Darf ich da nochmal?
Die Situation:
Kristina Knickinderoptik hat in den Wald geschlagen. Die gute Nachricht ist, dass es ein Fichtenwald ist, in dem der Boden schön sauber ist, so dass der Ball gut liegt. Es bieten sich sogar verschiedene Lücken an, durch die sie zurück auf das Fairway spielen kann. Ihre Mitspieler Guido Guckgenauerhin und Louisa Lassdichnichtveräppeln stehen draußen am Waldrand in vermutlicher sicherer Entfernung und warten auf die kommenden Ereignisse.
Nach nicht allzu langer Zeit hören sie einen Schlag und unmittelbar darauf kommt ein Ball aus dem Wald und trifft Louisas Golfbag.
„Ahhh, das wollte ich nicht! Falsche Lücke getroffen“, kommt es von Kristina aus dem Wald. „Hat der echt Dein Bag getroffen? Das wollte ich nicht! Aber dann darf ich ja nochmal!“
Bevor die beiden Mitspieler Kristinas Treffgenaugkeit kommentieren können, sehen sie, wie Kristina mustergültig aus Kniehöhe einen anderen Ball an der Stelle des vorherigen Schlags droppt.
„Warum wolltest Du den ersten denn nicht spielen? Der liegt doch nicht so schlecht hier draußen“, fragt Guido neugierig.
„Neee, darf ich doch nicht, der erste ist doch raus, weil er das Bag getroffen hat. Jetzt habe ich auch die Chance, die richtige Lücke zu treffen.“
Wie geht es jetzt weiter?
Lösung:
Louisa und Guido erklären Kristina geduldig, dass es im aktuellen Regelbuch keine Regel gäbe, die ein Wiederholen des Schlags erlaubt, wenn man die eigene oder fremde Ausrüstung trifft. Dies sei straflos, aber das wäre auch alles, was die Regeln dazu wissen.
Wenn Kristina jetzt daraufhin ihren ersten Ball spielen will, wird sie die nächste Enttäuschung erleben, denn da sie einen neuen Ball gedroppt hat, hat dieser mit einem Strafschlag ihren bisherigen „Ball im Spiel“ ersetzt. Es kommt nun der vierte Schlag mit dem neu gedroppten Ball. Und die Wahrscheinlichkeit, dass Kristina aus Ärger wieder nicht die richtige Lücke trifft, ist erheblich gestiegen.








