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Leona Maguire und Esther Henseleit nach ihrem gewonnenen Match in der Vormittagssession am zweiten Tag des Solheim Cups. | © LET/David Cannon

Henseleit glänzt am Vormittag, die USA gleichen spät aus

Und dann kamen die USA doch noch einmal zurück und schockten das europäische Team auf den letzten Löchern des letzten Matches. Dabei ging nach einer gewonnenen Vormittagssession am Samstag des Solheim Cups im Bernardus Golf auch der Nachmittag aus blau-gelber Sicht erfreulich los. Das lag nicht nur daran, dass das Team von Kapitänin Anna Nordqvist die Führung übernehmen konnte. Sondern auch daran, dass mit Maja Stark und Linn Grant zwei schwedische Spielerinnen, deren Nationalflagge ebenfalls blau-gelb ist, die größte Show abrissen. 

 

Vor allem Stark sorgte für mehrere Höhepunkte am zweiten Wettkampftag. Das größte lieferte sie zu Beginn der Nachmittagssession (Fourball) direkt am ersten Loch. Ihr Gegenüber Lauren Coughlin hatte ihre Annäherung zum Birdie an den Stock gelegt, doch dann lochte Stark wenig später zum Eagle ein. Damit war der Ton gesetzt.

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Nachdem die Schwedinnen zwischenzeitlich in Rückstand geraten waren, drehten die guten Freundinnen auf den Back Nine auf. Gemeinsam spielten sie die Löcher 11 bis 15 in vier unter Par und gingen mit einem Vorsprung von zwei Schlägen auf die letzten drei Löcher. Ein weiteres Birdie von Stark auf der 17 entschied das Match und brachte den Europäerinnen den achten Punkt, nachdem man die Vormittagssession am Samstag mit 3:1 gewonnen hatte. Schon dort schlugen Stark und Grant mit Nelly Korda und Allisen Corpuz ein zuvor noch nie besiegtes Duo. Mit Coughlin und Megan Khang bezwangen sie zwei weitere Spielerinnen, die eine beeindruckende Siegesserie beim Solheim Cup vorzuweisen hatten.

 

„Es war großartig“, sagte Grant nach dem Nachmittagsmatch. „Ich glaube, auf den hinteren neun Löchern haben wir richtig Gas gegeben. Wir haben uns gut zusammengetan und angefangen, so zu spielen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Es war ein wirklich gutes Spiel. Ich glaube, sie lagen direkt hinter uns. Wenn ich schnell nachrechne, lagen wir heute bei etwa zehn unter Par – also ein großartiges Spiel von beiden Seiten.“

Die USA kontern

Doch die USA antworteten. Zunächst holten Rose Zhang und Auston Kim ihren Punkt im Match gegen Nastasia Nadaud und Leona Maguire mit 3&2. Kurz darauf durften Yealimi Noh und Andrea Lee einen vollen Punkt gegen Lottie Woad und Charley Hull mit 1 auf bejubeln.

 

Das dramatischste, engste und emotionalste Duell kam zum Abschluss der Nachmittagssession. Die Spanierin Carlota Ciganda spielte gemeinsam mit der Französin Celine Boutier gegen Jennifer Kupcho und Lindy Duncan. Nachdem die Europäerinnen die Löcher 13 und 14 gewonnen hatten, schien eine Vorentscheidung gefallen zu sein. Jedoch spielten sowohl Ciganda als auch Boutier ihre Abschläge auf der 15 ins Wasser und auf der 17 schockte Kupcho das europäische Team sowie die vielen verbliebenen Fans auf der Anlage des Bernardus Golf mit einem langen Birdie-Putt. So ging es All Square auf die 18, wo Ciganda am Freitagabend noch sensationell einen halben Punkt gerettet hatte.

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Dieses Mal war es Kupcho, die für einen Gefühlsausbruch in ihrem Team sorgte. Nach ihrem Monster-Putt auf der 17 fiel auf der 18 auch ein langer Putt zum Birdie. Damit gewann das US-Duo mit einem Schlag Vorsprung und glich den Solheim Cup wieder aus. Spannender und knapper könnte die Ausgangslage vor dem Finaltag nicht sein. Nach diesem Finale dürfte das Momentum jedoch eher bei den US-Amerikanerinnen liegen.

 

„Sie war der Wahnsinn“, schwärmte Duncan von ihrer Partnerin. „Diese Putts, die sie versenkt hat, waren absolut unglaublich. Oh mein Gott, Loch 17 werde ich nie vergessen.“

 

„Das sind unglaubliche Putts, die sie an Loch 17 und 18 versenkt hat. Da kann man wirklich nichts dagegen tun“, musste auch Nordqvist neidlos anerkennen. „Carlota hat am letzten Loch ihr Bestes gegeben und sie hatten zwei großartige Birdie-Chancen an Loch 17, aber es war ein großartiges Match. Insgesamt war es ein toller Tag. Wir gehen mit einem Unentschieden in den morgigen Tag. Wir haben zwölf Matches vor uns, und ich weiß, dass die Mädchen für morgen bereit sind.“

Ergebnisse Fourballs, Samstag:

  • Maja Stark / Linn Grant 2&1  vs.  Megan Khang / Lauren Coughlin
  • Charley Hull / Lottie Woad  vs. Yealimi Noh / Andrea Lee 1 auf
  • Leona Maguire / Nastasia Nadaud vs.  Rose Zhang / Auston Kim 3&2
  • Carlota Ciganda / Celine Boutier vs.  Jennifer Kupcho / Lindy Duncan 1 auf

 

Ergebnis nach 16 von 28 Matches: 8:8

Der Vormittag: Henseleit glänzt

Auch die dritte Session des 20. Solheim Cups im Bernardus Golf verlief über weite Strecken äußerst ausgeglichen, ohne dass sich ein klarer Sieger abzeichnete. Zwar war nicht jedes der vier Foursome-Matches für sich mit Spannung aufgeladen, jedoch hielten sich die Vorteile meist die Waage. Den Punktereigen am Samstagvormittag eröffneten die Schwedinnen Maja Stark und Linn Grant im ersten Match des Tages gegen Allisen Corpuz und Nelly Korda. Letztere waren bis zu diesem Tag bei fünf gemeinsamen Einsätzen beim Solheim Cup noch ungeschlagen. 

 

Das skandinavische Duo spielte die ersten neun Löcher in fünf unter Par und lag zur Halbzeit somit bereits mit 4 auf. Stark entschied das Match mit einem Birdie auf der 16 für sich (3&2) und brachte Europa in Führung. Das Highlight des Matches war ein Eagle-Chip-in von Stark auf der kurzen Acht. „Es war klar, dass uns heute ein hartes Spiel bevorstand”, sagte Grant im Anschluss. „Das war uns bewusst, und wir wussten, dass wir sehr gut spielen mussten. Ich bin einfach sehr froh, dass uns das gelungen ist. Dabei hatten wir auch noch jede Menge Spaß.“

Klatsche für englisches Duo

Den deutlichsten Sieg der bisherigen Ausgabe in Cromvoirt feierten Alison Lee und Lauren Coughlin im vierten Foursomes-Match des Tages. Das englische Duo Lottie Woad und Charley Hull konnte an diesem Vormittag bei traumhaften Bedingungen und vor beeindruckender Kulisse erneut nicht an sein Leistungspotenzial anknüpfen. Es verlor mit 6&5, ohne auch nur ein Loch gewonnen zu haben. 

 

„Um ehrlich zu sein, hat Lauren heute unglaublich gut Golf gespielt“, sagte Lee und lenkte damit die Aufmerksamkeit auf ihre Kollegin. „Ich hatte das Gefühl, nur auf dem Beifahrersitz gesessen zu haben. Ich war irgendwie dabei und habe mitgemacht, wann immer ich konnte. Aber sie hat einige unglaubliche Putts und Annäherungsschläge gespielt, besonders auf den ersten neun Löchern. Wenn wir ausgeglichen spielen, besonders auf den ersten neun Löchern, ist das sehr wichtig, denn da muss man versuchen, den Ball nah an das Loch zu bringen, um uns Chancen auf Birdies zu verschaffen, statt den Druck auf die zweiten neun Löcher zu verlagern. Aber wir hatten so viel Spaß da draußen.“

Europa geht zwischenzeitlich in Führung

Mit diesem haushohen Erfolg war der zwischenzeitliche Ausgleich im Kontinentalvergleich wiederhergestellt. Der nächste Punkt wurde im Match Nastasia Nadaud/Mimi Rhodes gegen Andrea Lee/Auston Kim vergeben. Und wie schon am Vortag wussten die beiden europäischen Rookies zu glänzen. Frühe Lochgewinne gaben die Richtung vor, und diese Führung gaben Nadaud und Rhodes nicht mehr aus der Hand. 

 

„Ich habe gerade gesagt, dass wir uns nach dem gestrigen Sieg heute Morgen wahrscheinlich beide sehr wohl gefühlt haben”, erklärte Nadaud nach dem Match. „Ich muss sagen, wir hatten eigentlich nicht damit gerechnet, heute Morgen Foursomes zu spielen. Das war gestern eine tolle Überraschung. Aber ja, wie Mimi schon sagte, wir haben sehr besonnen gespielt, viele Fairways und Grüns getroffen und uns Chancen erarbeitet. Ja, es war ein ziemlich guter Vormittag.“ 

Henseleit holt zweiten Punkt

Standesgemäß mit einem Birdie auf der 15 entschieden die Französin und die Engländerin das Match mit 4&3 für sich. Damit rückte die letzte Partie des Tages in den Mittelpunkt. Hier war Esther Henseleit zum zweiten Mal bei diesem Solheim Cup im Einsatz. Die Spielerin des Elite Team Germany spielte erneut an der Seite von Leona Maguire, mit der sie bereits am Freitagvormittag einen Punkt für Europa geholt hatte. Ihr zweiter gemeinsamer Auftritt entwickelte sich insbesondere auf den Back Nine zu einem wahren Golfkrimi mit vielen Wendungen. Nachdem Henseleit und Maguire früh 2 auf gegen Jennifer Kupcho und Rose Zhang gelegen hatten, drehten die US-Amerikanerinnen zwischenzeitlich das Blatt und lagen nach neun Löchern selbst 2 auf.

 

Ab diesem Moment begannen Henseleit und Maguire, sich ideal zu ergänzen. Die Irin glänzte teilweise aus dem Sand, teilweise vom Abschlag. Henseleit erholte sich wiederum von einem kurzen, verschobenen Putt auf der Elf und rettete das Duo auf den letzten Löchern mehrmals mit großartigen Rettungsschlägen. Ihr Versuch, barfuß das Unrettbare aus dem Wasser der 15 zu retten, war leider nicht von Erfolg gekrönt. Dennoch gewannen die Europäerinnen zwei der letzten drei Löcher und sicherten damit den siebten Punkt für die Heimmannschaft. 

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Oh, es war großartig“, sagte eine erleichterte Henseleit kurz nachdem sie den letzten Lochgewinn mit einem fantastischen Chip vorbereitet hatte. „Das Publikum war heute fantastisch. Es hat uns wirklich geholfen, auf den hinteren neun Löchern das Blatt zu wenden. Ja, es hat viel Spaß gemacht. Es war zwar ein harter Kampf, aber ich habe das Gefühl, dass wir es trotzdem genossen haben und einfach das Beste daraus gemacht haben. Ja, es ist einfach unglaublich.“ Am Ende der Vormittagssession am Samstag durften die Frauen um Kapitänin Anna Nordqvist jubeln, denn sie gewannen diese mit 3:1.

Ergebnisse Foursomes, Samstag:

  • Maja Stark / Linn Grant 3&2  vs.  Nelly Korda / Allisen Corpuz
  • Esther Henseleit / Leona Maguire  1 auf  vs. Rose Zhang / Jennifer Kupcho
  • Mimi Rhodes / Nastasia Nadaud 4&3 vs.  Andrea Lee / Auston Kim
  • Charley Hull / Lottie Woad vs.  Alison Lee / Lauren Coughlin 6&5

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