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Bester Score des Tages: Tim Wiedemeyer vom GC St. Leon-Rot | © DGV/STEBL

Wiedemeyer zündet den Turbo

Hämeenlinna/Finnland – Das war eine Reaktion mit Ausrufezeichen. Am ersten Tag war Tim Wiedemeyer mit 73 Schlägen sicher nicht dort gelandet, wo er sich selbst sieht und wo ihn auch viele andere vor dem Start dieser Europameisterschaft erwartet hatten. Der Spieler des GC St. Leon-Rot ist die Nummer 18 im aktuellen World Amateur Golf Ranking und damit der am höchsten notierte Spieler im gesamten Feld dieser 39. Europameisterschaft der Männer.
 

Am zweiten Wettkampftag zeigte Wiedemeyer dann sehr eindrucksvoll, warum er in diesem Feld zu den Favoriten gehört, auf die alle schauen. Sieben Birdies brachte der Bayer auf seine Scorekarte. Nur ein einziges Bogey musste er hinnehmen. Macht unter dem Strich 65 Schläge, sechs unter Par, beste Runde des Tages im gesamten Feld. Besser ging es an diesem Donnerstag auf dem anspruchsvollen Parklandkurs von Linna Golf nicht.
 

Mit dieser fabelhaften Runde verbesserte sich Wiedemeyer gleich um 72 Plätze. Nach Rang 81 zum Auftakt ging es für den Bundesadler bis auf den geteilten achten Platz nach vorne. Mit gesamt vier unter Par startet Wiedemeyer nun aus einer Position in den dritten Turniertag, die wieder viel möglich macht. Der Rückstand auf die beiden Führenden beträgt vier Schläge. Das ist auf diesem Platz nicht wenig, aber eben auch alles andere als uneinholbar.
 

Für Wiedemeyer kommt diese Leistung zudem zu einem sehr passenden Zeitpunkt. In der kommenden Woche wird er im Palmer Cup für das internationale Team starten.

Albers bleibt vorne dabei

Neben Wiedemeyer steht auch Emil Albers auf dem geteilten achten Platz. Das Nordlicht vom Hamburger GC Falkenstein hatte schon am ersten Tag mit einer 68 einen starken Start hingelegt und bestätigte diese Leistung mit einer soliden 70. Bei Par 71 bedeutete dies erneut einen Score unter Par. Nach zwei Runden liegt Albers damit ebenfalls bei -4. Zwischenzeitlich sah es sogar noch besser aus. Nach 16 Löchern lag der Hamburger am zweiten Tag vier unter Par für die Runde. Damit hätte Albers sich vorne festgesetzt. Auf den beiden Schlussbahnen wurde es dann aber noch teuer. Ein Bogey und ein Doppelbogey kosteten drei Schläge und damit auch den Sprung noch weiter nach vorne.
 

Trotz dieses späten Dämpfers blieb die Bilanz nach zwei Runden stark. Albers hatte an beiden Tagen unter Par gespielt und sich auf einem Platz, der keine Unaufmerksamkeiten verzeiht, sehr stabil präsentiert. 
Schon nach der ersten Runde hatte Albers betont, dass ihm der Platz Spaß mache, die Grüns aber schwer zu lesen seien. Dieses Thema blieb auch am zweiten Tag ein Faktor. Wer auf den ondulierten Grüns nicht ganz sauber in der Längenkontrolle oder im Lesen der Linien war, konnte schnell Schläge verlieren. Dass Albers dennoch erneut unter Par blieb, zeigt, wie solide sein Gesamtpaket in Finnland bisher funktioniert.

Führung bei acht unter Par

An der Spitze des Leaderboards liegen nach zwei Runden zwei Spieler gleichauf. Nevil Ruiter aus den Niederlanden und Luis Anceaux aus Frankreich benötigten jeweils zweimal 67 Schläge. Beide stehen damit bei gesamt acht unter Par und haben sich einen kleinen Vorsprung auf die ersten Verfolger erarbeitet.

Riegger fällt zurück

Nicht ganz nach Wunsch verlief der zweite Tag für Emil Riegger. Der Spieler des GC Hubbelrath war mit einer 68 glänzend in das Turnier gestartet und hatte sich gemeinsam mit Albers in den Top Ten platziert. Am zweiten Wettkampftag bekam Riegger aber deutlich mehr Gegenwind vom Platz.
 

Drei Bogeys und ein Doppelbogey standen am Ende auf seiner Karte. Dem konnte der Hubbelrather, der im World Amateur Golf Ranking auf Rang 67 geführt wird, nur ein Birdie entgegensetzen. Die 75 bedeutete vier über Par und sorgte dafür, dass Riegger um 31 Plätze zurückfiel.
 

Mit gesamt eins über Par liegt der Athlet des Junior Team Germany nun auf dem geteilten 41. Platz. Das ist nach dem starken Auftakt sicher nicht das, was er sich für den zweiten Tag vorgenommen hatte.

Fünf Deutsche schaffen den ersten Cut

Zur Halbzeit der Europameisterschaft gab es den ersten Cut Nur die besten 95 Spieler und Schlaggleichen dürfen nach zwei Runden weiter um Titel, Topplatzierungen und wertvolle Punkte kämpfen. Aus deutscher Sicht fiel diese erste Zwischenbilanz ordentlich aus: Fünf der sieben gestarteten Bundesadler schafften den Sprung in die zweite Hälfte des Turniers.
 

Neben Wiedemeyer, Albers und Riegger sind auch Tom Haberer und Wolfgang Glawe weiter dabei. Haberer, ebenfalls vom GC Hubbelrath, hatte am ersten Tag mit einer 69 sehr stark begonnen. Am zweiten Tag kam er mit einer 75 ins Clubhaus. Mit Runden von 69 und 75 Schlägen liegt Haberer auf dem geteilten 54. Platz.
 

Auch Wolfgang Glawe löste das Ticket für die dritte Runde. Der Hubbelrather, der in den beiden vergangenen Jahren bei den Europameisterschaft jeweils stark abgeschnitten hatte, steigerte sich nach seiner 73 zum Auftakt auf eine 72. Mit gesamt drei über Par liegt Glawe auf dem geteilten 64. Platz. Damit ist der erste Schritt gemacht. Für den Spieler, der 2025 in Schweden mit einer bogeyfreien 66 am Finaltag noch bis auf Platz vier gestürmt war, bleibt nun ebenfalls die Chance, an den kommenden beiden Tagen noch deutlich weiter nach vorne zu kommen.
 

Nicht mehr dabei sind Peer Wernicke vom GC Hubbelrath und Yannick Malik vom Münchener GC. Beide hatten nach dem ersten Tag noch hoffen dürfen, den ersten Cut zu schaffen, kamen aber nach zwei Runden nicht unter die besten 95 des Feldes.

Bewegung im deutschen Team

Der zweite Tag brachte damit aus deutscher Sicht einiges an Bewegung. Wiedemeyer flog mit der Runde des Tages nach vorne, Albers blieb trotz spätem Rückschlag in den Top Ten, Riegger musste Federn lassen, Haberer und Glawe hielten sich im Turnier. Die Bilanz nach dem ersten Cut ist nicht perfekt, aber sie ist klar positiv. Zwei Deutsche liegen in den Top Ten, ein weiterer in den Top 50, zwei weitere haben die Chance, sich an den kommenden Tagen im Klassement wieder zu verbessern.
 

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