Wiedemeyer verteidigt mit Team International den Titel beim Palmer Cup
Tralee/Irland – Tim Wiedemeyer war beim Arnold Palmer Cup 2026 der einzige Deutsche im Feld. Der Spieler des GC St. Leon-Rot, der für die Texas Tech University in den USA spielt, gehörte auf dem Tralee Golf Links zum Team International. Der Wettbewerb wurde über drei Tage im Matchplay ausgetragen. Auf dem Programm standen Mixed Fourball, Klassischer Vierer, Klassischer Vierer Mixed und zum Abschluss die Einzel.
Finaltag
Am Finaltag wurden 24 Einzel ausgespielt. Tim Wiedemeyer traf dabei ein drittes Mal auf William Jennings. Wiedemeyer war vom Start weg gleich auf Betriebstemperatur und lag nach drei Löchern schon mit 2auf vorne. Der USA-Amerikaner war davon aber keineswegs beeindruckt und glich schnell wieder aus, sodass es nach sieben Löchern und auch beim Kreuzen auf die Back Nine all square stand.
Wieder hatte Tim Wiedemeyer den besseren Start und ging erneut in Front. Aber wieder konnte Jennings schnell den Ausgleich erzwingen.
Die dritte Führung des Deutschen brachte die Vorentscheidung, zumal er auf dem 16. Grün auf 2auf erhöhte. Darauf hatte der Amerikaner keine Antwort mehr und der Punkt ging mit 2&1 an Wiedemeyer und das Team International.
Beide Teams agierten auch am Finaltag auf Augenhöhe und so war dieser Punkt extrem wertvoll, um den Titel erfolgreich zu verteidigen.
Entsprechend happy war Tim Wiedemeyer, als der letzte Putt zum Sieg gefallen war: „Das war ein mega cooles Event. Das Setup und die ganze Organisation war echt gut aufgezogen. Das Duell war an allen Tagen sehr knapp. Das war einer der schönsten Links Courses, die ich bisher gespielt habe. Der Wind war an den beiden ersten Tagen stark, hatte heute etwas nachgelassen. Das Format war sehr cool. Es ist mal etwas anderes als sonst, mit den Mädchen zu spielen. Ich habe diese Woche ganz ordentlich gespielt. Heute mein Match zu gewinnen, war wichtig für das Team.“
Mixed Fourball
In der ersten Wettkampfrunde wurde ein Mixed Fourball gespielt. Gemeinsam mit der Lettin Marta Silchenko traf Tim Wiedemeyer auf William Jennings und Avery Weed.
Silchenko, die in diesem Jahr schon zwei College-Siege eingefahren hat, spielte stark und brachte das internationale Duo zweimal auf der Front Nine in Führung. Da die Amerikaner zwischendurch einmal ausglichen, gelang es Silchenko/Wiedemeyer nicht, sich abzusetzen.
Auf der Back Nine sorgte William Jennings mit zwei Birdies erst für den Ausgleich und dann für die erste Führung des US-Duos. Diese reichte bis zum 18. Grün, wo Avery Weed mit einem Birdie sogar noch auf 2auf erhöhte und damit dem Punkt für die USA sicherte.
Jedes Team konnte fünf Matches gewinnen, wobei jeweils zwei Siege mit 3&2 etwas deutlicher ausfielen. Dazu kamen noch zwei geteilte Matches, sodass es vor dem Klassischen Vierer 6:6 stand.
Klassischer Vierer
Den Klassischen Vierer spielte der SLR-Athlet am Samstag gemeinsam mit Connor Graham. Der Schotte waren zwar noch auf seinen ersten College-Sieg, steht im World Amateur Golf Ranking aber dennoch auf dem 24.Platz. Tim Wiedemeyer selbst ist nach seinem Sieg bei der Europameisterschaft im WAGR auf Rang elf geklettert.
Gegen William Jennings und Josiah Gilbert, die in der Weltrangliste auf den Positionen acht und sieben stehen, geriet das Team International schnell in Rückstand. Die Amerikaner gewannen die Löcher 2, 3, 5 und 6. Dazwischen verkürzten Graham/Wiedemeyer mit einem Lochgewinn, aber nach sechs Löchern stand es dennoch 3auf für die Amerikaner.
Danach kamen die Europäer besser ins Spiel und ließen nur noch einen Lochverlust zu, gewannen selbst aber drei Löcher, sodass es nach elf gespielten Löchern nur noch 1auf für Jennings/Gilbert stand. Im letzten Drittel der Runde stand es die ganze Zeit Spitz auf Knopf und jederzeit hätte der Ausgleich fallen können. Zwar geht es im Golf nicht im wie Ursprung der Redensart um Leben und Tod, wie in einem Fechtduell, aber da keines der Duos noch einen Lochgewinn verzeichnen konnte, blieb es beim 1auf-Sieg der Amerikaner.
In dieser Session gewann Europa sechs Matches und eines wurde geteilt. Damit stand es nach dem Klassischen Vierern 12,5:11,5 für Team International.
Klassischer Vierer Mixed
Direkt nach dem ersten Vierer folgte der zweite Vierer, dieses Mal wieder im Mixed. Tim Wiedemeyer ging mit Patience Rhodes auf die Runde. Die Engländerin steht im WAGR auf Rang 19. Gegner waren Amely Bochaton und Jonathan McEwen. Der US-Boy hat in den USA in nur 21 Starts satte sieben Siege überwiegend im College Golf eingefahren, steht im WAGR aber dennoch nur auf Rang 463, weil er in der NCAA Division III spielt und in dieser Liga entsprechend weniger Punkte gewonnen werden können.
Amely Bochaton tritt je nach Gusto mal unter der Tricolore oder Stars and Stripes an. Die Franco-Amerikanerin aus Evian hat innerhalb von nur zwei Jahren sogar 16 Turniersiege errungen, hat aber ebenfalls nicht die großen Punktzahlen auf dem Konto, weil sie in Division II der NCAA spielt.
Von Tee 10 ging dieses Duell auf die Runde und gleich das erste Loch ging an die Amerikaner. Europa glich aber sofort wieder aus. Nachdem Bochaton/McEwen sich die 14 und die 15 geholt hatten, sorgten postwendend zwei Lochgewinne von Rhodes/Wiedemeyer erneut dafür, dass das Momentum gar nicht erst fest auf Seiten des Amerikaner gehen konnte. All Square ging es auf die Back Nine, in diesem Fall auf Tee 1. Und ein drittes Mal gelang es dem amerikanischen Duo, in Führung zu gehen. Doch wieder gelang den Europäern der sofortige Ausgleich.
Wer dreimal in Rückstand gerät und dreimal sofort ausgleichen kann, hat einen Stich gesetzt und so kam es, dass die Amerikaner auf die erste Führung von Patience Rhodes und Tim Wiedemeyer nicht mehr antworten konnten. Ganz im Gegenteil: Mit Lochgewinnen auf den Bahnen 4, 6 und 8 gestaltete das englisch-deutsche Duo den Sieg am Ende mit 3&1 sogar noch relativ klar. Tim Wiedemeyer hatte mit seiner Mixed-Partnerin für einen wertvollen Punkt gesorgt. Team International gewann auch in der dritten Session fünf Matches, zwei Matches wurden geteilt. Vor dem großen Finaltag, an dem 24 Einzel auf dem Programm stehen, ist durch die 18,5:17,5-Führung von Team International nicht einmal im Ansatz eine Vorentscheidung gefallen.
Der Platz
Der Tralee Golf Links liegt im Südwesten Irlands direkt am Atlantik. Der Tralee Golf Club wurde am 1. Oktober 1896 gegründet. Der heutige Platz in Barrow wurde im Oktober 1984 eröffnet, nachdem der Club von seinem früheren 9-Loch-Platz in Mounthawk umgezogen war. Entworfen wurde der Course von Arnold Palmer.
Über Tralee Golf Links sagte Palmer, dass er wohl die Front Nine entworfen habe, die Back Nine aber ganz sicher von Gott erschaffen worden seien.
Der Arnold Palmer Cup
Der Arnold Palmer Cup wurde von Arnold Palmer und der Golf Coaches Association of America ins Leben gerufen und 1997 erstmals im Bay Hill Club & Lodge in Orlando ausgetragen. Der Wettbewerb wird im Stil des Ryder Cups gespielt. Seit 2018 treten Männer und Frauen gemeinsam für Team USA und Team International an.
Der Palmer Cup wurde bereits auf Anlagen wie St. Andrews, Royal County Down, Royal Portrush, Baltusrol, The Honors Course, Cherry Hills und Lahinch ausgetragen.
Seit der Gründung des Wettbewerbs haben mehr als 250 ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine Spielberechtigung für die PGA Tour, DP World Tour oder LPGA Tour erhalten. 46 frühere Palmer-Cup-Aktive vertraten Europa, International oder die USA später im Ryder Cup, Presidents Cup oder Solheim Cup. Mehr als 100 ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen zusammen auf über 450 Siege auf der PGA Tour, DP World Tour, LPGA Tour oder Ladies European Tour.






