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Elisabeth Esterl war Deutschlands erste Solheim-Cup-Teilnehmerin. Am 29. August 2026 feiert sie ihren 50. Geburtstag. | © DGV/Kirmaier

Elisabeth Esterl: Deutschlands Erste wird 50

Du erkennst den wahren Charakter eines Menschen daran, wie er mit Tieren umgeht. Das ist nicht nur ein vielzitiertes Sprichwort, sondern auch These vieler Psychologen. Nicht nur, wenn es danach geht, ist Elisabeth Esterl ein herzensguter Mensch. Die frühere Tour-Spielerin feiert am 29. August 2026 ihren 50. Geburtstag. Brunch mit Familie zu Hause in Niederbayern, anschließend tourt sie mit ihrem Bus zu einem Damenturnier im GC Ebersberg.

 

Wie fing das mit Golf bei ihr an? „Mein Opa war recht kreativ und irgendwann der Meinung, ein Golfplatz sei rentabler als Landwirtschaft. Also hat die Nachbars-Familie Erhardsberger einen auf deren und unseren Grundstücken gebaut“, erzählt Elisabeth Esterl, die alle nur als „Liesl“ kennen. Ihre Kindheit verbrachte sie auf den Fairways und Grüns der Familie, wurde immer besser und mauserte sich zu einer erfolgreichen Tour-Spielerin. „Mir hat das einfach Spaß gemacht.“ Im September 1997 wechselte sie ins Profilager, holte zahlreiche Top-Ten-Plätze und gewann 2003 die Tenerife Ladies Open und 2004 die KLM Ladies Open (LET).

Das war eine tolle Zeit mit so vielen großartigen Begegnungen und Erlebnissen“, schwärmt sie. 2003 war sie die erste Deutsche, die jemals an einem Solheim Cup teilnehmen durfte. Mitte September war das, also vor ziemlich genau 23 Jahren. Welche Erinnerung sie daran noch hat? „Die Menschenmassen und die Stimmung, das war schon sehr beeindruckend. Das gibt’s in unserem Sport ja sonst nie.“ Zahlreiche Erinnerungsstücke von damals hat sie noch zu Hause. Das Bag, ein gerahmtes Foto des Teams mit Laura Davies, Annika Sörenstam, Suzann Pettersen und ein T-Shirt, das eine besondere Geschichte erzählt: „Annika Sörenstam, ihr Mann und ihr Caddie kamen am Vorabend der Einzel zu uns und haben uns das Winner-Shirt gegeben, dabei hatten wir noch gar nicht gewonnen.“ Mit dem Druck konnte das Team umgehen und schlug die USA im Barsebäck Golf & Country Club mit 17,5:10,5. Esterl steuerte 1,5 Punkte zum Triumph bei. Alle Europäerinnen unterschrieben das Shirt; eines davon befindet sich in Niederbayern.

Tierschutz und Mode

Und was macht die deutsche Solheim-Cup-Veteranin heute? Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten, einem Golf-Pro aus England, im Haus ihrer Oma in Reisbach im Landkreis Dingolfing-Landau. Idylle pur, viel Natur, freie Sicht, viele Haustiere und alle tragen Namen von Golf-Stars. Hund Freddie wegen Couples sowie beispielsweise die Katzen Seve (Ballesteros) und Tommy (Fleetwood). Ob sie zum Solheim Cup in die Niederlande reisen wird, ist noch offen. Viele Kontakte hat sie noch. „Ich habe mit Betty Hauert gesprochen; sie hat gesagt, ich solle kommen.“ Und weitere ehemalige Weggefährtinnen haben Esterl zu einem Wiedersehen der alten Garde animiert.

 

Ob das klappen wird, ist offen. Vorher stehen der 50. Geburtstag und das Damenturnier in Ebersberg an. Liesl Esterl wird mit dem Bus dorthin fahren, in dem sie ihre Mode gelagert hat. Esterl und ihr Lebensgefährte teilen nämlich eine weitere Leidenschaft: Sie designen und produzieren Shirts, Kleider, Hemden, Hosen, Kappen und vieles mehr für Golfer, die es bunt und schrill mögen. „Ich stand schon immer auf knallige Farben und mit den Stoffen können wir uns da ein bisschen austoben“, erzählt sie. Sie lässt in Limited Editions schneidern und sich bei der Produktion von Tier- und Naturmotiven inspirieren. Von jedem Teil geht ein Beitrag an Tierschutzprojekte. Einen eindeutigen Tipp für den Solheim Cup 2026, bei dem mit Esther Henseleit eine Deutsche für Team Europa abschlagen wird, hat sie. Wer gewinnt? „Wir natürlich!“

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