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Helen Briem wird mal wieder von Celina Sattelkau gefeiert. Die beiden verbindet eine große gemeinsame sportliche Geschichte mit vielen Erfolgen | © Tristan Jones/ LET

Stimmen zu Briems Triumph in Evian

Evian/Frankreich - Nach einer starken 65 am zweiten Wettkampftag ging Helen Briem mit drei Schlägen Vorsprung in die Finalrunde. Auf den ersten sechs Löchern des Finaltags notierte die Schwäbin jeweils ein Par, hatte da aber schon bewiesen, dass sie auch aus einer nicht optimalen Lage sehr abgeklärt weiterspielt und dadurch ohne Schlagverlust bleiben kann. Nach dem ersten Birdie noch auf der Front Nine ging es auf der Back Nine richtig zur Sache. Unwiderstehlich zog Briem, bei der erneut Vater Jochen am Bag war, davon und ging einem mehr als souveränen Sieg entgegen.
Beeindruckend war auch der Stil, denn die junge Deutsche zog ihre Taktik bis zum Ende durch, offensiv zu spielen. Mit herausragend guten Schlägen kreierte sie Chance auf Chance und sicherte sich dadurch am Ende einen überragend klaren Sieg.
 

Dass ihr zweiter LET-Erfolg ausgerechnet in Evian gelang, ist vielleicht ein Fingerzeig des Schicksals. Auch wenn die Aussichten, in diesem Jahr das Major an gleicher Stelle spielen zu können, vorher schon mehr als nur gut waren, ist mit diesem Sieg zementiert, dass sich Helen Briem beim einzigen Major auf kontinentaleuropäischem Boden mit der kompletten Weltspitze messen darf. Zudem ist nun auch der Startplatz bei der AIG Women´s Open fest gebucht.
Bei beiden Majors sicher im Feld zu sein, ist für den jungen Bundesadler ein weiterer Schritt auf der Karriereleiter.
 

Aus deutscher Sicht überzeugte außerdem Alexandra Försterling, die mit drei unter Par in den Top Ten landete. Die Berlinerin vom G&LC Berlin-Wannsee tauchte bis kurz vor Ende selbst noch auf T2 auf, fiel mit zwei Bogeys auf den Löchern 17 und 18 aber noch etwas zurück. Laura Fünfstück beendete das Turnier bei +1 auf Rang 28, Patricia Schmidt und Celina Sattelkau kamen mit +4 auf Platz 51, Carolin Kauffmann wurde bei +6 geteilte 59.
Im Race to Costa del Sol machte Briem einen großen Sprung und verbesserte sich in der Order of Merit von Platz 75 auf Rang zwölf.
 

Stimmen zu Triumph


Helen Briem war sich während der Finalrunde lange Zeit nicht im Klaren, wie groß ihr Vorsprung auf die ersten Verfolgerinnen wirklich war: „Ich wusste eigentlich erst an der 18 beim letzten Putt, dass es so deutlich ist. Wobei ich mir nicht sicher war, ob das auch stimmt, denn es hat mich tatsächlich etwas verwundert. Ich musste dann auch erstmal Celina (Sattelkau) und Patze (Patricia Schmidt) fragen, ob das tatsächlich so ist. Ich hatte lange das Gefühl, dass es noch eng werden könnte, denn in Evian kann es schon schnell gehen. Deshalb hab ich eigentlich immer weiter gepusht und versucht, Birdies zu machen. Auch wenn es sicherlich auf den letzten vier Löchern etwas defensiver war, hatte ich trotzdem an jedem Loch nochmal eine sehr gute Chance.“

Dieser Titel löst bei Helen Briem eine große Zufriedenheit aus, weil sich ihre Geduld in so beeindruckender Weise bezahlt gemacht hat: „Ich war letztes Jahr oft nah dran, aber es hat dann nie ganz gereicht. Auf der anderen Seite war es für meine Verhältnisse trotzdem eine Weile her, dass ich in Contention war. Von dem her bin ich sehr froh, auch wie ich mich mental und vor allem auch im Putten entwickelt habe. Beim Major im letzten Jahr gab es schon so ein bisschen ein mentales Schlüsselerlebnis und dann zu sehen, wie ich das jetzt alles handeln kann, ist toll.“
 

Celina Sattelkau, die mit Helen Briem gemeinsam im Golf Team Germany großartige Turniere gespielt hat und nicht zuletzt in Frankreich auf Le Golf National und Golf de Saint-Nom-la-Bretèche im Jahr 2022 bei der Team-Weltmeisterschaft den ersten Platz um nur einen Schlag verpasst hatte, feierte auf dem 18. Grün ausgelassen mit der Teamkameradin: „Es freut mich riesig für Helen, dass sie diesen Sieg nach vielen zweiten Plätzen und „close calls“ in den letzten eineinhalb Jahren nun so dominant für sich entscheiden konnte! Als Freundin und Kollegin weiß ich natürlich viel mehr, wie es hinter den Kulissen aussieht, deswegen bin ich einfach nur sehr stolz auf Helen und ihre sportliche sowie persönliche Entwicklung!“
 

Nicole Gögele, Bundestrainerin Frauen, zollte der Athletin ihres Kaders großen Respekt: „Ich freu mich sehr für Helen. Was war das für eine super souveräne Vorstellung!“
 

Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, erinnert sich im Moment des großen Triumphes an die tolle Bilanz, die Helen Briem speziell in der Grande Nation hat: „Frankreich scheint für Helen Briem ein ganz besonderes Pflaster zu sein. Nachdem sie im vergangenen Jahr bei den Open de France bereits mit Platz zwei auf sich aufmerksam machte, als zeitgleich die Team-WM in Singapur lief, hat sie nun eindrucksvoll den nächsten Schritt gemacht und den Titel gewonnen. Noch vor wenigen Tagen berichtete mir Bundestrainer Stephan Morales von ihrer kontinuierlichen sportlichen Entwicklung – fast schon hellseherisch. Solche Erfolge sind weit mehr als nur ein Sieg: Sie bestätigen den eingeschlagenen Weg, schaffen Selbstvertrauen und wecken die Vorfreude auf das, was noch kommen kann. Für Helen ist dieser Triumph ein weiterer Meilenstein – und für alle, die sie begleiten, pure Motivation.“
 

Der angesprochene Chef-Bundestrainer Frauen, Stephan Morales, war von der Art und Weise, wie Helen Briem den Sieg unter Dach und Fach gebracht hat, begeistert: „Helen hat sich gerade im kurzen Spiel kontinuierlich verbessert. Daher wundert es mich nicht, dass sie Turniere gewinnen kann, wenn das mit den bekannten Stärken in einer Turnierwoche zusammentrifft. Was mir in diesen Tagen in Evian außerordentlich gut gefallen hat, ist der Umgang von Helen Briem mit kritischen Situationen. Wie sie daraus im Zweifel immer noch das Par gespielt hat, sorgt für eine so große Sicherheit, dass sie gelernt hat, geduldiger auf das Birdie zu warten. Das war einfach ganz große Klasse, wie Helen sich hier auf dem Platz präsentiert hat, wo demnächst das große Major gespielt wird. Auch Alexandra Försterling hat hier ganz stark gespielt und lag bis kurz vor Schluss auf dem zweiten Platz. Besonders gefreut hat mich auch, dass dies der zweite deutsche Sieg auf der LET in kürzester Zeit war. Dies zeigt, dass viele deutsche Frauen aktuell in Europa für einen Sieg infrage kommen. Daher schaue ich Woche für Woche gerne und zuversichtlich auf die Leaderboards.“

 

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