St. Leon-Rot verteidigt Titel der AK 14 am Großensee
Großensee – Die Entscheidung bei der Deutschen Mannschaftsmeisterschaft der Mädchen AK 14 fiel in den Klassischen Vierern. Nachdem die 14 Mannschaften am Samstag zunächst jeweils vier Einzel gespielt hatten, standen am Sonntag pro Team zwei Vierer auf dem Programm. Von den insgesamt sechs Ergebnissen gingen die besten fünf in die Wertung ein.
Der GC St. Leon-Rot war mit acht Schlägen Vorsprung auf den Münchener GC in den Finaltag gestartet. Weitere sieben Zähler dahinter lag der Frankfurter GC auf dem dritten Platz.
Die Vorzeichen für die abschließenden Vierer waren alles andere als optimal. Am Vormittag war es auf der Anlage vor den Toren Hamburgs windig und empfindlich kalt. Immerhin blieb es zunächst trocken. Dicke Mützen, Handschuhe und warme Jacken prägten das Bild. Als die führenden Mannschaften gerade auf die Back Nine gewechselt waren, setzte dann doch noch Regen ein.
Die schlimmsten Befürchtungen erfüllten sich allerdings nicht. Angesichts der Wettervorhersagen hätte der Finaltag zu einer echten Regenschlacht werden können. Stattdessen hielten sich die Niederschläge in erträglichen Grenzen. Für die jungen Athletinnen waren die Bedingungen dennoch eine besondere Herausforderung.
Spannung ohne Livescoring
Eine technische Störung sorgte dafür, dass weder die Trainer noch die Spielerinnen während der Runde auf ein funktionierendes Livescoring zurückgreifen konnten. Niemand wusste genau, wie es im Kampf um die Medaillen stand. Die Coaches versuchten, über ihre Betreuer auf dem Platz zumindest einen ungefähren Überblick zu behalten.
Sportlich rückten die beiden führenden Mannschaften zwischenzeitlich noch einmal eng zusammen. Der Münchener GC machte Boden gut und setzte den Titelverteidiger unter Druck.
Am Ende behauptete sich der GC St. Leon-Rot mit insgesamt 406 Schlägen (+41) und sicherte sich erneut die Goldmedaille. Der Münchener GC kam mit 411 Schlägen (+46) auf den zweiten Platz. Bronze ging mit 415 Schlägen (+50) an den Frankfurter GC.
Für St. Leon-Rot war der Vorsprung damit deutlich kleiner als im Vorjahr, als die Mannschaft bei der DMM im GC Ebersberg mit 30 Schlägen Abstand gewonnen hatte.
Bocks freut sich über den Teamgeist
Lars Bocks, Trainer des neuen und alten Deutschen Meisters, hatte während der Vierer durchaus einige kritische Phasen erlebt. Vor allem der Start gelang seiner Mannschaft nicht nach Wunsch. „Heute in den Vierern haben wir auch im Wind einige Schläge verloren, sind heute Morgen auch nicht ganz so gut reingekommen auf den ersten Löchern. Hintenrum haben wir es aber noch mal gut zusammengehalten. Der eine Vierer hat leider dann auch noch am Schluss ein paar Schläge verloren. Dadurch wurde es dann doch relativ knapp, auch wenn wir nie wussten, wie das so wirklich war, weil wir keine Ergebnisse kannten“, berichtete Bocks.
Immerhin konnte sich der Meistertrainer über seine Betreuer einige Informationen beschaffen: „Wir hatten dadurch aber immerhin einen kleinen Überblick, dass es zwischendurch richtig knapp wurde. Dadurch war es echt sehr sehr spannend bis zum Schluss. Als wir unseren ersten Vierer drin hatte, war dann aber schon klar, dass der zweite Vierer unser Streichergebnis wird.“
Besonders bemerkenswert ist die erneute Meisterschaft auch deshalb, weil die Mannschaft in dieser Altersklasse zwangsläufig immer wieder ein neues Gesicht bekommt. Von den sechs Spielerinnen des diesjährigen Teams dürfen drei auch 2027 noch in der AK 14 antreten. Für Bocks liegt gerade darin ein besonderer Reiz: „Ich finde es immer total spannend, Jahr für Jahr mit einer neuen Mannschaft zu spielen, weil jede Mannschaft anders ist, auch von der Konstellation einfach. Wenn es darauf ankommt, können die sich gegenseitig aufeinander verlassen. Das finde ich immer besonders wichtig, einfach auch, dass wir da einen guten Teamgeist hinkriegen, dass die Mädels zusammenhalten.“
Der Trainer sieht in solchen Meisterschaften weit mehr als nur die Möglichkeit, einen Titel zu gewinnen: „Aber ich finde es auch immer wieder spannend einfach, dass sie diese Erfahrung sammeln dürfen, für ein Team zu spielen, weil es doch immer noch mal was anderes ist, als wenn ich alleine spiele.“
München holt Silber
Der Münchener GC durfte sich nach einer starken Mannschaftsleistung über die Silbermedaille freuen. Das Team von Trainerin Ava Bergner hatte schon in den Einzeln am Samstag den zweiten Platz belegt und konnte in den abschließenden Vierern den Rückstand auf den Titelverteidiger noch um drei Schläge verkürzen.
Wie eng es zwischenzeitlich zuging, hatte Bergner während der Runde nur ungefähr verfolgen können. „Wir sind deswegen sowohl auf dem Platz als auch jetzt noch im Blindflugmodus. Ich habe natürlich dann so gut es ging meine Informationen gesammelt. Das Ergebnis macht mich natürlich total zufrieden. Ich habe Mädels dabei, die sind dieses Jahr mit Handicap 18 gestartet und spielen jetzt hier bei der DMM um den Titel mit. Wir waren sogar zwischendurch noch näher dran als drei Schläge, wenn ich das richtig verfolgen konnte und deswegen bin ich wirklich total stolz und total happy, dass die Mädchen so performen konnten“, freute sich Bergner.
Für die Trainerin war neben der sportlichen Entwicklung vor allem der Zusammenhalt ihrer jungen Mannschaft wichtig: „Wir haben vor allen Dingen einen tollen Team Spirit, alle halten super zusammen, sind füreinander da, die haben einen immensen Spaß am Golf zusammen und das ist für mich das wichtigste. Dass sie sich jetzt auch noch mit einer Silbermedaille für ihre harte Arbeit über das Jahr belohnen können, macht mich besonders stolz und wir freuen uns aufs nächste Jahr.“
Frankfurt gewinnt Bronze
Der Frankfurter GC verteidigte in den abschließenden Vierern seinen dritten Platz und durfte ebenfalls auf das Podium. Mit insgesamt +50 fehlten dem Team von Coach Lucas Halmburger vier Zähler auf den Münchener GC. Die Frankfurterinnen hatten am Samstag 341 Schläge (+49) in die Wertung gebracht. Herausragend war dabei die Leistung von Romy Sander gewesen, die mit 77 (+4) den zweitbesten Einzelscore des gesamten Teilnehmerfeldes gespielt hatte. Nur Sophie Niederauer vom GC St. Leon-Rot war mit 76 (+3) noch einen Schlag besser gewesen.
Halmburger hatte am Finaltag vor allem mit dem fehlenden Livescoring zu kämpfen. „Ohne Livescoring war ein bisschen oldschool tatsächlich. Man hatte nicht die Möglichkeit, zwischendrin nochmal zu gucken und vielleicht auch nochmal taktisch aktiv zu werden und vielleicht den einen oder anderen Schlag noch etwas aggressiver zu planen.“
Seine Bilanz der Meisterschaft fiel dennoch durchweg positiv aus: „Im Großen und Ganzen hat das Turnier unfassbar viel Spaß gemacht. Die Mädels haben sehr gute Leistungen gezeigt und haben sich wirklich gut geschlagen. Aber auf dem Platz war es auch echt gut möglich, das Ganze zu machen. Deswegen ein tolles Event und hat einfach sehr viel Spaß gemacht im Ganzen.“
Hamburg auf Rang vier
Der Hamburger GC belegte mit +63 den vierten Platz und bestätigte damit seine Position vom Vortag. Auf Rang fünf folgte der GC Mannheim-Viernheim (+70), einen Schlag vor dem GC München Eichenried (+71).
Der G&LC Berlin-Wannsee kam mit +82 auf Platz sieben. Dahinter folgten der Club zur Vahr (+88), der GC Hösel (+95) und der GC Hamburg Wendlohe (+113).
Die weiteren Plätze belegten der GK Braunschweig (+115), der GC Hubbelrath (+121), der GC Main-Taunus (+137) und der GC Bergisch Land (+178).
Viele strahlende Kinderaugen
Neben dem sportlichen Wettbewerb bot die Meisterschaft einmal mehr eindrucksvolle Bilder davon, welche Dynamik Golf als Mannschaftssport entwickeln kann. Die jungen Spielerinnen feuerten sich gegenseitig an und bejubelten gute Schläge ihrer Teamkameradinnen. Gerade in der AK 14 waren die Emotionen besonders unmittelbar zu erleben.
Enttäuschung über einen misslungenen Schlag gehörte ebenso dazu wie ausgelassene Freude über gelungene Aktionen. Am Ende überwogen bei der Siegerehrung viele strahlende Kinderaugen.
Großen Anteil an einer gelungenen Meisterschaft hatte auch der gastgebende GC Großensee. Die Greenkeeper hatten die 5.339 Meter lange, als Par 73 ausgelegte Anlage hervorragend vorbereitet und trotz der Regenfälle an beiden Tagen bis zum letzten Putt in einem bemerkenswert guten Zustand gehalten.
Der Club, der 2025 sein 50-jähriges Bestehen gefeiert hatte, präsentierte sich als herausragender Gastgeber. Von den Teilnehmerinnen und Betreuern gab es viel Lob für die Organisation und die Bedingungen.
Auch Meistertrainer Lars Bocks zeigte sich begeistert: „Der GC Großensee hat eine richtig tolle Anlage. Wir hatten tolle Bedingungen für die Jahreszeit. Es hat hier einfach Spaß gemacht, trotz des Regens, der hier runter gekommen ist. Das waren auf dem Platz trotzdem super Verhältnisse.“







