsport in Indien voranzubringen, und andeutete, sein Start könne dem Spiel ein breiteres Publikum erschließen.

 

Kevin Kisner nahm ihm das nicht ab. Im Podcast „Fore Play" tat der ehemalige Tour-Spieler und heutige TV-Experte die Aussage als Unsinn ab und unterstellte McIlroy und den anderen Stars, allein des Geldes wegen angereist zu sein. McIlroy konterte mit einer Gegenfrage: „Woher will er das wissen?" Für ihn schließt sich beides nicht aus: Man könne für einen Start bezahlt werden und trotzdem echtes Interesse daran haben, den Sport in einem Schwellenland zu etablieren, dessen Mittelschicht größer sei als die gesamte Bevölkerung der USA. Sportlich blieb vom Indien-Gastspiel wenig hängen: McIlroy wurde geteilter 42., 17 Schläge hinter Chacarra und einen Schlag hinter dem deutschen Duo Freddy Schott und Nicolai von Dellingshausen (T34). Marcel Siem schaffte als geteilter 49. ebenfalls den Cut.

Letzte Chance in Südkorea

Kommende Woche endet mit der Genesis Championship im Woo Jeong Hills Country Club die reguläre Saison der DP World Tour, bevor in Abu Dhabi und Dubai die Playoffs anstehen. Dabei geht es um die Positionen im Race to Dubai und die Kategorien für die kommende Saison. Aktuell befindet sich mit Bahrain-Sieger Freddy Schott nur ein Deutscher unter den Top 100. Neben ihm wird nach jetzigem Stand Nicolai von Dellingshausen mit vollwertiger Kategorie in die kommende Spielzeit gehen, dank seines Siegs bei der Austrian Alpine Open 2025.

 

Vorbei ist die Saison hingegen für Marcel Schneider. Bis zuletzt hatte der Schwabe gehofft, in diesem Jahr noch zwei oder drei Turniere spielen zu können. Nun stellt sich die Handgelenksverletzung des 36-Jährigen aus dem Elite Team Germany doch als schwerwiegender heraus als zunächst gedacht. Daher wird er im Jahr 2026 an keinem Wettkampf mehr teilnehmen, wie er seinen Fans via Instagram mitteilte. Auch Matti Schmid (Ellenbogenbruch) und Martin Kaymer (Schulter-OP) befinden sich aktuell in der Reha und werden erst 2027 wieder am Tee stehen.

Singh siegt, Langer und Cejka glänzen

Es klingt nach den typischen Themen, die Golfer im fortgeschrittenen Profialter beschäftigen: Wie kommt der Körper morgens mit Kälte und Wind zurecht? Darüber machte sich auch Vijay Singh vor der Finalrunde der SAS Championship Gedanken. Am Ende durfte er nach der dritten 69 in Folge im Prestonwood Country Club den Pokal entgegennehmen, zwei Schläge vor Ernie Els. Es war sein erster Sieg auf der PGA Tour Champions seit mehr als drei Jahren.

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Mit 63 Jahren ist Singh nach Bernhard Langer der zweitälteste Spieler, der je ein Turnier auf der PGA Tour Champions gewonnen hat. Der Deutsche gewann allein fünf Mal nach seinem 64. Geburtstag. Und der zweimalige Masters-Sieger spielte auch in North Carolina wieder oben mit: Am Ende stand mit Platz zehn das erste Top-Ten-Ergebnis seit Juni zu Buche.

 

Noch besser lief es für Alex Cejka. Nachdem die Hoffnung auf den fünften Tour-Titel in der vergangenen Woche erst im Stechen geendet hatte, war der Titelverteidiger auch in Cary in Topform. Runden von 71, 70 und 69 Schlägen führten zum geteilten dritten Rang. Das erneute Top-Ergebnis bringt Cejka unter die besten Zehn der Saisonwertung. Fest steht: Nach hartnäckigen Ellenbogenproblemen ist der 55-Jährige zurück in bestmöglicher Verfassung.

Drei Deutsche beim Grand Final

Hurly Long schleppte sich mit 39 Grad Fieber durch die Finalrunde der Hangzhou Open auf der HotelPlanner Tour. Als 20. gestartet, fiel der Heidelberger mit fünf Bogeys bei einem Birdie zurück, ehe ihn ein Birdie auf der 18 rettete: Als 44. der Road to Mallorca bleibt er hauchdünn unter den besten 45 und ist beim Saisonfinale dabei. Bester Deutscher wurde Finnish-Challenge-Sieger Dominic Foos als geteilter Neunter (-14), der sich damit auf Rang 31 der Jahreswertung verbesserte. Jannik de Bruyn (T27) und Jan Schneider (T36) landeten ebenfalls im Preisgeld.

 

Anton Albers verpasste zwar den Cut, sorgte aber für den Moment der Woche: ein Hole-in-One mit dem Driver auf dem 286 Meter langen Par 4 der fünften Bahn. Neben Foos und Albers (32.) darf Long damit noch auf eine Kategorie für die DP World Tour hoffen. Die Entscheidung fällt ab dem 29. Oktober beim Grand Final im Club de Golf Alcanada auf Mallorca.

So geht es bei MagentaSport weiter

In Südkorea endet die reguläre Saison der DP World Tour mit der Genesis Championship, bevor es für die Elite in die Playoff-Turniere geht. Unter anderem am Start sind Senkrechtstarter Chacarra sowie Open-Sieger Ryan Fox. Magenta Sport überträgt ab 5 Uhr morgens live. Auf der PGA Tour geht es mit der Butterfield Bermuda Championship täglich ab 19 Uhr weiter.

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