Aus im Halbfinale
Das Halbfinale der Mannschafts-Europameisterschaften liegt hinter ihnen und die U18-Mädchen des Junior Team Germany haben an diesem nunmehr vierten Turniertag ihr Herz und ihre Seele auf dem Platz gelassen. Doch gegen die starken Spanierinnen zogen die jungen Deutschen letztendlich den Kürzeren. Schon in den früh gestarteten Vierern zeigten die Ibererinnen, dass sie gekommen waren, um zu siegen.
Frühe spanische Führungen legen das Fundament
Nagore Martinez und Liz Siyu Hao Zhang (ESP) setzten den gestern noch erfolgreichen deutschen Vierer mit Antonia Steiner (GC Hubbelrath) und Sophie Renner (Stuttgarter GC Solitude) bereits früh unter Druck – und aus diesem konnten sie sich auch nicht befreien. Wie schon im Spiel gegen Frankreich machten die beiden Spanierinnen den Sack vorzeitig zu und holten den ersten Punkt mit einem deutlichen 6&5.
Im zweiten Vierer spielten Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) und Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) gegen Aroa Gonzalez und die hochtalentierte U16-Spielerin Adriana Garcia (ESP). Die Südeuropäerinnen spielten stark und hatten das notwendige Quäntchen Glück auf ihrer Seite. Mit 4&2 holte Spanien auch den zweiten Punkt aus den Vierern und verschaffte sich für den Nachmittag einen wertvollen Vorsprung.
Aus den fünf Einzeln benötigten die Ibererinnen nun lediglich noch zwei Siege. Das ließ den Deutschen nur noch sehr wenig Raum für Fehler. Zwar konnte Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) gegen Liz Siyu Hao Zhang (ESP) ein starkes 4&3 sichern. Auch Sofia Maier-Borst blieb gegen die erneut extrem starke Adriana Garcia bei ihrem Duell über die volle reguläre Distanz per 2 auf erfolgreich.
Doch Maya Burmann (GC St. Leon-Rot), die ihr Match gegen Amanda Revuelta lange offen halten konnte, unterlag letztendlich mit 2&1 am 17. Grün. Auch Antonia Steiner musste ihren Punkt gegen Nagore Martinez mit 3&1 abgeben. Das Schlussduell zwischen Sophie Renner und Lucia Iraola wurde geteilt. Der Endstand dieses Spitzenduells lautet 4,5 : 2,5, und Spanien, das bereits die Überfliegerinnen aus Frankreich aus dem Turnier genommen hatte, besiegte nun auch die Vize-Europameisterinnen des Vorjahres.

Knapper als es aussieht
Bundestrainer Sebastian Rühl zieht ein Fazit: „Wir haben gegen eine unglaublich starke Mannschaft gespielt – die Spanierinnen hatten viel Rückenwind durch ihr starkes Viertelfinalspiel gegen Frankreich. Wir verstehen uns mit den Spanierinnen seit vielen Jahren sehr gut – das heute war ein Top-Match auf allerhöchstem Niveau und trotzdem freundschaftlich, genauso wie man es sich bei einer solchen Meisterschaft vorstellt.
Die Spanierinnen sind gut in das Match gestartet – der erste spanische Vierer lag nach neun Bahnen bei sieben Schlägen unter Par. Wir sind schlecht gestartet – die Birdies, die wir hätten machen müssen, haben wir nicht gemacht. Dann sind wir zumindest in den Vierern überrumpelt worden. Im weiteren Verlauf wurden wir allerdings immer besser und am Nachmittag habe ich eine Top-Mannschaft gesehen. Wir waren so gut unterwegs, hatten eine tolle Körpersprache, haben viele Birdies gemacht – und das auch noch an den richtigen Löchern. Aber die muss man eben auch machen, einfach schon, um square zu bleiben.
Am Ende war es deutlich knapper, als es das Ergebnis vermuten lässt – zumindest am Nachmittag haben wir uns nichts vorzuwerfen. Die Spanierinnen hatten in den entscheidenden Momenten das Glück auf ihrer Seite – das hat uns an der Stelle gefehlt. Unsere Putter waren etwas kälter, und gegen ein so starkes Team wie die Spanierinnen fehlt dann eben mal so ein Quäntchen zum Sieg. Trotzdem richten wir unseren Blick auf das morgige Spiel. Wir spielen gegen die Iren um eine Medaille und sind hochmotiviert, das Match für uns zu entscheiden.“
Was sonst noch geschah
Im zweiten Halbfinale dominierte Italien das Duell gegen Irland deutlich und gewann mit 5,5 : 1,5. Die Italienerinnen überzeugten durch eine geschlossene Teamleistung sowie hohe Siege in den einzelnen Duellen. Sie ließen den Irinnen kaum Chancen. Somit wird die Europameisterschaft zwischen Italien und Spanien ausgespielt. Im Spiel um Platz drei trifft Deutschland auf Irland.
In der engen Begegnung zwischen Frankreich und Schweden behielt Frankreich mit 3 : 2 knapp die Oberhand. Beide Teams lieferten sich einen spannenden Schlagabtausch, und die beiden von Schweden gewonnenen Duelle fielen haushoch aus, während Frankreich jeweils knapp auf dem letzten Grün siegte. Doch am Ende reichte es für die Französinnen zum Sieg. England hingegen feierte einen klaren 5 : 0 Erfolg über Tschechien. Die Engländer dominierten das Match von Beginn an und ließen keine Zweifel am Ausgang der Partie.











