Titelverteidiger St. Leon-Rot führt am Großensee
Großensee - Die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft der Mädchen AK 14 begann mit einer Änderung des Spielplans. Weil für den Finalsonntag Gewitter vorhergesagt waren, entschied sich die Spielleitung, die Einzel vorzuziehen. Damit sollten möglichst viele Ergebnisse in der Wertung sein, falls das Wetter am Sonntag eine reguläre Fortsetzung erschwert.
Jeweils vier Mädchen der 14 Mannschaften gingen auf die vom roten Abschlag 5.339 Meter lange, als Par 73 ausgelegte Anlage des GC Großensee. Nach einem verregneten und kalten Trainingstag zeigte sich am Samstagmorgen zunächst die Sonne. Der kräftige Wind sorgte bei nur knapp zweistelligen Temperaturen dennoch für empfindliche Kälte. Nach den bis zuletzt warmen Frühherbsttagen waren Mützen und dicke Jacken angesagt. Viele Spielerinnen gingen bis unter die Augen vermummt auf die Runde.
Niederauer bringt die beste Runde ins Clubhaus
Der GC St. Leon-Rot hat beste Aussichten, seinen Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen. Mit insgesamt 326 Schlägen (+34) setzte sich das Team von Trainer Lars Bocks an die Spitze des Klassements. Sophie Niederauer spielte mit 76 (+3) nicht nur die beste Runde ihrer Mannschaft, sondern auch den tiefsten Score des gesamten Feldes.
Lena Ilg steuerte eine 80 (+7) bei. Mia Freier und Amiya Walth brachten jeweils 85 (+12) Schläge ins Recording. Damit geht der Titelverteidiger mit acht Zählern Vorsprung in die abschließenden Vierer.
Mit auf dem Platz war auch Glücksschwein Lotte, das dem Team aus der Kurpfalz offenbar erneut gute Dienste leistete. Schon 2025 hatten die Mädchen des GC St. Leon-Rot die Meisterschaft dominiert und im GC Ebersberg am Ende mit 30 Schlägen Vorsprung vor dem Frankfurter GC gewonnen.
Für Lars Bocks ist die Rückkehr zu einer DMM als Titelverteidiger auch dann etwas Besonderes, wenn die Mannschaft in dieser Altersklasse von Jahr zu Jahr ein anderes Gesicht bekommt: „Es ist immer wieder ein schönes Gefühl, als Titelverteidiger zum Turnier zu fahren. Auch wenn man in der AK 14 eigentlich immer mit einer neuen Truppe dabei ist, die teilweise zum ersten Mal bei einer DMM spielt. Wir haben drei Mädchen aus dem älteren und drei aus dem jüngeren Jahrgang.“
Von der Anlage und den Bedingungen zeigte sich der Trainer angetan: „Ich finde den Platz großartig. Der Club heißt einen hier super willkommen, alles ist toll organisiert. Gerade für den Regen, der hier heruntergekommen ist, sind die Bedingungen sensationell. Tolle Grüns, es macht richtig Spaß, auf diesem Golfplatz zu spielen. Das sagen auch alle Mädchen.“
Für den Finaltag hat Bocks eine klare Vorstellung: „Unser Ziel ist natürlich, den Titel zu holen. Wir wollen zwei gute Vierer spielen und am liebsten ein Einzel von heute streichen.“
Münchener GC erster Verfolger
Mit 334 Schlägen (+42) liegt der Münchener GC auf dem zweiten Platz. Emilia Emmerich und Lenia Fischer brachten jeweils 82 (+9) Schläge ins Clubhaus. Clara Schlagböhmer folgte mit 84 (+11), Filippa Waeber benötigte 86 (+13) Schläge.
Trainerin Ava Bergner war mit dem Auftritt ihrer Mannschaft zufrieden, auch wenn die Ergebnisse deutlich über den Scores lagen, die ihre Spielerinnen aus den Sommermonaten gewohnt sind.
„Wir haben hier in Großensee einen vom Layout sehr interessanten und vom Pflegezustand sehr hochwertigen Platz vorgefunden. Sowohl die Mädchen als auch ich finden, dass der Platz gut gewählt ist. Der starke Wind und die Temperaturen machen ihn für die doch noch relativ jungen Spielerinnen anspruchsvoll. Wir hatten sehr viele lange Schläge ins Grün“, berichtete Bergner.
Die Münchenerinnen hatten die Meisterschaft schon lange im Blick. Seit rund einem Jahr arbeitet Bergner für den Münchener GC und hat den Saisonhöhepunkt entsprechend vorbereitet: „Wir haben immer gesagt, dass wir hier auf Angriff gehen wollen. Aber es geht um den Prozess. Es geht darum, Schlag für Schlag zu spielen und in jeder Situation die beste Lösung zu finden. Genau das ist auch morgen unser Ziel. Wir wollen jederzeit unser Bestes geben und jedes Ergebnis akzeptieren. Wir sind gut vorbereitet, ich habe totales Vertrauen in meine Mannschaft und wir freuen uns, hier um den Titel mitzuspielen.“
Sander mit zweitbestem Score
Auf dem dritten Platz liegt der Frankfurter GC mit 341 Schlägen (+49). Den größten Anteil daran hatte Romy Sander, die eine 77 (+4) unterschrieb und damit nur einen Schlag mehr benötigte als die Tagesbeste Sophie Niederauer.
Sander ist die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin und mit -2,5 die einzige Spielerin im Feld mit einem Plus-Handicap.
Ganz zufrieden war die Frankfurterin mit ihrer Runde nicht. Vor allem auf den Grüns hatte sie Schwierigkeiten: „Ich habe heute nicht so gespielt, wie ich es mir erhofft habe, weil ich nicht so gut geputtet habe. Ich finde die Grüns echt schwierig einzuschätzen. Ich versuche einfach, mein Team bestmöglich zu unterstützen. Ich hätte mir dabei ein besseres Ergebnis gewünscht, aber im Endeffekt freue ich mich, hier noch einmal ein Teamevent spielen zu können. Es ist immer cool, im Team zu spielen. Golf ist zwar ein Einzelsport, aber manchmal ist es schon schön, ein Team zu haben.“
Dass sie als Deutsche Lochspielmeisterin und Spielerin mit dem besten Handicap im Feld antritt, beschäftigt Sander dabei wenig: „Ich mache mir darüber nicht besonders viele Gedanken. Es gibt hier viele, die richtig gut Golf spielen können. Morgen spielen wir noch einmal Vierer, da hoffe ich, dass es auch ganz gut wird.“
Lilian Yilian Wu brachte für den Frankfurter GC eine 86 (+13) ins Clubhaus. Seohee Yun und Marie Ehret benötigten jeweils 89 (+16) Schläge.
Hamburger GC auf Rang vier
Der Hamburger GC folgt mit 347 Schlägen (+55) auf dem vierten Platz. Kayra Destina Pekdemir und Hannah Levsen kamen jeweils mit 84 (+11) vom Platz. Lina Griesbach benötigte 87 (+14), Juliane Tochtermann unterschrieb eine 92 (+19).
Wind fordert die Mädchen
Nach dem freundlichen Start blieb das Wetter wechselhaft. Am Nachmittag zog ein kurzer Regenschauer über die Anlage, anschließend lockerte es wieder auf. Kurz bevor die letzten Spielerinnen ihre Runde beendeten, wurde der Himmel noch einmal tiefdunkel. Letztlich kamen aber alle trocken ins Clubhaus.
Die größte sportliche Herausforderung war über den gesamten Tag der Wind. Auf den vom Regen weichen Fairways rollten die Bälle deutlich weniger als gewohnt.
Lars Bocks hatte schon während der Runde beobachtet, wie sehr sich die Bedingungen auf das Spiel auswirkten: „Was den Platz besonders schwer macht, ist ganz klar der Wind. Es ist auch kein kurzer Platz, vor allem rollen die Bälle nicht mehr so viel. Der Wind ist einfach immer wieder eine Herausforderung, mit der die Mädchen zu kämpfen haben.“
Noch wenige Tage zuvor war es im Norden deutlich wärmer gewesen. Bocks brachte den Temperaturwechsel auf den Punkt: „Am Mittwoch waren wir in Hamburg noch bei 20 Grad. Jetzt ziehen wir alles an, was wir dabeihaben, um irgendwie warm zu bleiben. Morgen könnte es noch kälter und ein bisschen nasser werden.“
GC Großensee als hervorragender Gastgeber
Der GC Großensee vor den Toren Hamburgs präsentiert sich bei dieser Meisterschaft als engagierter Gastgeber, der nicht nur sportlich auf eine erfolgreiche Saison zurückblickt.
Die Herrenmannschaft schaffte in der Deutschen Golf Liga den zweiten Aufstieg in Folge. Nach dem Sprung aus der Landesliga spielte das Team in der Oberliga spätestens ab dem zweiten Spieltag an der Spitze mit. Mit dem Sieg am fünften Spieltag sicherte sich Großensee auch den ersten Platz in der Abschlusstabelle und steigt in die Regionalliga auf.
Die Frauen des Clubs belegten in ihrer Oberliga an allen fünf Spieltagen Rang zwei. Auch in der Endabrechnung stand damit der zweite Platz hinter Meister GC Ahrensburg.
Großen Wert legt der Club auf Natur- und Umweltschutz. Im Programm Golf & Natur ist die Anlage mit Gold ausgezeichnet. Sichtbares Zeichen dafür ist unter anderem ein Storchennest in der Nähe des Clubhauses. Auch in diesem Jahr wurde dort erfolgreich gebrütet. Die beiden Jungvögel haben sich inzwischen auf den Weg in ihre Winterquartiere in Afrika gemacht.
Entscheidung in den Vierern
Am Sonntag werden pro Mannschaft zwei Klassische Vierer gespielt. Aus den insgesamt sechs Ergebnissen beider Wettkampftage gehen die besten fünf in die Endwertung ein. Damit kann entweder eines der Einzelresultate oder ein Vierer zum Streichergebnis werden.
Der GC St. Leon-Rot hat sich mit acht Schlägen Vorsprung auf den Münchener GC die beste Ausgangslage erarbeitet. Der Frankfurter GC folgt weitere sieben Zähler dahinter. Welche fünf Scores am Ende zählen, entscheidet sich in den abschließenden Vierern – sofern das angekündigte Wetter einen regulären Finaltag zulässt.
Geplant ist, dass erneut ab 9.00 Uhr gestartet wird. Die letzten Vierer der beiden führenden Teams gehen um 10.24 Uhr auf die Runde.






