Wunderschlag nach Wasserball: Kim krönt sich zur Major-Siegerin
Es war ein Finale, an das man sich sicher noch eine Zeit lang erinnern wird. Grace Kim gewinnt bei der Amundi Evian Championship ihr erstes Major – mit einem Chip-in aus der Drop-Zone und zwei Eagles in der heißen Phase.
Als sich das Major im französischen Kurort dem Ende neigte, deutete zunächst wenig darauf hin, dass die 24-jährige Australierin den Pokal mit nach Hause nehmen würde. Jeeno Thitikul lag zunächst in Führung. Dann folgte Kims furioser Endspurt: Zwei Birdies auf den Löchern 15 und 16, ein Par auf der 17 – und dann ein präziser Drive sowie ein herausragender Hybrid-Schlag bis auf einen halben Meter zur Fahne auf der 18. Der Eagle-Putt war Formsache – das Playoff war erreicht, da ihre Kontrahentin ihre Birdie-Chance auf der 18 nicht nutzen konnte. Das Duo teilte sich die Führung nach 67er Runden bei 14 unter Par.
Was danach folgte, war pures Drama. Auf dem ersten Extraloch des Stechens verzog Kim ihren zweiten Schlag ins Wasser. Thitikul hatte sich hingegen eine gute Birdie-Chance erarbeitet. Doch Kim ließ sich nicht entmutigen, droppte, und lochte den vierten Schlag direkt aus dem Rough – ein Birdie wie aus dem Nichts. Als auch Thitikul mit einem kühlen Putt konterte, ging es ein zweites Mal an den Abschlag.
Kim bleibt die Luft weg
Diesmal gelang Kim der Schlag aufs Grün, den sie eigentlich schon im regulären Spielverlauf geplant hatte: Ein Hybrid sicher ins Ziel. Thitikul erarbeitete sich aus dem Grünbunker eine realistische Birdie-Chance, die sie auch verwerten konnte. Doch für die Top-Spielerin reichte das zweite Birdie im Stechen nicht zum Titel. Denn Kim lochte zum zweiten Eagle des Tages auf der 18. Der Sieg war perfekt.
„Ich konnte kaum atmen“, sagte sie später. „Ich habe den Ball geputtet, wusste nicht, ob er reinfällt – aber dann war er einfach drin.“ Mit dem Triumph in Evian sichert sich Kim nicht nur ihren ersten Major-Titel, sondern auch 1,2 Millionen US-Dollar Preisgeld. Schon 2023 hatte sie in Hawaii ihr erstes LPGA-Turnier im Stechen gewonnen – nun hat sie ihre bisherige Karriere gekrönt.
Thitikul zeigte trotz der bitteren Niederlage eine beeindruckende Vorstellung. Die Nummer zwei der Welt spielte eine bogeyfreie Finalrunde und konnte das Geschehen über weite Strecken kontrollieren. Nach dem Turnier zeigte sie sich reflektiert: „Ich bin stolz auf mich. Es war ein harter, langer Tag – aber ich habe alles gegeben.“
Woad Dritte, Krauter beste Deutsche
Auch hinter den beiden Hauptdarstellerinnen wurde starkes Golf gespielt: Die Weltranglistenerste der Amateurinnen, Lottie Woad aus England, teilte sich mit Minjee Lee Rang drei. Angel Yin lieferte mit einer 63 (-8) die Runde des Tages ab und landete gemeinsam mit Andrea Lee auf dem geteilten fünften Platz.
Als beste Deutsche kam Aline Krauter über die Ziellinie. Die Stuttgarterin aus dem National Team Germany kam auf Runden von 73, 69, 72 und erneut 69 Schläge (-1) und rangierte auf dem 43. Rang. Einen Schlag mehr auf dem Konto hatte Esther Henseleit aus dem Elite Team Germany, die das Turnier auf Position 49 beendete. Ebenfalls im Cut: Helen Briem, die ihr Major-Debüt mit einer 76 auf dem 56. Rang abschloss.







