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Yoo Na Bae spielte eine der besten Runden des Tages und trug damit zur starken Platzierung ihres GC St. Leon-Rot bei. | © DGV/ Tiess

AK 18: St. Leon-Rot enteilt im Hamburger Herbstwind

Ammersbek. Die letzten nationalen Meisterschaften des Jahres stehen an: die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften der Jugend. Das Championat der AK-18-Mädchen wird im GC Hamburg-Walddörfer ausgetragen. Und weil es bereits mitten im Oktober ist, spielt das Wetter eine nochmal größere Rolle als ohnehin schon. Die Vorhersage für den zweiten der beiden Turniertage war vor dem Turnierstart so ungünstig, dass die Turnierleitung sich dazu entschied, die Reihenfolge der Spielformen zu tauschen: Entgegen der ursprünglichen Ausschreibung wurden die Einzel schon zum Auftakt gespielt, damit möglichst viele Ergebnisse möglichst früh feststehen. Immerhin: Für den Finaltag sind die Aussichten mittlerweile besser, Regen ist dennoch vorhergesagt.

 

Viel Wetterglück

Der Eröffnungs-Turniertag hingegen kam zu einem glücklichen Ende: Der erwartete Regen traf statt gegen 13:00 Uhr erst gegen 15:40 Uhr ein – wenige Minuten, nachdem die letzte Spielgruppe ins Clubhaus zurückgekehrt war. Dafür kam der Niederschlag dann allerdings überfallartig und mit aller Macht. Nun gut, wer im Oktober in den Hamburger Walddörfern auf Titeljagd geht, braucht eben mehr als einen sauberen Schwung. Gute Bekleidung zum Beispiel, nicht nur gegen Regen, sondern auch gegen die typisch norddeutsche Brise. Kräftiger Südwestwind mit Böen um 50 km/h bei Temperaturen zwischen 13 und 15 Grad machte den Par-73-Kurs zur echten Prüfung. Von 52 gespielten Runden blieben nur vier bei Par oder darunter. Zwei davon gingen auf das Konto einer Familie.

 

Yoo Na Bae spielt erneut auf

Yoo Na Bae (GC St. Leon-Rot) setzte mit einer 71 (-2) eine der beiden Bestmarken des Tages. Es passt zu ihrem Spätsommer: Vor gut einem Monat holte sie in Gütersloh ihren ersten großen nationalen Titel, krönte ihn mit einer 69er-Schlussrunde und neuem Platzrekord und gewann damit das Duell gegen ihre Drillingsschwester Yoo Jin. In Hamburg zog das Trio wieder an einem Strang. Yoo Yeung Bae notierte 73 Schläge (Even Par), Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) kam auf 74 Schläge (+1), Yoo Jin Bae auf 75 (+2). Vier Ergebnisse, alle innerhalb von vier Schlägen – das macht ein Teamergebnis von 293 Zählern (+1) und Rang eins. Der Titelverteidiger, der 2025 im GC Holledau vor dem Münchener GC und dem G&LC Berlin-Wannsee gewonnen hatte, schickt damit eine klare Botschaft an die Konkurrenz.

 

Die einzige Spielerin, die an diesem ersten Turniertag mit Yoo Na Bae mithielt, war Johanna Kirch. Die Frankfurterin war schon bei der DM als Spielerin mit dem besten Handicap ins Turnier gegangen und lieferte auch im Hamburger Wind eine 71 ab. Weil Mila Frenz (78), Lily Menge und Anouk Heinz (je 79) aber nicht ganz mithalten konnten, steht Frankfurt bei +15 – Platz zwei, allerdings mit großem Abstand. Der GC Mülheim an der Ruhr folgt bei +19, angeführt von Jinlei Zhong (74), Julia Zimmermann (76) und Julia Marie Swoboda (77).

 

Eine starke Runde konnte Charlotte Hübenthal (GC Hubbelrath) verzeichnen. Sie spielte mit Handicap 3,1 eine fehlerfreie Par-Runde und lag damit vor fast dem ganzen Feld. Hubbelrath liegt mit +26 Schlägen auf Rang vier. Bittersüß lief der Tag für den G&LC Berlin-Wannsee. Linda Wöhler-Moorhoff spielte eine starke 74, doch eine 96 im Team warf den Vorjahresdritten auf Rang neun (+40) zurück. Der Fakt, dass es einen Streicher gibt, könnte den Hauptstadt-Mädchen noch gut in die Karten spielen.

Nicht ganz ausgebucht

Lediglich 13 statt der maximal 15 Mannschaften sind bei dieser Meisterschaft am Start. So ist auch der ebenfalls qualifizierte Stormarner Nachbar GC Großensee nicht angetreten. Auffällig ist zudem das Fehlen des Hamburger GC – der Traditionsclub hat von Beginn an keine Mannschaft gemeldet und möchte dafür bei der AK 14 und AK 16 sein Glück versuchen. Die Gastgeberinnen vom GC Hamburg-Walddörfer, die im Mai die Regionalqualifikation in Großensee gewonnen hatten, liegen bei +35 auf Rang sieben. Carlotta Josephine Müller war mit 77 Schlägen die Beste im Heimteam.

 

Dass die Meisterschaft ausgerechnet in den Walddörfern stattfindet, hat genau mit dieser Mannschaft zu tun. „Wir haben uns direkt auf die DMM der Mädchen AK 18 beworben, weil die gleichen Mädels in den letzten beiden Jahren in der AK 16 jeweils Vize-Mannschaftsmeister geworden sind“, erklärt Clubmanager Florian Abt. Wenn man ein Jugendturnier ausrichte, solle das eigene Team auch Chancen haben, vorne mitzuspielen. „Wann hat man schon mal so eine Generation an Spielerinnen?“ Auch der Termin passt: Im Oktober sei es für die Mitglieder, die bereits viele Verbandsspiele schultern, doch etwas leichter zu verkraften, auf Startzeiten zu verzichten.

Wunderschöner Parkland-Course

Der Austragungsort ist eine der traditionsreichsten Anlagen im Norden. Der GC Hamburg-Walddörfer wurde 1960 gegründet und liegt in Ammersbek direkt hinter der nordöstlichen Stadtgrenze Hamburgs. Ein großer Teil des Geländes gehört zu einem Naturschutzgebiet. Den Platz entwarf der berühmte Bernhard von Limburger, der unter anderem auch den Kurs in Hubbelrath und den Club zur Vahr gestaltet hat. Mittelpunkt der Anlage ist das Clubhaus: ein Herrenhaus aus Backstein, das der Hamburger Architekt Erich Elingius 1925 entworfen hat. Von der Terrasse blickt man über die Spielbahnen bis hinunter zum Bredenbeker Teich.

 

2015/16 hat Christoph Städler den Platz grundlegend modernisiert. Alle Grüns und Abschläge wurden erneuert, die Bunker neu gebaut und teilweise strategisch versetzt, drei Teiche neu angelegt oder vergrößert und die 10. Bahn verlegt. Geblieben ist der typische Charakter aus Endmoränen- und Knicklandschaft mit altem Baumbestand. Für einen hervorragenden Zustand sorgt das Greenkeeping-Team um Head-Greenkeeper Jim Ellis. „Man muss strategisch spielen, gerade auf den ersten neun Löchern“, sagt der Clubmanager. Dort sind die Bahnen eng, aber nicht lang, und wer auf dem Fairway bleibt, braucht nicht unbedingt den Driver. Auf den Back Nine wird der Platz offener und die Bahnen länger. „Dieser Wechsel macht es aus.“

 

Am Finaltag stehen die Vierer an, jedes Team spielt zwei. Am Ende zählen die fünf besten der insgesamt sechs gespielten Mannschaftsergebnisse – der schlechteste Score fällt weg. Für einige Teams ist das die Chance, sich im Ranking nochmal zu verbessern. An der Spitze müsste dagegen schon viel zusammenkommen, damit St. Leon-Rot den Titel noch aus der Hand gibt.

 

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