München geht ins Rennen
München geht ins Rennen um Olympia. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat am Samstag bei seiner außerordentlichen Mitgliederversammlung in Baden-Baden die bayerische Landeshauptstadt als deutschen Bewerber für die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele ausgewählt. München setzte sich dabei gegen die Bewerbung Köln-Rhein-Ruhr durch.
Damit ist der nationale Auswahlprozess abgeschlossen. Noch offen ist allerdings, für welches Austragungsjahr Deutschland letztlich antreten wird. München bewirbt sich um die Spiele in den Jahren 2036, 2040 oder 2044; erst im weiteren internationalen Bewerbungsverfahren wird sich zeigen, ob Deutschland den Zuschlag für eines dieser Jahre erhält.
Für den deutschen Golfsport ist diese Entscheidung von besonderem Interesse. Sollte München die internationalen Hürden nehmen und Deutschland tatsächlich Olympische Spiele ausrichten, soll das Golfturnier nach aktuellem Stand im Golfclub München Eichenried stattfinden. Die nördlich der bayerischen Landeshauptstadt gelegene Anlage verfügt mit der BMW International Open über langjährige Erfahrung in der Austragung internationaler Spitzenturniere.
Für den Deutschen Golf Verband (DGV) ist es eine wichtige Perspektive, dass Golf in München eine olympische Bühne bekommen könnte. Golf gehört seit den Spielen in Rio 2016 wieder zum olympischen Programm. Zuvor hatte die Sportart 112 Jahre auf ihre Rückkehr warten müssen. Bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 gewann Esther Henseleit die Silbermedaille – der bislang größte deutsche Erfolg seit der Rückkehr des Golfsports zu Olympia.
„Olympische Spiele sind für jeden Sportler und Fan immer etwas sehr, sehr Besonderes”, sagte DGV-Vorstand Sport Marcus Neumann bereits im Zusammenhang mit der deutschen Olympia-Bewerbung. Die Silbermedaille von Henseleit habe dem deutschen Golfsport einen zusätzlichen Schub gegeben.
Nun rückt eine mögliche Austragung im eigenen Land ein Stück näher. Für Eichenried wäre es nach der BMW International Open eine weitere internationale Großveranstaltung und für den deutschen Golfsport die Chance, die eigene Sportart bei Olympischen Spielen unmittelbar vor heimischem Publikum zu präsentieren.
München mit Olympia-Erfahrung
Nach 1972 wäre München zum zweiten Mal Gastgeber der Olympischen Sommerspiele. Das Bewerbungskonzept setzt unter anderem auf kompakte Strukturen und die Nutzung bzw. Weiterentwicklung bestehender Infrastruktur. Für das Olympische und Paralympische Dorf ist ein Standort im Münchner Nordosten vorgesehen. Die Stadt hat ihre Bewerbung im Oktober 2025 in einem Bürgerentscheid mit 66,4 Prozent Zustimmung legitimiert.
Auch die DOSB-Evaluierungskommission sah München vor der finalen Entscheidung knapp vor Köln-Rhein-Ruhr. München erhielt 87 von 100 möglichen Punkten, Köln-Rhein-Ruhr 85; beide Konzepte wurden mit „sehr gut” bewertet. Mit der Entscheidung in Baden-Baden beginnt für München nun die nächste Phase. Der nationale Bewerber muss sein Konzept international weiterentwickeln und sich anschließend im Verfahren des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) gegen internationale Konkurrenz durchsetzen.

Golf könnte 2036, 2040 oder 2044 in München aufschlagen
Auch sportlich wird sich in den kommenden Jahren einiges verändern. Bei den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wird erstmals seit der Rückkehr von Golf ins olympische Programm ein Mixed-Team-Wettbewerb ausgetragen. Die Einzelwettbewerbe der Frauen und Männer bleiben zusätzlich Bestandteil des Programms.
Welche Wettbewerbe bei möglichen Spielen in Deutschland tatsächlich ausgetragen werden und wie das Format aussieht, steht heute noch nicht fest. Sicher ist dagegen: Sollte München den Zuschlag erhalten, stünde mit dem GC München Eichenried bereits ein Golfplatz mit internationaler Turniererfahrung bereit.
Für den DGV beginnt damit zugleich die nächste Etappe der Olympia-Reise. Neumann formulierte die Position des Verbands nach der Entscheidung wie folgt: „Der Deutsche Golf Verband gratuliert München von Herzen. Alle Personen, die an der Bewerbung beteiligt waren, haben in den letzten Monaten mit unheimlich viel Leidenschaft und Herzblut dafür gesorgt, dass die Olympischen und Paralympischen Spiele in Deutschland stattfinden könnten. Wir als DGV werden den weiteren Prozess sehr eng begleiten und stets mit allen entscheidenden Personen aus dem DOSB sowie der Bewerberstadt in einem vertrauensvollen Dialog stehen. Wir sind davon überzeugt, dass Deutschland die Olympischen und Paralympischen Spiele verdient hat und dass es gerade in der jetzigen Zeit ein tolles Signal ist.“
Der Traum von Olympia in Deutschland ist damit einen Schritt konkreter geworden. Ob es tatsächlich München 2036, 2040 oder 2044 sein wird, entscheidet sich allerdings erst im internationalen Bewerbungsverfahren.








