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Romy Sander und Leo Böhm sind die neuen Deutschen Lochspielmeister | © DGV/stebl

Titel gehen an Sander und Böhm

Appenweier – Die ersten Deutschen Meisterschaften des Jahres 2026 sind beendet. Die Titel gehen an Romy Sander vom Frankfurter GC und Leo Böhm vom Münchener GC.

Der Start musste um eine Stunde verschoben werden, weil eine Gewitterzelle genau über dem Platz hing, als eigentlich die ersten der verbliebenen 32 Athleten auf die Runde gehen sollten.

Es wurden bei Männern und Frauen jeweils die Plätze 1 bis 16 ausgespielt.

Finale Frauen

Im Finale der Frauen hatte Anjana Cordes auf der Front Nine ein Déjà-vu. Die Spielerin des GC Neuhof geriet, ganz ähnlich zum Halbfinale, schnell wieder sehr klar in Rückstand und lag nach zehn gespielten Löchern 7down, verkürzte auf Bahn 11 zum 6down.

Aber anders als gegen Luisa Hartmann ging es gegen die erst 14-jährige Romy Sander vom Frankfurter GC nicht mit Birdies für die Neuhoferin weiter. Die jüngste Teilnehmerin des Feldes spielte weiter herausragend sicher und beendete das Finale auf dem 13. Grün mit einem langen Putt zum Lochgewinn zum 7&5.

Sander und Cordes verbindet, dass beide einige Zeit in Bad Homburg im Club waren und nun bei den Lokalrivalen Frankfurter GC und GC Neuhof zu Hause sind. Trennend ist das Alter, denn beide hatten bis zu diesem Finale noch nie eine Runde gemeinsam gespielt, weil 13 Jahre zwischen den Finalistinnen liegen.
 

Romy Sander war unmittelbar nach dem Sieg emotional sehr ergriffen und freute sich mit Familie und ihren Teamkameradinnen des FGC. Ob auf dem Gesicht vor allem das Wasser der Siegerdusche tropfte oder Tränen der Freude liefen, war nicht sicher auszumachen.

„Ich hätte es mir nicht besser wünschen können. Ich kann es selber gerade gar nicht fassen. Mein ursprüngliches Ziel war, den Cut zu schaffen. Dann war es schon ein tolles Ergebnis, dass ich in die ersten acht gekommen bin, um um eine Medaille kämpfen zu können. Dass gefühlt mein ganzer Club hier ist, macht es natürlich noch schöner. Ich habe tatsächlich auch vor dem Finale gut geschlafen, denn eigentlich ist alles seit der Zählspiell-Qualifikation nur ein Bonus. Heute ist ein sehr, sehr schöner Tag“, freute sich das Talent, das mit fünf Jahren in Friedberg ein erstes Golfcamp besucht hatte und kurz danach in den Royal Homburger GC 1899 eintrat. Lange spielte Sander dort aber keine Turniere, weil sie sich davor etwas gefürchtet hatte. Seit November 2024 hat die neue Deutsche Lochspielmeisterin ihre sportliche Heimat im Frankfurter GC.
 

Das Comeback von Anjana Cordes im Halbfinale gegen Luisa Hartmann hatte Romy Sander zum Teil sogar direkt auf dem Platz mitverfolgt, ließ sich davon aber für ihr eigenes Duell mit der Neuhoferin nicht unter Druck setzen:
„Gestern hat Anjana herausragend gespielt. Heute war bei ihr ein bisschen der Wurm drin. Wir hatte aber ein sehr schönes, sportliches Match.“
 

Den Gastgebern dankte die neue Meisterin sehr herzlich: „Dankeschön an alle, die hier beteiligt waren. Alle haben sich super viel Mühe gegeben. Der Platz wirkte für mich am Anfang erst sehr einfach, aber er spielt sich wegen des schwierigen Roughs überhaupt nicht einfach und ist in einem wirklich tollen Zustand. Also ein großes Dankeschön an dieser Stelle!“
 

Anjana Cordes war nach der Niederlage im Finale nicht lange enttäuscht, sondern freute sich vor allem über Silber: „Gefühlt hatte ich gestern im Halbfinale alles gegeben und heute war dann einfach die Luft raus. Romy hat sehr schön gespielt, während ich ein paar Fehler gemacht oder auch nur die Pars gespielt habe, wenn sie Birdies gemacht hat. Ich hatte heute auch ein, zwei gute Bahnen dabei, aber ich habe mir einfach dazwischen zu viele Fehler erlaubt. Ich wollte unter die besten acht Spielerinnen kommen. Alles, was danach kam, nehme ich so mit. Der Platz war für Matchplay ganz cool, weil es eben auch ein paar Bahnen gibt, wo man ein bisschen aggressiver aus der Tee-Box sein kann. Man muss hier auf der Bahn bleiben, dann waren die Lagen auch immer in Ordnung. Die Leute hier im Club und die Zuschauer waren alle super, super freundlich und haben sich richtig gefreut, zuschauen zu können. Das war echt schön.“


Finale Männer

Im Finale der Männer trafen Leo Böhm und Kieron Kaube aufeinander. Der Bayer, der vom GC Feldafing über den GC Olching zum Münchener GC gekommen ist, feierte seinen zweiten Titel als Deutscher Meister. 2023 hatte der Youngster in Mannheim die Deutsche Meisterschaft der AK 16 gewonnen und sich damit auch für seine erste Deutsche Lochspielmeisterschaft qualifiziert. Im Berliner GC Stolper Heide war dann aber nach der Vorrunde Schluss gewesen. Nun also beim zweiten Anlauf der Titel.
 

Gegen den Athleten des G&LC Berlin-Wannsee ließ Böhm kaum die Frage aufkommen, wer dieses Finale gewinnt. Die erste Führung des Bayern glich Kaube zwar sofort wieder aus, weil Böhm von Tee 2 gleich zwei Bälle ins Aus setzte. Dann musste der Spieler vom Wannsee aber mit ansehen, wie Böhm noch auf der Front Nine auf 4auf davon zog.

Noch einmal gelang es dem Athleten, der erst zu dieser Saison aus Dresden an den Wannsee gewechselt ist, den Rückstand zu verkürzen, aber Leo Böhm spiele so cool und abgeklärt, dass er mit Lochgewinnen auf den Bahnen 12 und 14 schon frühzeitig den Deckel drauf machte. In den Büchern steht dieser Sieg mit 5&4.

 

Schon kurz nach dem Putt zum Sieg zog der neue Meister ein reflektiertes Fazit: „Grundsätzlich war heute eine Grundanspannung da. Das sollte immer so sein. Ich war heute sehr stabil. Auch um die Grüns lief alles gut und der Putter war sehr gut. Jetzt hier Meister zu werden, bedeutet mir sehr viel und gibt mir für die weiteren Turniere viel Selbstvertrauen.“
 

Die Atmosphäre hat Leo Böhm in der Ortenau sehr genossen: „Ich finde die Gastgeber und grundsätzlich den Club Wahnsinn. Man hat richtig gemerkt, dass die Mitglieder sich freuen, dass hier ein Turnier dieses Formates stattfindet. Der Platz ist auch in einem guten Zustand. Das waren die besten Grüns, die ich dieses Jahr in Deutschland gesehen habe. Ich bin von der Qualität des Platzes echt beeindruckt.“
 

Der unterlege Athlet des Finales war mit Silber mehr als zufrieden. Kieron Kaube hat in seinem Heimatdorf Bad Schlema mit 13 Jahren im Golfpark Westerzgebirge die Platzreife gemacht. 2016 wechselte der heute 21-Jährige zum GC Zwickau und von dort 2022 nach Dresden. Unmittelbar nach dem Wechsel zum Traditionsclub in Berlin-Wannsee bei einer Deutschen Meisterschaft eine Medaille zu gewinnen, bedeutet Kaube sehr viel: „Ich bin stolz auf mich. Ich hätte damit nicht gerechnet. Das war meine erste Deutsche Lochspielmeisterschaft. Leider ging das Finale verloren, aber Leo hat es gut gemacht und deswegen bin ich mit dem zweiten Platz zufrieden. Meine Schläge ins Grün waren heute leider nicht gut genug. Ich lag zu selten nah an der Fahne. Leo hat zudem sehr gut geputtet. Er hat echt alle Putts gelocht, darunter einen aus 20 Metern auf Grün 9. Der tat sehr weh, aber somit hat Leo verdient gewonnen. Für Matchplay finde ich den Platz sehr cool. Er ist relativ offen, man kann vom Tee oft aggressiv schlagen. Deswegen: geile Anlage. Hat einfach Bock gemacht. Guter Golfplatz!“

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Kleines Finale Frauen

Im Kleinen Finale der Frauen trafen Luisa Hartmann vom GC Aldruper Heide und Maxima Purkart vom GC St. Leon-Rot aufeinander. Nachdem die Spielerin des Junior Team Germany im Halbfinale mit vier Birdies auf den ersten fünf Bahnen gestartet war und lange wie die sichere Siegerin ausgesehen hatte, verlief das Duell um Bronze deutlich enger, ging am Ende aber auch wieder in die Verlängerung, weil sich die Lochgewinne der beiden Kontrahentinnen ausgeglichen hatten. Hartmann hatte meist knapp in Führung gelegen, schaffte es immerhin zweimal, die Führung auf 2auf auszubauen. Maxima Purkart blieb aber immer dran und ließ sich nicht abschütteln. Nachdem die Kurpfälzerin auf dem 18. Grün zum vierten Mal den Ausgleich geschafft hatte, ging es auf die erste Extrabahn. Hier behielt die 17-Jährige aus Westfalen die Oberhand und freute sich über die Bronzemedaille.


Kleines Finale Männer

Auch das Match um Bronze der Männer war ungemein spannend. Mit Moritz Muhl vom Frankfurter GC und Cedric Otten vom GC Hubbelrath trafen zwei sehr erfahrene Athleten aufeinander. Das Duell verlief ständig auf Augenhöhe und Birdies war nicht immer Garant für einen Lochgewinn.
Zweimal konnte der Frankfurter in Führung gehen, konnte diese aber nie weiter ausbauen. Cedric Otten hielt dadurch immer alle Optionen offen und ging selbst erstmals auf Loch 14 in Führung, erhöhte dann sogar auf 2auf, als er auf Bahn 16 das Grün direkt vom Tee aus angriff. Moritz Muhl gab aber nicht auf und verkürzte mit einem starken Putt wieder, sodass auf dem 18. Grün der Ausgleich möglich gewesen wäre. Aber hier bewies der Hubbelrather seine Stärke und verteidigte mit Birdie gegen Birdie das 1auf.

Während Muhl in der Traube der Frankfurter fast unterging, die auf ihn hinter dem Grün wartete und noch glückselig den Sieg von Romy Sander feierte, nahm Cedric Otten die sehr herzlichen Glückwünsche vor allem der Spielerinnen des Junior Team Germany entgegen. Otten ist seit einem halben Jahr in St. Leon-Rot als Athletiktrainer am Bundesstützpunkt tätig und kennt daher die Athleten des Golf Team Germany besonders gut.
 

Moritz Muhl war mit Rang vier am Ende zufrieden, weil er in allen Matches alles gegeben hatte: „Es war den ganzen Tag ein super Match. Es war eine richtig knappe Kiste. Cedric hat auf der 18 nervenstark aus vier Metern sein Birdie gemacht. Die ganze Woche hat mega Spaß gemacht und ich kann mir nichts vorwerfen!“
 

Cedric Otten war nach dem knappen Sieg gegen den Frankfurter sehr happy: „Bronze in einem echt engen Match zu gewinnen, hat echt Bock gemacht. Das Niveau war sehr gut. Es freut mich aber auch, dass die Mädels des Junior Team Germany für mich mitfiebern, denn das zeigt, wie schön wir in dem halben Jahr, seit ich dabei bin, zusammengewachsen sind. Es fühlt sich heute noch einem wertvollen Sieg an!“

Toller Gastgeber

Der GC Urloffen war zum ersten Mal Gastgeber für eine Deutsche Meisterschaft. Die Teilnehmer des Turniers waren sehr angetan, weil alle Mitarbeiter und Helfer des Clubs sehr freundlich und herzlich alles dafür getan haben, dass sich die Athleten wohl fühlen.

Der Platz war in sehr guter Verfassung, obwohl die Trockenheit des Frühjahrs rund um den Platz überall auf den Felder sichtbar war. Auf dem Platz selbst lagen die vorbereiteten Flächen für Blühstreifen trocken, sodass die Aussaht dort noch nicht erfolgen konnte. Alle für das Spiel relevanten Bereiche hatten die Greenkeeper der GCU aber hervorragend hergerichtet. Die Athleten spielten somit auf einem sehr guten Platz unter besten Bedingungen.
 

Endergebnis Männer:
1. Leo Böhm (Münchener GC)
2. Kieron Kaube G&LC Berlin-Wannsee
3. Cedric Otten (GC Hubbelrath)
4. Moritz Muhl (Frankfurter GC)
T5 Florian Riedel ( GH Hof Treudelberg)
T5 Lucas Cai (GC St. Leon-Rot)
7. Tjelle Rieger (GC St. Leon-Rot)
8. Max von Borgstede (GC St. Leon-Rot)
9. Laurenz Meifels (GC Hubbelrath)
10. Luca Herb (GC St. Leon-Rot)
11. Michael Pfeifer (Stuttgarter GC Solitude)
12. Christopher Steger (GC Heddesheim)
13. Janne Müller (GC Neuhof)
14. Leon Lange (GC München Valley)
15. Lauri Diener (Hamburger GC)
16. Julian Schwarz (G&LC Berlin-Wannsee)
 

Endergebnis Frauen:
1. Romy Sander (Frankfurter GC)
2. Anjana Cordes (GC Neuhof)
3. Luisa Hartmann (GC Aldruper Heide)
4. Maxima Purkart (GC St. Leon-Rot)
5. Alena Oppenheimer (Stuttgarter GC Solitude)
6. Johanna Kirch (Frankfurter GC)
7. Sara Nüßle (GC Domäne Niederreutin)
8. Anna Bonerz (Erster GC Westpfalz)
9. Laura Schedel (GC Schloss Guttenburg)
10. Anouk Heinz (Frankfurter GC)
11. Marie Bechtold (GC St. Leon-Rot)
12. Theresa Fuchs (Lübeck-Travemünder GK)
13. Mila Frenz (Frankfurter GC)
14. Sophie-Charlott Hempel (Frankfurter GC)
15. Emma Rehn (GC Augsburg)
16. Marie-Agnes Fischer (GC Regenburg)
 

 

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