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Sieger auf Long Island: Wyndham Clark
Sieger auf Long Island: Wyndham Clark | © Kate McShane/Getty Images

Trotz Gegenwind vom Heimpublikum: Clark holt zweiten US-Open-Titel

Als Wyndham Clark im vergangenen Jahr die US Open im Oakmont Country Club vorzeitig mit einem verpassten Cut beendete, zertrümmerte er im Anschluss zwei der historischen Holzspinde in den Umkleideräumen. Der Amerikaner war damals wütend über seine Leistung – sowohl beim traditionell schwierigsten Major des Jahres als auch allgemein. Auch wenn sich Clark schnell für seine Tat entschuldigte, stand er in der Kritik, auch weil er bereits Wochen zuvor mit einem Schlägerwurf negativ aufgefallen war. Sportlich lief es nicht rund.

 

Ein Jahr später verlässt der Mann aus Colorado den Shinnecock Hills Golf Club hingegen mit seinem zweiten Major-Titel. Statt öffentlicher Kritik feiert ihn die Golfwelt für seinen zweiten US-Open-Sieg. Den ersten hatte er 2023 in Los Angeles geholt. Damit erreicht das jüngste Formhoch des Ryder-Cup-Spielers, der vor vier Wochen den CJ Cup gewonnen hatte und im Anschluss Dritter beim Memorial wurde, seinen vorläufigen Höhepunkt.

 

Der Weg zum Pokal war wie erwartet kein einfacher – trotz sechs Schlägen Vorsprung. Clark war mit einem komfortablen Polster in die Finalrunde gestartet, geriet jedoch früh unter Druck. Die Besonderheit: Die Zuschauer standen klar auf der Seite von Scottie Scheffler und feierten jeden Fehler des Führenden.

Der Vorsprung schmilzt – aber hält

Der 32-Jährige kam nicht besonders gut rein in die Runde. Seine Bilanz nach sieben Löchern: Drei Bogeys, vier Pars. Die Konkurrenz kam näher, was die Stimmung auf dem Platz weiter anheizte, doch Clark vor allem mental bemerkenswert stabil und brachte sich immer wieder mit starken Rettungsschlägen aus schwierigen Lagen zurück.

 

Die Entscheidung fiel auf den Schlusslöchern. Auf der 16 gelang Clark nach einem Abschlag ins hohe Gras ein spektakuläres Birdie, das ihm Luft verschaffte. Zwar leistete er sich auf der 17 noch ein Bogey, wodurch der Vorsprung auf einen Schlag schrumpfte, doch auf dem Schlussloch behielt er die Nerven. Nach einem soliden Drive und einem kontrollierten Annäherungsschlag spielte er den Ball sicher aufs Grün und brachte den Sieg mit zwei Putts nach Hause. Der Lohn: Stolze 4,5 Millionen US-Dollar. 

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Mit einer Schlussrunde von +3 gewann er mit einem Schlag Vorsprung vor Sam Burns, der mit einer 67 noch einmal nah herankam, und sicherte sich seinen zweiten Titel bei diesem Major. Tom Kim (-1) kam als Dritter ins Ziel, Scheffler, Keith Mitchell und J.T. Poston (Par) teilten sich Rang vier.

Fans unterstützen Scheffler

„Der erste Titel war schon unglaublich, und dieser hier scheint sogar noch besser zu sein“, sagte Clark. „Gerade nach dem bitteren Nachgeschmack, den dieses Turnier letztes Jahr hinterlassen hat, ist es eine Art Wiedergutmachung, wieder zu gewinnen – es ist fast schon unwirklich.“

 

Und ergänzte mit Blick auf die fehlende Unterstützung der Fans: „Die wollten auf jeden Fall nicht, dass ich gewinne. Es kommt bei einem Major ziemlich selten vor, dass die Fans deine Schläge ausbuhen oder sich über schlechte Schläge freuen. Das war hart, aber ich mag es auch – manchmal ist es ganz schön, der Außenseiter zu sein. Das war 2023 so, und ich habe irgendwie das Gleiche gemacht. Immer wenn jemand etwas Negatives zu mir gesagt hat, habe ich es durch etwas Positives ersetzt. Einiges davon habe ich mir selbst zuzuschreiben. Ich habe es mir irgendwie selbst eingebrockt, aber ich verstehe es auch. Scottie war auf dem Weg zum Karriere-Grand-Slam, und das ist noch nicht sehr oft vorgekommen.“

 

Scheffler, der erneut ein Major in der Spitzengruppe abschließen konnte, war ebenfalls überrascht über die Stimmung auf Long Island. „Das Publikum war heute anspruchsvoll. New Yorker sind eben ein hartes Publikum. Es waren viele Fans da. Es ist schön, wenn die Fans einen anfeuern. Manchmal wird es mir allerdings ein bisschen zu viel, wenn die Bälle vom Grün rollen und man trotzdem Jubel hört. Aber letztendlich kann ich das Verhalten der Fans nicht kontrollieren. In der Arena zu sein, ist nicht jedermanns Sache.“

 

Matti Schmid aus dem Elite Team Germany war der einzige deutsche Spieler im Feld und hatte auf Long Island den Cut verpasst.

 

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