Brenske klettert mit starkem Finish
Allerum/Schweden – Am zweiten Wettkampftag der 39. Europameisterschaft der Frauen blieb der Allerum GK eine anspruchsvolle Aufgabe. Der Platz spielte sich weiterhin trocken, die Bälle versprangen nach der Landung mitunter unberechenbar und im Tagesverlauf nahm der Wind wieder deutlich zu. Unter diesen Bedingungen gelang es keiner deutschen Spielerin, sich in den unmittelbaren Kreis der Spitze zu schieben. Dafür setzte Susanna Brenske mit einer deutlichen Steigerung und einem starken Schlussspurt aus deutscher Sicht ein Ausrufezeichen.
Nach zwei von vier Runden ist Sofia Maier-Borst als 22. die bestplatzierte Deutsche. Hinter ihr teilen sich Paula Schulz-Hanßen, Victoria Schuldt und Susanna Brenske den 28. Rang. Damit bleibt das deutsche Feld vor der zweiten Turnierhälfte breit aufgestellt, auch wenn der Abstand zu den vorderen Positionen größer geworden ist.
Maier-Borst verliert Boden
Sofia Maier-Borst war nach ihrer 70 (-2) zum Auftakt als Sechste in die zweite Runde gegangen. Am ersten Tag hatte sie ihre Leistung mit einem Eagle auf dem 18. Loch gekrönt. Auch diesmal gelang der Athletin des GC St. Leon-Rot auf der Schlussbahn ein Schlaggewinn, doch zuvor war ihre Runde deutlich schwieriger verlaufen.
Die in Madrid geborene Spielerin hatte bis zum letzten Loch noch kein Birdie auf der Karte und musste unter anderem zwei Doppelbogeys hinnehmen. Das Birdie auf der 18 sorgte zumindest für einen versöhnlichen Abschluss. Mit 76 (+4) Schlägen fiel Maier-Borst um 16 Positionen zurück und liegt nun auf Rang 22.
Der Rückschlag im Klassement änderte nichts daran, dass sie vor den verbleibenden beiden Runden weiterhin die beste deutsche Ausgangsposition hat.
Brenske dreht am Ende auf
Den stärksten deutschen Score des Tages brachte Susanna Brenske ins Recording. Nach ihrer 75 (+3) zum Auftakt verbesserte sich die Spielerin des Hamburger GC um drei Schläge und unterschrieb eine 72 (Even). Damit machte sie im Klassement 28 Plätze gut und rückte bis auf Rang 28 vor.
Brenske erarbeitete sich vier Birdies. Besonders ihre Schlussphase prägte den positiven Eindruck der Runde. Auf den Löchern 17 und 18 gelangen ihr zwei Birdies in Serie, insgesamt erreichte sie auf den letzten fünf Bahnen drei Schlaggewinne.
Dabei war ihre Runde nicht ganz frei von Schwierigkeiten. Aus der Teebox lief es nach eigener Einschätzung nicht konstant genug, wodurch die Schläge in die Grüns komplizierter wurden. Zudem musste sie ein Doppelbogey hinnehmen, nachdem ihr Ball unter einer Bunkerkante stecken geblieben war. Ein ausgelassener kurzer Putt kostete einen weiteren Schlag. Umso höher war ihre Reaktion zu bewerten.
„Ich bin mit Even Par heute sehr, sehr happy. Heute waren am Anfang die Bedingung ein bisschen leichter. Es war noch nicht ganz so windig, später hat der Wind dann aber wieder zugenommen. Aus der Teebox lief es bei mir heute nicht so gut. Dadurch hatte ich ein paar Probleme, die Schläge ins Grün zu finden. Letztlich habe ich es aber ganz gut hinbekommen, hatte ein paar Birdie-Chancen, haben aber halt auch ein paar Bogeys gespielt. Beim Doppelbogey hatte ich etwas Pech, weil der Ball unter der Bunkerkante steckte. Dazu habe ich dann auch noch einen kurzen Putt vorbeigeschoben. Ich konnte mich aber wieder gut fangen und habe hintenrum noch mal drei Birdies gespielt. Ich hatte sonst auch gute Birdie-Chancen und hab mich heute auf dem Golfplatz sehr wohl gefühlt.“
Gerade das Finish gab der Hamburgerin Rückenwind für die dritte Runde. Nach einem schwierigen Auftakt bewies sie, dass sie auf dem trockenen und windanfälligen Platz ausreichend Chancen kreieren kann, um sich im Klassement weiter nach vorne zu arbeiten.
Schulz-Hanßen mit sechster EM-Teilnahme
Schlaggleich mit Brenske liegt Paula Schulz-Hanßen auf Rang 28. Die Europameisterin von 2020 spielt in Schweden bereits ihre sechste Europameisterschaft und gehört damit zu den erfahrensten Teilnehmerinnen.
Auch ihre zweite Runde endete mit einem Birdie auf der 18. Zuvor war der 23-Jährigen jedoch kein Schlaggewinn gelungen. Ein Bogey und ein Doppelbogey sorgten dafür, dass sie mit 74 (+2) Schlägen ins Clubhaus kam. Nach ihrer 73 (+1) zum Auftakt steht Schulz-Hanßen nun bei gesamt drei über Par.
Trotz der bislang ausbaufähigen Chancenverwertung auf den Grüns genießt die Spielerin des GC St. Leon-Rot den besonderen Rahmen des Turniers: „Es ist wie immer eine tolle Erfahrung. Die Atmosphäre ist bei EMs immer eine andere und ich genieße daher die Woche sehr. Mein Spiel war bis jetzt solide, aber ich tue mich leider auf den Grüns noch etwas schwer. Der Platz ist sehr trocken und spielt sich dadurch mit vielen unberechenbaren Bounces. Daran muss man sich erstmal gewöhnen und genau darauf hoffe ich die nächsten Tage.“
Schuldt ebenfalls auf Rang 28
Komplettiert wird das deutsche Trio auf dem geteilten 28. Platz durch Victoria Schuldt. Die Spielerin des Hamburger GC hatte mit einer 72 (Even) einen starken Auftakt hingelegt und benötigte am zweiten Tag 75 (+3) Schläge.
Damit kommt Schuldt nach zwei Runden ebenso wie Brenske und Schulz-Hanßen auf gesamt drei über Par. Während Brenske sich mit ihrer Verbesserung von hinten an diese Position heranschob, musste Schuldt etwas Boden abgeben. Dennoch bleibt auch sie vor den letzten beiden Runden in Reichweite einer deutlich besseren Platzierung.
Renner verbessert ihren Score
Sophie Renner geht von Rang 58 in die zweite Turnierhälfte. Die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude verbesserte sich im Vergleich zur Auftaktrunde um einen Schlag und unterschrieb eine 74 (+2).
Renner startete überzeugend und erarbeitete sich auf den ersten fünf Löchern mehrere gute Möglichkeiten. Zwei davon nutzte sie zu Birdies. Anschließend hielt sie ihren Score über längere Zeit stabil. Erst auf der 13 brachte ein Doppelbogey die Runde aus dem Rhythmus. Zwei weitere Bogeys folgten, bevor auch Renner ihre Runde mit einem Birdie beendete.
Vor allem ihre Schläge in die Grüns bewertete die Solituderin positiv. Auf den Grüns ließ sie dagegen mehrere Chancen ungenutzt: „Es war relativ ähnlich wie gestern, nur dass ich gefühlt die Front- und die Back Nine umgedreht habe. Ich kam tatsächlich ziemlich gut in die Runde und konnte mir auf den ersten fünf Löchern gute Chancen erarbeiten, von denen ich zwei genutzt habe. Danach habe ich relativ lang solide weitergemacht. Das Doppelbogey an der 13 war unglücklich, zumal ich davor noch kurze Birdie-Putts nicht lochen konnte. Nach zwei weiteren Bogeys habe ich mich darüber gefreut, die Runde mit einem Birdie abzuschließen. Ich habe heute gute Schüsse ins Grün gemacht, habe dann aber leider viele Chancen nicht verwandelt. Heute waren es tatsächlich eher die Birdie Putts, die ich nicht gelocht habe.“
Acht Deutsche schaffen den ersten Cut
Nach zwei Runden gab es bei der Europameisterschaft der Frauen den ersten Cut. Nur die besten 96 Spielerinnen qualifizierten sich für die dritte Runde. Acht der elf deutschen Teilnehmerinnen bleiben im Wettbewerb.







