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Enge Bahnen zwischen hohen Bäumen: Der traditionsreiche Platz des G&LC Köln | © Luftbid: stebl

Große Bühne für die VcG Köln Open

Bergisch Gladbach/Refrath – Die Vorfreude auf die VcG Köln Open speist sich nicht nur aus der besonderen Geschichte des Austragungsortes. Auch das Teilnehmerfeld verspricht Golf auf sehr hohem Niveau. 156 Athleten werden in Refrath antreten, um auf der Pro Golf Tour wichtige Schritte in Richtung der großen europäischen Touren zu machen. Für viele Spieler ist diese 3rd-Level-Tour ein Sprungbrett. Entsprechend ehrgeizig wird es vom ersten Abschlag an zur Sache gehen.


Neben drei weiteren Athleten, die in dieser Saison bereits auf der Pro Golf Tour gewinnen konnten, werden auch zwei aktuelle Sieger aufteen, die ihre eigene Geschichte mitbringen. Einer davon ist Frederik Eisenbeis. Der 24-Jährige kommt als Kölner Lokalmatador nach Refrath, hat im Vorjahr die Q-School der Tour gewonnen und sicherte sich vor wenigen Wochen in Marokko seinen ersten Titel auf der Pro Golf Tour. In seiner Jugend wurde Eisenbeis beim Marienburger GC und im Junior Team Germany gefördert.


Auch Max Schmitt zählt zu den Spielern, auf die sich der Blick richten wird. Schon als Jugendlicher feierte er Turniersiege in Serie, auch als Profi konnte er mehrfach gewinnen. Nach einer längeren Phase ohne die ganz großen sportlichen Höhepunkte hat sich Schmitt zuletzt eindrucksvoll zurückgemeldet. Mit einer überragenden 62 gewann er in St. Pölten wieder ein Turnier der Pro Golf Tour und reist damit als Comeback-Sieger nach Refrath.


Aus dem National Team Germany wird Philipp Macionga am Start sein. Max Franck vom GC Bayreuth bekommt als Spieler des Junior Team Germany die Gelegenheit, wertvolle Erfahrung im Profizirkus zu sammeln.

Ein Ort mit Geschichte

Der G&LC Köln gehört zu den Clubs, an denen Golfgeschichte nicht nur in Chroniken steht, sondern auf der Anlage spürbar ist. Wenn in der kommenden Woche die VcG Köln Open ausgetragen werden, ist dies deshalb weit mehr als nur ein weiteres Turnier im Kalender der Pro Golf Tour. Dann wird Turniergolf auf eine Bühne zurückkehren, die seit Jahrzehnten mit großen Namen und besonderen Momenten verbunden ist.


Die Geschichte des Clubs reicht bis in das Jahr 1906 zurück. Damit zählt der G&LC Köln zu den zwölf ältesten Golfclubs Deutschlands. Gegründet wurde der Verein einst unter dem Namen Kölner Golf-Club. Gespielt wurde zunächst auf neun Bahnen mitten in einer Pferderennbahn, während das Savoy-Hotel als Vereinshaus diente.
 

Der erste 18-Loch-Platz im Kölner Süden wurde in den 1930er-Jahren teilweise Opfer des Autobahnbaus. Heute ist an dieser Stelle der Marienburger GC auf neun Bahnen zu Hause, eben jener Club, in dem Frederik Eisenbeis zu Hause ist.
Für den Kölner Golf-Club bedeutete diese Zäsur jedoch nicht das Ende, sondern den Beginn eines neuen Kapitels. In Bergisch Gladbach, genauer im Ortsteil Refrath, entstand eine neue sportliche Heimat. Mit dem Bau des Platzes wurde bereits in den 1930er-Jahren begonnen. Wegen der Zerstörungen des Kriegs konnte die Anlage aber erst 1955 endgültig fertiggestellt werden.
 

Geplant wurde der Platz von Bernhard von Limburger. 1952 wurde die neue Anlage in Anwesenheit von Bundespräsident Theodor Heuss eröffnet. Zunächst standen neun Bahnen und das Clubhaus zur Verfügung, drei Jahre später waren auch die übrigen neun Bahnen fertiggestellt. Der Charakter ist bis heute unverwechselbar geblieben.

Waldplatz mit Anspruch

Der Platz in Refrath ist ein klassischer Waldplatz. Sein Bild wird von einem mächtigen Baumbestand geprägt, der heute selbstverständlich wirkt, aber eine besondere Geschichte erzählt. Die Bahnen wurden 1939 in einen Wald hineingeschlagen. Über die Jahrzehnte rahmten Eichen und Buchen die Fairways immer stärker ein und sorgten dafür, dass in Refrath nie allein Länge gefragt war.
 

Wer hier erfolgreich sein will, muss präzise vom Tee sein, die richtigen Winkel finden, die kleinen Grüns kontrolliert anspielen und geduldig bleiben. Genau diese Eigenschaften machen den G&LC Köln seit langer Zeit zu einer besonderen Turnierbühne.
 

Bereits 1957 wurde die German Open erstmals in Refrath ausgetragen. Insgesamt sechsmal war dieses große Turnier auf der Anlage zu Gast. 1978 setzte sich Severiano Ballesteros durch, 1983 gewann Corey Pavin den Titel. Auch Gary Player, Nick Faldo, Ian Woosnam und Sandy Lyle gehörten zu den internationalen Spitzenspielern, die in Refrath abschlugen.
 

Bernhard Langer, inzwischen Ehrenmitglied des Deutschen Golf Verbands, trug sich auf dieser Anlage ebenfalls früh in die Siegerliste eines großen Turniers ein. 1975 wurde die Nationale Offene Meisterschaft im G&LC Köln ausgetragen. Langer war damals erst 17 Jahre alt und stand noch ganz am Anfang einer Karriere, die im deutschen Golfsport bis heute einzigartig ist.
 

In den 1970er- und 1980er-Jahren etablierte sich der G&LC Köln als Turnierstandort auf nationaler und internationaler Ebene. Ein weiteres starkes Kapitel wurde geschrieben, als die Ladies European Tour von 1991 bis 1997 mit dem Hennessy Cup in Refrath zu Gast war. Das Turnier gehörte damals zu den höchstdotierten Veranstaltungen der Tour. Die Siegerliste liest sich entsprechend hochkarätig: Helen Alfredsson, Liselotte Neumann, Annika Sörenstam und Laura Davies teilten die Titel unter sich auf.
 

Auch im neuen Jahrtausend setzte sich die Profi-Tradition fort. 2011 und 2013 wurden im G&LC Köln die Berenberg Bank Masters beziehungsweise Berenberg Open als Turniere der European Senior Tour ausgetragen. Die Sieger hießen Ian Woosnam und Steen Tinning.

Kaymers tiefer Score

Auf seinem Weg zu den großen Touren hatte auch Martin Kaymer in Refrath ein besonderes Erlebnis. Vom 20. bis 23. September 2005 sorgte der junge Deutsche auf der First Stage der damaligen Q-School der European Tour für nachhaltigen Eindruck. Auf dem Platz des G&LC Köln gewann Kaymer das Turnier mit dem fabelhaften Siegerscore von 21 Schlägen unter Par.
 

Überliefert ist, dass der damalige Clubpräsident Max Wilhelm Böntgen anschließend Kaymers Vater angerufen und sich augenzwinkernd über das tiefe Ergebnis beschwert habe. Dieses habe schließlich dazu beigetragen, dass die Stage One wegen eines angeblich zu leichten Golfplatzes nicht mehr nach Refrath gekommen sei.
 

21 Jahre später wird nun die Pro Golf Tour vor die Tore der Rheinmetropole Köln kommen. Die VcG Köln Open werden vom 16. bis 18. Juni 2026 ausgetragen, das Preisgeld beträgt 40.000 Euro. Das Turnier ist Teil des neuen German Swing, mit dem die Vereinigung clubfreier Golfspieler erstmals drei neue Profiturniere in Deutschland unterstützt. Nach der Bodensee Open und vor der Neuhof Open nimmt Köln die Rolle des mittleren Events dieser Serie ein.
 

Für die Pro Golf Tour entsteht damit eine zusätzliche sportliche Plattform in Deutschland. Für den G&LC Köln ist es die Fortsetzung einer langen Turniergeschichte. Für die Spieler wartet eine Aufgabe, die in jeder Hinsicht reizvoll ist.

Keine Geschenke in Refrath

Der Platz des G&LC Köln wird keine Geschenke verteilen. Strategisches Denken, präzise Abschläge, kluge Entscheidungen und ein sauberes kurzes Spiel werden gefragt sein, um auf den kleinen Grüns bestehen zu können. Wer hier vorne mitspielen will, muss die Geduld behalten, darf sich von den alten Bäumen nicht einschüchtern lassen und muss die Momente erkennen, in denen eine offensive Spielweise sich auszahlt.
 

Dass die VcG Köln Open Teil des German Swing sind, verleiht dem Turnier zusätzliche Bedeutung. Entsprechend groß ist die Vorfreude im Club auf diese Woche mit den aufstrebenden Profis. Achim Lehnstaedt, Clubmanager des G&LC Köln, sagt: „Die Ausrichtung eines Turniers im Rahmen des German Swing der Pro Golf Tour ist für unseren Club eine besondere Auszeichnung. Sie passt hervorragend zu unserem Selbstverständnis, Tradition und sportlichen Anspruch miteinander zu verbinden und gleichzeitig den Blick nach vorne zu richten. Die Förderung junger Talente spielt bei uns seit jeher eine wichtige Rolle – umso mehr freuen wir uns, den Spielern auf unserer Anlage eine Bühne bieten zu können und unseren Mitgliedern Spitzensport hautnah zu präsentieren.“
 

Es wird reizvoll sein, Spitzengolf einer neuen Generation live auf einer Anlage zu erleben, auf der Weltstars und Persönlichkeiten wie Ballesteros, Pavin, Langer, Woosnam, Sörenstam, Davies und Kaymer ihre Spuren hinterlassen haben.

Platzrekorde

Auch die Platzrekorde zeigen, welche Qualität in Refrath schon zu sehen war. In der Hall of Fame der Platzrekorde findet sich bei den Frauen eine 65, zuerst gespielt von der Schwedin Liselotte Neumann im Jahr 1994. Bei den Männern hielten lange Seve Ballesteros und Nick Faldo die Bestmarke von 64 Schlägen. Beide hatten 1983 den Rekord aufgestellt. Übertroffen wurden die beiden Weltstars erst 2010, als Frederik Strünker eine 62 spielte.

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