Henseleit punktet bei ausgeglichenem Auftakt
Was als kühler Frühherbstmorgen in den Niederlanden begann, entwickelte sich gegen 11 Uhr Ortszeit zu einem nasskalten Vormittag mit leicht böigem Wind. Als der Regen einsetzte und die Regenschirme aufklappten, hatten die US-Amerikanerinnen bereits den ersten Punkt in den Foursomes am ersten Wettkampftag des Solheim Cups im Bernardus Golf erzielt. Ausgerechnet Europas Star-Duo aus England hatte gegen Nelly Korda und Allisen Corpuz wenig zu melden.
Charley Hull und Lottie Woad, die beide unter den Top Ten der Weltrangliste platziert sind, eröffneten den Kontinentalvergleich zwar mit einem Lochgewinn, brachen anschließend jedoch ein und verloren sechs der nächsten zwölf Löcher. Nach einem geteilten 15. Loch holten Korda und Corpuz den ersten Punkt für die USA (4&3). Das US-Duo blieb damit auch in seinem fünften gemeinsamen Match ungeschlagen und stellte einen neuen Solheim-Cup-Rekord auf.
Die Auftaktsession des 20. Solheim Cups war über weite Strecken ausgeglichen. Beide Teams lagen die meiste Zeit in jeweils zwei Matches in Führung. Esther Henseleit war im dritten Match des Tages mit Leona Maguire gefordert. Einen besseren Start hätte sich das deutsch-irische Duo nicht wünschen können. Zwei starke Annäherungen von Henseleit an den ersten beiden Löchern wurden von Maguire veredelt, sodass sie früh mit 2 auf führten.
Diese Führung gegenüber Andrea Lee und Rookie Lindy Duncan gaben die Europäerinnen nicht mehr aus der Hand, obwohl es am Ende noch einmal knapp wurde. Henseleit verzog ihren Drive auf der 16 und auch auf der 17 kämpfte man um das Par. Doch die 27-Jährige aus dem Elite Team Germany behielt die Nerven und lochte ihren Putt am vorletzten Loch. Damit ging dieses Match als einziges auf die schwierige 18.
Nachdem Maguire den Tee Shot auf der Eins übernommen hatte, war Henseleit beim Stand von 1 auf an der 18 gefordert. Die Norddeutsche bewies erneut Nervenstärke und platzierte ihren Abschlag auf der Spielbahn. Nachdem Maguire ihre Annäherung etwas zu kurz gelassen hatte, stand für Henseleit ein wichtiger Chip an – und erneut lieferte die Deutsche ab. Das Loch ging an Europa und damit auch das Match mit 2 auf.
“Ich finde, wir haben am Anfang wirklich gut gespielt und viele Birdies erzielt”, sagte Henseleit im Anschluss. “Die letzten neun Löcher waren sehr knifflig und durch den Wind und den Regen kam es mir heute so vor, als wären sie besonders lang. Ich habe das Gefühl, dass die letzten sechs oder sieben Löcher einfach anstrengend waren. Aber ja, wir haben Putts versenkt, Up-and-Downs geschafft und am Ende den Punkt geholt, also bin ich sehr zufrieden.”
Für Henseleit war dies der zweite Punktgewinn in ihrer Foursome-Historie, nachdem sie vor zwei Jahren bereits mit Hull eines ihrer Matches gewonnen hatte. Die Chemie zwischen Maguire und Henseleit schien zu stimmen. Es wäre schon eine Überraschung, wenn man die beiden nicht mindestens noch einmal als Paarung auf dem Platz im Bernardus Golf sehen würde.
Schwedisches Top-Duo
Während im zweiten Match das Tages zwischen Nanna Koerstz Madsen/Celine Boutier und Lauren Coughlin/Alison Lee die US-Amerikanerinnen mit 3&2 den zweiten Punkt aufs rote Konto holten, rissen die Schwedinnen Maja Stark und Linn Grant im letzten Match des Vormittags eine kleine Show ab. Die guten Freundinnen lagen schon nach sieben gespielten Löchern 4 auf gegen Rose Zhang und Jennifer Kupcho. Auf Loch 9 sorgte Grant mit einem eingelochten Bunkerschlag zum Par für den Highlight-Schlag des Vormittags. Nach 16 Löchern war das Match mit 3&2 entschieden und die Europäerinnen hatten zu dem Zeitpunkt ihren ersten Punkt gesichert, während Henseleit und Maguire um ihren Matchgewinn noch kämpfen mussten.
Ergebnisse Foursomes, Freitag:
- Charley Hull / Lottie Woad vs. Nelly Korda / Allisen Corpuz 4&3
- Nanna Koerstz Madsen / Céline Boutier vs. Alison Lee / Lauren Coughlin 3&2
- Esther Henseleit / Leona Maguire 2 auf vs. Andrea Lee / Lindy Duncan
- Maja Stark / Linn Grant 3&2 vs. Rose Zhang / Jennifer Kupcho
Ergebnis nach 4 von 28 Matches: 2:2
Nachmittag ohne Henseleit
Trotz der starken Vorstellung des Duos Henseleit/Maguire gönnt Kapitänin Anna Nordqvist den beiden eine Pause in den Vierern am Nachmittag. Es ist also gut möglich, dass Henseleit am Samstagmorgen wieder zum Einsatz kommt. “Schau mal, natürlich möchte jeder jedes Spiel bestreiten, aber wir haben eine großartige Mannschaft und auch einige tolle neue Spieler”, so Henseleit kurz vor der Verkündung der Foursome-Matches. “Ich finde, wir sind in einer coolen Situation, weil jeder in dieser Mannschaft Punkte holen will und das nötige Können dafür hat. Ich habe also das Gefühl, dass wir, egal was passiert, ziemlich zufrieden sein werden. Wir sind froh, dass wir bereits unseren Beitrag geleistet haben.”
Dafür setzt Nordqvist in der zweiten Session ausgerechnet auf die beiden Paarungen, die am Vormittag in ihren jeweiligen Matches unterlagen. Zudem greifen mit Nastasia Nadaud, Mimi Rhodes und Julia Lopez Ramirez die übrigen drei Rookies ins Geschehen ein. Mit Carlota Ciganda gesellt sich zusätzlich eine ordentliche Portion Erfahrung auf Europas Seite.







